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Rezension: Im Aufwind

Dieses Buch mit Ablichtungen von Aquarellen von Andreas Felger und Gedichten von Paul Celan, Robert Gernhard, Netsilik-Leute, Reiner Kunze, Ulla Hahn, Robert Walser, Wolf Biermann, Eva Schrittmacher, Elisabeth Borchers, Rainer Malkowski, Jochen Klepper, Ossip Mandelstam, Nelly Sachs, Sarah Kirsch, Uwe Kolbe, Marie Luise Kaschnitz, Erich Fried, Miguel Hernández, Hilde Domin und anderen mehr thematisiert durch Wort und Bild das Phänomen Hoffnung.

Der  1935 geborene Maler Andreas Felger studierte einst an der Kunstakademie in München. In seinem breit gefächerten künstlerischen Werk begegnen sich Natur, Musik, Zeitgeschichte und biblische Offenbarung. Ich schätze seine Bilder wegen der mediterrane Farben und der gekonnten Abstraktionen, die einen Rest Gegenständlichkeit nicht selten bewahren. Es sind ganz wunderbare farbliche Umsetzungen von Ideen und Begriffen, im vorliegenden Fall der Hoffnung. Nicht grundlos beinhalten viele der gezeigten Aquarelle Grüntöne. Diese Farbe assoziiert man bekanntermaßen mit der Natur, dem Frühling , dem Erwachen, der Erneuerung, der Hoffnung.

Felger malt den Regenbogen und die Sonne, Wiesengrün  unterhalb von Himmelsblau, er malt Kirschblüten, und glühendes Rot, weiße Segel auf einem Optimistenmeer und immer wieder Farbkompositionen, die mich an die Provence denken lassen. Im Vorwort von Oliver Kohler erfährt man , dass die Risse im Malgrund mancher Aquarelle nicht als geöffneter Abgrund zu deuten sind, sondern stattdessen als Urgrund.

"Hoffnung  schreibt Geschichten um"  unterstreicht Kohler, der den Leser daran erinnert, dass sich für einen optimistischen, d.h. nicht resignierenden Menschen ein programmiertes Ende in einen überraschenden Anfang zu  verwandeln vermag.

Es hat mich erstaunt, wieviele Lyriker sich mit dem Phänomen Hoffnung in ihren Gedichten auseinandergesetzt haben.

Hoffnung

Oh nein, o nein,
ich hab` mein Leben
nicht im Griff,
überhaupt nicht.
Eher umgekehrt.
Es hat Mich.

Es:
das Leben jetzt,
das Sterben einst,
doch Du darin, hoff`ich,
Du

(Kurt Martin)

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