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Rezension: Indien-DVD Paul Harather

" Indien " ist ein witziger, äußerst skurriler Streifen des Regisseurs Paul Harather, der mich wegen seines rabenschwarzen Humors überaus amüsiert, zeitgleich aber auch ein wenig verschreckt hat.

Die Protagonisten des Films sind die Hotel- und Gaststätten - Inspektoren Heinzi Bösel (Josef Hader) und Kurt Fellner (Alfred Dorfer), zwei Männer, wie sie verschiedener nicht sein können.

Bösel ist ein mundfauler, ignoranter Rüpel, der sich als Road - Cowboy fühlt, Machoallüren besitzt und in seiner spießigen Sentimentalität kaum zu überbieten ist.

Fellner hingegen verkörpert in dem 1993 gedrehten satirischen Machwerk einen etwas überdrehten Yuppie, der sich sprachlich gewählt auszudrücken weiß, gesund lebt und positiv auf Dritte zugeht.

Die beiden sitzen in Bösels Blechkiste (könnte ein alter Ford sein). Sie befinden sich auf Dienstreise und reden aneinander vorbei, hauptsächlich allerdings redet Fellner auf Bösel ein. Für Bösel sind Fellners Überlegungen zu den Dingen des Lebens allerdings böhmische Dörfer. Er lässt ihn schwätzen.

Man muss schon genau hinhören, um zu verstehen, was da gesprochen wird, denn die Schauspieler sprechen Österreichisch und zwar einen Slang , wie ihn der alte Hörbiger einst nuschelte. Ganz reizend.

Fellner mag indische Musik, tanzt ausgeflippt in seiner Yuppiekleidung zu diesen Klängen und entnervt Bösel, der von seinem in die Jahre gekommenen Schäferhund träumt.

Bösel ist Alkoholiker, ein korrupter Beamter, der sich von dem Restaurantbesitzer auf sein Betreiben hin mit Weinflaschen bestechen lässt. Seine Dienstauffassung lässt mehr als zu wünschen übrig.

Als der korrekte Fellner erfährt, dass seine Freundin fremdgeht, nähert er sich dem Road -Cowboy an. Zwischen den beiden beginnt eine Männerfreundschaft, die bald erkennen lässt, dass sich hier zwei sehr sensible, ziemlich verklemmte, äußerst verletzliche Menschen gegenüberstehen....

Als der junge, stets auf seine Gesundheit bedachte Fellner an Hodenkrebs erkrankt, kümmert sich Bösel rührend um ihn. Doch selbst die traurigsten Szenen sind gespickt mit schwarzem Humor. Am Ende drückt Bösel dem toten Fellner in seiner tiefen Trauer freundschaftlich eine Tüte gefrorener Erdbeeren aus seinem Garten in die Hand. Gewissermaßen als Grabbeigabe. Skurril.

Die beiden Hauptdarsteller spielen ihre Rollen exzellent. Die schrägen " Dialoge " sind immerfort komisch.

Empfehlenswert.








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