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Paolo Pellegrin

Ein Vollblutfotograf mit Haudegenhumor., 16. Februar 2010

Jochen Siemens stellt in diesem Buch beeindruckende Fotografien Paolo Pellegrins vor. Den Bildern ist eine Kurzbiografie (in englischer und deutscher Sprache) über den 44 jährigen Römer vorangestellt, der derzeit in New York lebt. Seine Bilder thematisieren Katastrophen, Kriege, Flüchtlingskamps, Hungersnöte, Hollywood und Modeschauen. Sie fangen, so Siemens, stets etwas Flüchtiges ein. Es handele sich um Szenen, die wir in den Augenwinkeln sehen, ohne sie sogleich zu verarbeiten. Es seien Schnappschüsse der Angst, der Aufregung und des Alltags. Gut beobachtet seitens Siemens, wie ich finde. Übrigens saß Pellegrin eine Woche lang mit Arrafath im Bunker in Ramalah, ein Jahr im Kosovo und Monate in den Flüchtlingskamps von Dafur. Kein unaufregendes Leben demnach.

Der Fotograf ist keineswegs angstfrei, aber er ist in der Lage seine Angst in Vorsicht zu verwandeln. Viele Preise, darunter zahlreiche World-Press-Auszeichnungen hat Paolo Pellegrin bis heute erhalten. Ein Kriegsfotograf ist er allerdings nicht, weil er sich auch immer wieder auf anderem Terrain erfolgreich bewegt.
Bei den Fotos im Buch handelt es sich um Schwarz-Weiß- aber auch um Farbaufnahmen.

Erschreckende Bilder aus Israel, vom Terror dort, Aufnahmen von der Brutalität in Liberia und der Armut auf Haiti stehen Momentaufnahmen von Hollywoodschauspielern gegenüber. Glamour ist nicht sein Thema: Kate Winslet mit Lockenwickelern schaut eher aus wie eine Vorstadtschwalbe und Brad Pitt wie ein irischer Arbeiter. Pellegrins Bilder bestechen nicht dadurch, dass sie der Schönheit huldigen, sondern in dem sie Wirklichkeit ungeschminkt ablichten. Seine Fotos sind perfekt und sehr interessant.



Empfehlenswert.