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Rezension:Es war einmal - Ein Lebensweg in Liedern (Audio CD)

....,"daß ich mein Ich zu deinem leg",singt Pluhar an einer Stelle ihres selbstgeschriebenen Liedes " Nur im Traum ( oder Die ewige Utopie)".

Immer wieder macht es Freude sich mit Pluhars gesanglichem als auch lyrischem Können zu befassen und stets entdeckt man eine neue Facette.

Erika Pluhar ist eine schöne, sehr begabte Frau, mit großer Ausstrahlung, die sich verstärkt hat, je älter sie wurde. Die Tiefe ihrer Augen ist faszinierend.

Ihre Texte sind ein Ausdruck ihres Empfindes, spiegeln ihre Seele, ganz ähnlich wie ihre Augen es tun.

Ihre Stimme ist weich und dabei hocherotisch, lassen die Lieder aus den 20er und 30er Jahren, die man auf der ersten CD hört, ganz anders erscheinen, als wenn Marlene Dietrich in harter Preußensprache " Ich weiß nicht, wem ich gehöre" oder " Nimm dich in acht vor blonden Frauen" leicht frivol, aber niemals erotisch singt.

Pluhar singt auch Lieder von Heller, Stephan Sulke und Biermann. Das sogenannte wienerische Lied interpretiert sie auf ihre Art, so etwa " Was schön ist" oder auch " Gesellschaftsleben".

Seit 1980 singt Pluhar primär ihre eigenen Texte. Besonders bemerkenswert erscheint mir folgender zu sein:


Liebende

Als Kind hatt`ich Zeichenblätter
darüber fuhr ich beglückt mit einem Stift
und aus der leeren Seite
drang langsam ein Bild
so wird deutlich wahr

wenn wir etwas aus Liebe beschreiben
es löst sich aus dem Nichts
und wird wesentlich
vor Leben

Werden wir Liebende
und glauben wir Liebenden
ihr Wissen und Handeln
belehrt unsre kleinen Seelen
die wie verirrte Vögel
an falschen Bäumen klammern
und ihre Schwingen nicht gebrauchen
bleiben wir Liebende
vertrauen wir Liebenden
die auch wenn sie kämpfen den Hass nicht verstehn

Gut, in Erwartung zu brennen
wie ein helles, befreiendes Feuer
das nur leuchtet
nicht verzehrt
und in dieses Leuchten
vereinen sich Sehnsucht und Freude
zu einer Liebe, die rein ist
und ganz ruhig
vor Erregung

Suchen wir Liebende
denn nur den Liebenden
gelingt es, die Welt
mit Weisheit zu pflügen
und auch wenn wir nicht ernten
die Saat gelebter Liebe
in Welträume zu verströmen
Wir brauchen Liebende
bedürfen der Liebenden
um in unsrem Sterben
unsterblich zu sein.
Wir brauchen Liebende
bedürfen der Liebenden
um in unsrem Sterben
unsterblich zu sein.


Pluhars Lieder sind zwar fast alle sehr empfehlenswert, dennoch: hier wurde eine sehr gute Auswahl getroffen! Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.
An den Händen halten sich nicht viele/mit den Fäusten schlägt man gerne zu/Zwischenräume gelten nicht als Ziele/ Träume sind für uns tabu.

Das ist Erika Pluhar, eine bewundernswerte Frau!

Empfehlenswert!

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