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Rezension: Albrecht Dürer, Pfeifer und Trommler, 43 x 71 - Aluminium Basic M: Silber matt

" Der Mann , der nicht Musik hat in sich selbst, den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, taugt zuerrat, zur Räuberei und zu Tücken." ( Shakespeare)
Dies ist mein Lieblingsbild von Dürer. Vor dreißig Jahren habe ich es das erste Mal im Original bewundert. Seither bestaune ich es mir immer wieder von Neuem, wenn ich in Köln bin.

Endlich liegt das Bild als wirklich gelungene Kunstreproduktion im geschmackvoll gewählten Rahmen vor.
Bei der halbrund beschnittenen Bildtafel handelt es sich um die rechte Flügelaußenseite eines Werkes, dessen Mittelteil verloren ist.

Die linke Flügelseite, sie befindet sich im Original im Städel in Frankfurt, zeigt den in melancholischer Haltung nackt dasitzenden Hiob. Dieser wird von seiner Frau mit Wasser übergossen.

Ihr rotes Gewand setzt sich in der dargestellten rechten Flügelseite, das im Original im Wallraf-Richartz-Museum in Köln besichtigt werden kann, fort.

Der landschaftliche Hintergrund mit den Szenen der Hiobsgeschichte erstreckt sich über beide Tafeln.

Auf dem vorliegenden Bild wird der Raub der Kamelherde Hiobs durch die Chaldäer gezeigt.

1807 wurden die Flügelinnenseiten abgespalten. Auf diesen sind vor goldenem Grund der Heilige Joseph und Joachim aber auch die Heiligen Simeon und Lazarus dargestellt.

Die vormals bei geschlossenen Flügeln zu sehende Szene wird von der Fachliteratur unterschiedlich interpretiert: als Verhöhnung Hiobs durch seine Frau, Schalmeienspieler und Trommler oder als Verspottung durch die Frau und Tröstung durch die Musik.

Eine neuere Interpretation besagt, dass die Geste auch therapeutisch gedeutet werden kann.

Demgemäß stehen bei dieser Darstellung Erfrischung, Labung und Linderung von körperlichem sowie seelischen Schmerz im Vordergrund.

Dieser jüngsten Bilddeutung schließe ich mich an.

Musik gilt seit der Antike als Heilmittel für Melancholie, daran hat sich bis heute wenig geändert.

Die Farben auf dem Bild sind einzigartig und wirken ganz ungemein positiv auf das Gemüt.





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