Rezension:John Scarman's Alte Rosen: 170 Landhausrosen: Auswahl - Begleitpflanzen - Kultur & Schnitt (Gebundene Ausgabe)

Belle Amour

In der Normandie wurde die " Belle Amour " einst entdeckt. Dort wuchs sie an der Mauer eines Klosters. Die Blüten sind lachsrot mit gelben Staubgefäßen. Der Duft erinnert an Myrrhe. Sie ist wunderschön und sie trägt im Herbst sogar Hagebutten. Ein Grund mehr also sie in den eigenen Garten zu pflanzen.

Rose, Wunder aller Blumen, die blühen

Jedes Blatt ein Zeuge der Liebe im Frühling

Selbst die himmlischen Mächte erfreuen sich ihrer

Sie ist die junge Leidenschaft der Aphrodite,

Sie ist der Liebling der Cythere,

die Schläfe mit Blumenblättern umkränzt

und mit ihrem süßen Parfum

macht sie ihre Herren trunken
Das schrieb Anakreon ( 580- 495 v. Chr.). Er war ein griechischer Lyriker.

Ich erlaube dieses Gedicht meiner Rezension über " Alte Rosen" voranzustellen, weil es dokumentiert, wie lange man diese Königin der Blumen bereits besingt. Die Rose ist mehr als eine Blume, sie ist seit Jahrhunderten das Symbol für die Liebe.

John Scarman, der Autor des vorliegenden Buches ist ein Kenner so genannter " Alter Rosen ". Er arbeitete u. a. mit David Austin, dem legendären englischen Rosenzüchter und lernte dort historische Arten und Sorten kennen. Scarmann zeigt dem Leser jeweils die richtige Rose für den entsprechenden Garten.

Dabei beginnt er mit Rosen für kleine Gärten und hält fest, dass dort Rosen einen Platz verdienen, die über einen längeren Zeitraum blühen und die schließlich im Herbst noch Hagebutten tragen.

Kleine Blüten eignen sich hier am besten, weil sie die Blütenfülle im Garten größer erscheinen lassen. Scarmann stellt wundervolle Rosen für diesen Zweck näher vor und Fotos sorgen jeweils für einen visuellen Eindruck.

Der Autor verfährt auf diese Weise auch bei der Beschreibung von Rosen für den schattigen und naturnahen Garten. Er stellt Rosen für Höhenlagen, solche mit besonderem Duft, solche für Töpfe und Kübel, für Spaliere und Gitter, Bögen und Pavillions, für Girlanden, Obelisken und Säulen, für Bäume und Kaskaden vor.

Die Namen der Rosen sind voller Poesie, wie etwa " Comte de Chambord ", " Flocon de Neige", " Ghislaine de Feligonde ", " Rosa x richardii" etc., etc.

Zu jeder einzelnen, der unzähligen Rosen erfährt man historisch Wissenswertes und es wird ihre individuelle Schönheit beschrieben.

" Rosa x richardii " wurde beispielsweise schon in Kränzen auf ägyptischen Grabmälern gefunden. Von Ägypten gelangte die " Heilige Rose " nach Abessinien. Die Kopten brachten sie dorthin. Der Botaniker Richard wurde dort im 19. Jahrhundert auf sie aufmerksam und führte sie in Europa ein.

Im Anschluss daran erklärt der Autor , welche Möglichkeiten Pflanzenkombinationen bieten. So passen die gelblich weißen Blüten des Fingerhuts farblich genau zu den Blüten von "Goldfinch". Schön auch sind gemixte Beete mit Hochstammrosen. Blattschmuckpflanzen sorgen dafür, dass die Blüten der Hochstammrosen besonders zur Geltung kommen.

Man liest über Pflanzen mit besonderem Duft, die gemeinsam mit duftenden Rosen , die Sinne betören. Auch Kräuter , einjährige Sommerblumen und bedingt winterharte Stauden und Kletterpflanzen , die mit " Alten Rosen " harmonieren , werden thematisiert und es werden schlechte Begleiter benannt, die man nicht in die Nähe der Rosen bringen sollte, weil sie Nährstoffe, Wasser und Licht rauben.

Interessant sind die Betrachtungen zur Farbauswahl. Welche Farben harmonieren? Welche Wirkung wird erzielt? Scarman listet Pflanzen von der Farbe her auf und erklärt wie man ein " Mixed Border " gestaltet. Solche " Mixed Border" sind eine wohldurchdachte Bepflanzung mit Sommerblumen, Stauden, Rosen und anderen Sträuchern.

Der Autor erstellt Pflanzpläne, listet Pflanzen auf, um schließlich seine persönliche Rosenauswahl zu beschreiben. Wie züchtet man Rosen? Was versteht man unter dem Begriff Rosenklassen?

Scarmann benennt die wichtigsten Klassen der " Alten Rosen" und beschreibt sie kurz. Es geht dabei um öfterblühende Strauchrosen, einmalblühende Strauchrosen, öfterblühende Rambler, einmalblühende Rambler, Babier-Rambler und öfterblühende Kletterrosen.

Kultur und Pflege der Rosen werden thematisiert, so auch der Schnitt von Rosen auf Bäumen, an Bögen, Pavillions und Lauben etc. Auch wird man über hinreichenden Winterschutz aufgeklärt, über Maßnahmen für den Boden und über Schädlinge und Krankheiten und man lernt Rosenblütengelee, Hagebuttengelee und Hagebuttensenf zuzubereiten. Die Rezepte klingen vielversprechend.

Meine Mutter, eine große Rosenliebhaberin, hat mich schon früh an Rosen herangeführt und in mir die gleiche Liebe geweckt. Derzeit interessieren mich besonders Rosen in Bäumen, speziell " Laure Davoust", deren gefüllte hellrosa Blüten mit dunklerer Mitte, demnächst einer alten Blutpflaume neuen Glanz geben. Ich kann es kaum abwarten!

Ein wundervolles Buch! Ein Geschenk für Menschen die Freude am Schönen haben.




Habe gute Erfahrungen damit gemacht beim Rosenschneiden:



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