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Rezension: Zum ewigen Frieden - Kant

Der Krieg ist darin schlimm, daß er mehr böse Leute macht, als er deren wegnimmt." ( Zitat: Kant),
 
Kant macht in seinem philosophischen Entwurf deutlich, dass eine friedliche Weltordung ein " Weltbürgerrecht" voraussetzt. Seine Idee entwickelt der Philosoph in zwei Abschnitten, zwei Zusätzen und einem langen Anhang. Der erste Abschnitt enthält die Präliminartikel zum ewigen Frieden unter Staaten. Hier macht Kant u.a. fest, dass es keinen Friedensschluss mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege geben soll (Artikel 1). Artikel 2 besagt, dass keine Staaten von der Art sind, dass sie von anderen Staaten erworben werden können und in Artikel 3 erfährt man, dass es keine stehenden Heere geben sollte. Nicht vorhanden sein sollten auch keine Staatsschulden (Artikel 4), keine gewalttätige Einmischung in die Regierung eines anderen Staates( Artikel 5) und keine extremen Maßnahmen im Kriegsfalle (Artikel 6).

Im zweiten Abschnitt werden die " Definitivartikel zum ewigen Frieden unter Staaten" formuliert. Im ersten Artikel heisst es "Die bürgerliche Verfassung soll in jedem Staat republikanisch sein." Diese Verfassung basiert auf drei Grundsätzen, dem Grundsatz der Freiheit der Mitglieder einer Gesellschaft als Individuen, dem Grundsatz der Abhängigkeit aller Mitglieder von einer einzigen Gesetzgebung als Untertanen und dem Grundsatz der Gleichheit aller Bürger. Seine zentrale Idee von der Republik besteht darin, dass sie auf der Trennung von Exekutive und Legislative beruht und einer repräsentativen Form bedarf.

Im ersten Zusatz setzt sich Kant mit der Garantie des Friedens auseinander. Diese leitet sich bei ihm , ähnlich wie bei den Stoikern, von der Vorsehung ab. Im zweiten Zusatz verdeutlicht er, dass Staaten, die zum Krieg bewaffnet sind, die Maximen der Philosophen über die Bedingungen, welche einen öffentlichen Frieden ermöglichen, in Erwägung ziehen müssen. Philosophen sollten die Möglichkeit haben sich öffentlich äußern zu dürfen. Im Anhang schließlich untersucht er die Beziehung zwischen Moral und Politik eingehender, desgleichen auch die Frage, in welchem Verhältnis sie zum " transzendentalen Begriffe des öffentlichen Rechts" steht.

Für die moralische Politik ist Publizität eine notwendige Bedingung. Ohne Publizität ist für Kant ein Fortschreiten zu ewigen Frieden nicht möglich.

Ich teile Kants Meinung, dass ewiger Frieden nur dann eine Chance hat, wenn die freie Meinungsäußerung in Staaten gewährleistet ist und aufgrund dessen despotische Machenschaften und Kriegstreibertum im Vorfeld öffentlich thematisiert und unterbunden werden können.

Ein empfehlenswerter Text.






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