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Rezension: Alan Blaustein, Alhambra, Granada,

Weine nicht Boabdil, es war klug, dass Du nicht kämpfen wolltest wie ein Mann., 

Man benötigt schon ein wenig Fantasie, um beim Anblick dieses Posters die Alhambra zu erkennen. Granada liegt diesem prachtvollen Gebäude, dessen Bild in unserem Kopf entsteht, wenn wir seinen Namen hören, zu Füßen. Die Sierra Nevada ist die himmlische Kulisse. Dreiundzwanzig Sultane des Nasridengeschlechts haben an dieser ebenso trutzigen wie eleganten Burg gebaut, die schon bei der Grundsteinlegung für die zu Ende gehende Epoche der Maurenherrschaft stand. Die christlichen Eroberer überbauten das "orientalische Ensemble", das sein Gesicht im 14. Jahrhundert erhalten hat, mit einem wuchtigen Renaissancepalast.
Was geschieht, wenn man eine der beiden auf dem Poster abgebildeten Türen öffnet? Sieht man dann die zierlichen, lichtumfluteten Säulen, die das Gewölbe rund um den Pavillon des Löwenhofs tragen?
Wenn Boabdil einst durch eine dieser Türen den Palast für immer verlassen hat, müsste diese eigentlich zugemauert sein. Angeblich soll nämlich die Pforte, durch die der letzte Maurenkönig die Alhambra verließ, auf seinen Wunsch auf diese Weise für immer verschlossen worden sein.

Boabdil war kein Feigling, wie viele behaupten. Meines Erachtens nahm er die Demütigung einer kampflosen Übergabe auf sich, um Blutvergießen und die Zerstörung des Erbes seiner Väter zu vermeiden.

Während Boabdil möglicherweise durch die linke Tür den Palast verließ, schritten die spanischen Könige Ferdinand und Isabella voller Stolz durch die rechte Pforte in den neu eroberten Besitz. Die Rosen an der Hauswand sollen übrigens in diesem Moment verwelkt sein. Sie weinten um den untröstlichen Boabdil......







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