.

.

Mut der Frauen: Lebensbilder aus der Weltgeschichte von Heinz Fischer

Diese Frauen waren edel, hilfreich und gut!,

Prof. Dr. Heinz Fischer wurde zum Ende der Hitler-Zeit durch den Mut einiger Frauen vor den unerbittlichen Strafmaßnahmen der Nazi-Schergen gerettet, nachdem er eine weiße Fahne gehisst hatte. Diesen Frauen von Hösbach ( ein Ort im Spessart) widmet er das vorliegende Buch , in welchem er die beeindruckenden Lebensgeschichten mutiger Frauen schildert, die durch ihr Handeln anderen das Leben gerettet oder durch ihre Visionen einen hilfreichen Beitrag für die zivilisatorische Entwicklung der Menschen geleistet haben.


Der Autor berichtet u.a. detailliert von Nofretetes " Revolution von oben". Sie und ihr Gatte Echnaton engagierten sich für ein gewaltfreies Zusammenleben in Wahrheit und Gerechtigkeit. Ihre Absicht bestand darin die korrupte Tempelpriesterkaste zu entmachten und anstelle der vielen Götter den Sonnengott "Aton" zu setzen.


Der irischen Freiheitkämpferin und Piratin Gronia gelang es sich bei der hochmütigen englischen Königin Elisabeth I Respekt zu verschaffen. Gronia erhielt nach endlosen Auseinandersetzungen von ihrer Kontrahentin sogar einen Freibeuterbrief als Anerkennung ihrer herausragenden Stellung.


Die schwarze Karibin Nanny rettete das Leben unzähliger entsprungener Sklaven( Maroons). Sie gilt als die Nationalheldin Jamaikas. Ihr Freiheitswille wurde einst von Bob Marley besungen. Fischer schreibt eindringlich über das Elend der Maroons und dokumentiert die Entgleisungen, die Folge blinder , unbarmherziger Raffsucht waren.


Für Freiheitsrechte der Bürger und gegen die Schreckensherrschaft Robespierres setzte sich die Demokratieanhängerin Theroigne de Mericourt ein und wurde für ihr mitmenschliches Engagement von den Anhängerinnen Robespierres fast zu Tode geprügelt.


Nicht unerwähnt bleibt das das mutige Handeln von Caroline Schulz, die während der Zeit des so genannten Vormärz ihren Gatten Wilhelm aus der Festung Babenhausen befreite. Er hatte sich in seinen politischen Schriften gegen Misswirtschaft und Steuerverschwendung der deutschen Fürsten gewandt. Das Ehepaar flüchtete nach Zürich , wo sie gemeinsam mit dem Emigranten Georg Büchner, bis zu dessen Ableben, in einem Haus lebten. Caroline führte in Zürich einen bekannten literarischen Salon. Dort wurden die Ideen des Vormärz diskutiert und vorangetrieben.


Der Autor berichtet auch von der Maharani von Dschansi, die sich gegen die brutalen, britischen Kolonialherren zur Wehr setzte und zur Nationalheldin der indischen Freiheitsbewegung wurde.
Besonders berührt war ich von der Lebensgeschichte der Berlinerin Frieda Kahle, die eine sechsköpfige , jüdische Familie von der Reichskristallnacht an bis zum Ende des NS-Regimes in ihrer Wohnung versteckte und in all diesen Jahren selbstlos ihr Leben riskierte. Sie gehört zu den wenigen wirklich Gerechten in dieser horriblen Zeit.


Auch den mutigen Frauen der Rosenstraße setzt Fischer ein Denkmal und der ebenfalls gerechten Krankenschwester Edith Cavell. In ihrem Krankenhaus im neutralen Belgien nahm sie während des 1. Weltkrieges alle Verwundeten und Hilfesuchenden auf. Die deutsche Militärjustiz machte daraufhin kurzen Prozess mit ihr. Edith Cavall wurde exikutiert.  Während des Lesens musste ich fortwährend an Goethes Gedicht " Das Göttliche" denken, das mit den Zeilen beginnt " Edel sei der Mensch, hülfreich und gut". Die Frauen, die in diesem wunderbaren Buch vorgestellt werden, erfüllen genau diesen Anspruch des großen Dichters.









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen