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Rezension: Edition Suhrkamp, Nr.12, Tractatus logico-philosophicus (Taschenbuch)

"Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen" (Zitat: L. Wittgenstein)
Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) konfrontiert den Leser in diesem Werk mit sieben Hauptlehrsätzen. Alle bis auf den letzten werden von einer um sie herum gruppierten Zahl von ergänzenden Behauptungen supplementiert.

Die zentrale philosophische Position stellt eine Variante des logischen Atomismus dar, das heißt der Annahme, dass die Welt und insofern auch die Sprache auf diese Weise durchanalysiert werden kann, dass man schließlich am Ende beim Grundstein der "Tatsachen" angelangt, welche nicht weiter analysiert werden können und insofern Elementarsätze verkörpern.

"Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen", nicht der Dinge. Dies wurde von dem Philosophen mit seiner Bildtheorie verknüpft. Nach dieser ist Sprache Weltbeschreibung, in der sinnvolle Sätze die Realität abbilden und zwar auf diese Weise, dass sie Tatsächliche oder mögliche Tatsachen artikulieren. Aussagen, die nicht auf wahre Elementarsätze zurückzuführt werden können, sind für ihn sinnlos.

Das Traktat ist in einem solch konzentrierten Stil verfasst, dass es wirklich schwer lesbar ist, zumal einzelne Partien auch noch die Kenntnis gewisser Überlegungen und Theorien Russels voraussetzen. Wittgenstein bemerkt nicht grundlos in seinem Vorwort, dass sein Buch wohl nur von denen begriffen werden können, denen ähnliche Gedanken wie die darin niedergelegten schon vertraut sind.

Der Text besteht aus einzelnen aphorismusartigen Thesen, die mit Dezimalzahlen numeriert sind. Die Zahlen bezeichnen gleichzeitig das logische Gewicht der Sätze, in der Art, dass sie beispielsweise Satz 1.1. eine Bemerkung zu Satz 1 darstellt etc.

Das Traktat endet mit dem lapidaren Satz: " Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen".
Sollte man Wittgensteins Meinung teilen, dass die Grenzen der Sprache die Grenzen der Welt sind?
























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