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Hongkong. Meine Liebe.

"Besser als einer, der weiß, was recht ist, ist einer, der liebt, was recht ist; und besser als einer, der liebt, was recht ist, ist einer der Begeisterung fühlt für das, was recht ist." (Zitat: Loa-tse)


Thorsten Boose und Silke Oettel  haben den Anspruch an sich gestellt, einen speziellen Reiseführer über Hongkong zu konzipieren. Worin unterscheidet sich dieser von all den anderen, die auf dem Markt sind?

Grob gesagt, er ist mit mehr Liebe und pesönlichem Engagement verfasst worden und verfügt über eine 38 Seiten lange Filmecke. Dort kann man sich in Filmrezensionen der Autoren vertiefen, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Ich werde zum Ende meiner Rezension darauf abermals zu sprechen kommen.

Die sehr spannenden Reisebeschreibungen, die dem Buch eine angenehm  persönliche Note verleihen, werden durch  eine Vielzahl hübscher Foto von der Stadt  zusätzlich belebt. Es handelt sich hierbei nicht um die touristischen Standardfotos, die man aus anderen Reiseführern kennt, sondern um abgelichtete individuelle Eindrücke, wie etwa die wirklich gut gelungene idyllische Momentaufnahme im Nan-Lian-Garten des Chi Nunnery in Diamond Hill.

Die Autoren nehmen den Leser mit auf  ihre Erkundungstour. Die einzelnen Punkte hier aufzulisten, halte ich allerdings für wenig sinnvoll. Zur Sprache kommen dabei auch kleine Inseln und Dörfer, beispielweise Stanley, ein Fischerdorf, das die Einheimischen einst nicht grundlos "Chuck Chu" ( Räuberdorf ) nannten.
Festhalten  möchte ich allerdings, dass die Autoren es schaffen, das Gesehene stets hervorragend intellektuell aufzuarbeiten. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, darunter auch imposante Tempelanlagen und Museen, werden  gut erklärt, auf Besonderheiten der Architektur wird hingewiesen, auch Hotels werden genannt. Dabei wurde das Peninsula und das Heritage erfreulicher Weise nicht vergessen. Schön, dass die Autoren diese beiden Spitzen-Hotels nicht ausgespart haben, denn durch ihre Erwähnung wird deutlich, dass dieser Reiseführer keinesfalls für Billigtouristen gedacht ist.

Die Idee das Buch mit Filmrezensionen zu Filmen aus Hongong zu beschließen, möchte ich besonders loben.
Für einen Erstreisenden in diese Stadt sind Filme ein guter Einstieg, um die Mentalität  und die Gefühlswelt von Asiaten kennenzulernen. Solche Informationen erleichtern den Umgang mit den Menschen dort ganz gewiss. Der Film "Chan`s Hong Kong" ist meines Erachtens der ideale Einstieg:  Die Autoren schreiben  hier u.a." Jackie erklärt uns einiges über die Kultur ( den "Großen Buddha" streifen wir dabei) , den Glauben und die Geschichte und erklärt, dass Hongkong heutzutage das weltweite Zentrum der Kampfkünste sei, das sich hier aus allen Kampfkünsten die Meister niedergelassen haben. Neben dem hektischen Großstadtleben bietet der Film auch Gelegenheit zur Entspannung auf Cheung Chau Island, wo es keine Autos gibt."

Empfehlenswert.