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Rezension:Menander und Glycerion: Ein Liebesroman in Briefen von Christoph Martin Wieland

"Unbeständigkeit und Untreue ist etwas , worauf du rechnen musst, sobald du der Liebe eines Mannes Gehör gibst. " (Wieland)

Meine Neugierde hinsichtlich dieses Romanes wurde durch einen Hinweis auf der Rückseite des Buchdeckels geweckt. Dort liest man folgende Zeilen: - Mit diesem Liebesroman in Briefen ist " eine der schönsten Liebesgeschichten in deutscher Sprache " ( Jan Philipp Reemtsma )" wiederzuentdecken.-

Der Verfasser des Romans C.M Wieland ( 1733- 1813) war Dichter des Rokokos und der deutschen Aufklärung, einer der vier " Vorklassiker , Professor für Philosophie in Erfurt und Prinzenerzieher in Weimar. Er begründete den deutschen Bldungsroman.

Reemtsma berichtet im Nachwort vom intellektuellen Schaffen dieses Dichters.





Die Romanhandlung spielt in der Antike. Der griechische Dichter und Frauenliebling Menander verliebt sich in das Bildnis der hübschen Glycera, einer jungen Kränzehändlerin, die allem Schönen, nicht zuletzt auch der Dichtung Menanders sehr zugetan ist.

Als der Dichter das Mädchen persönlich kennen lernt, verlieben sich die beiden sofort ineinander und werden ein Paar, wie man dem Briefwechsel, den die beiden mit Freunden und auch miteinander führen, entnehmen kann.

Obgleich Menander völlig angetan ist von der Schönheit, der Seele und dem Geist der attraktiven Glycera ist er ihr untreu ,weil er den Reizen anderer Frauen letztlich nicht widerstehen kann, auch wenn diese ihm weniger zu bieten haben als seine Idealfrau. Gleichwohl reagiert er voller Eifersucht, wenn andere Männer sich der Kränzehändlerin nähern. Die kluge Glycera weiß: " Die Freundschaft allein kann beständig sein. Die Liebe ist es nie, denn sie ist bloße Täuschung ." ".......Unbeständigkeit und Untreue ist etwas , worauf du rechnen musst, sobald du der Liebe eines Mannes Gehör gibst". "...alles , was in der Liebe über den Genuss der Sinne hinausgeht" ist " eitel Zauberwerk und Selbsttäuschung."

Glycera ist Menander trotz seiner amorösen Unbeständigkeiten ein gute Freundin , zeigt Verständnis, lässt ihn gewähren, intellektualisiert ihre Beziehung, verliebt sich in der Folge aber in Hermotimus .

Als Menander davon erfährt wünscht er sich diese " zur Beharrlichkeit im Lieben ausdrücklich zugeschnittene " Person zu sein, um auf jene Weise von der von ihm idealisierten Glycera erneut tief geliebt zu werden. Menander ahnt , dass er mit seinen eigenen Verhaltensmustern die Liebe einer Glycera nicht abermals gewinnen kann, weil er letztlich ihre zarten Empfindungen nicht wirklich zu schätzen und zu erwidern in der Lage ist.....

Bedingungslose Liebe bedarf der bindungungslosen Gegenliebe um hell zu erglühen. Diese Botschaft vermittelt Wieland in seinem Liebesroman.

Bemerkenswert in diesem Buch sind die Betrachtungen über Liebe und Täuschung aber auch Freundschaft und deren Grenzen.

Empfehlenswert!











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