.

.

Rezension: Der Mann, der alles isst. Aufzeichnungen eines Gourmets (Broschiert)

Er weiß , wovon er spricht.

Der spitzzüngige Jurist und Food-Kritiker Jeffrey Steingarten kennt sich aus in der Welt kulinarischer Genüsse. Er hat seinen Gaumen mit unendlich vielen Geschmacksnuancen konfrontiert und ihn auf diese Weise bewusst sensiblisiert, um dem wirklich geschmacklichen allerletzten Kick auf die Spur zu kommen. Der Rationalist Steingarten hat sämtliche Vorurteile und jeglichen Ekel vor bestimmten Lebensmitteln überwunden und sich mutig an alles Essbare herangewagt, um auf diese Weise kenntnisreich, das was Menschen allerorten speisen, beurteilen zu können. Seine kulinarischen Erkundungsreisen führen ihn dabei durch die ganze Welt . Überall erschnüffelt er die Ursprünglichkeiten von Speisen und macht sich schlau, wo bestimmte Gerichte meisterlich gekocht werden. Dabei erzählt er ohne Unterlass, sturzbachartig, niemals enervierend, sondern stets unglaublich amüsant und kurzweilig.

Er fahndet im Elsaß nach dem wahren Choucroute, berichtet von seinen Trüffelerlebnissen im Piemont, erklärt, weshalb so genanntes Kobe-Beef, das beste Rindfleisch der Welt ist. Diese Rinder nämlich werden zu ihren Lebzeiten mit Massagen und Akupunktur verhätschelt und er erstellt schließlich ein Glossar der venezianischen Meeresfrüchte. Steingarten ist ein passionierter Koch, der von seinen Reisen zurückgekehrt , am heimischen Herd alles ausprobiert und im vorliegenden Buch mit einer von ihm tatsächlich gecheckten , überbordenden Rezeptfülle aufwartet. Er verrät das Geheimnis der original valencianischen Paella, und läßt sich im Rahmen einer Tunesien-Exkursion zu Masfouf, einem feinkörnigen Couscous in epischer Breite aus. Man erfährt mehr über die Einsatzmöglichkeiten von Harissa und in der Folge Einschlägiges über das Kochtalent der Berber. Steingarten studiert und analysiert alles Essbare.

Woher stammt die Mutter aller Eiscremes: die Granita? Der Autor ortet die Herkunft auf Sizilien und berichtet , in Palermo angereist, von der hochinteressanten Geschichte des Speiseeises. Es folgen Rezepte auf Rezepte.

Er hinterfragt ferner den Begriff "Coq au vin" und weiß alsbald auch dazu mancherlei zu berichten, wie auch ferner zum besten Tunfisch, den mexikanischen Tortillas, den feinsten Croissants, dem leckersten Baguettes, u.s.w. Er vergisst nicht über Fleur de Sel zu sprechen, denn er weiß, dass ohne dieses Edelprodukt des Meeres in der guten Küche nichts wirklich gelingt.

Steingarten ist ein kluger Junge, der niemals belehrend, aber stets aufklärend seinen Lesern neue Welten kulinarischer Finessen eröffnet.

Sehr zu empfehlen.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen