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Rezension: Maria Stuart- Stefan Zweig

 Stefan Zweigs Roman "Maria Stuart" beschreibt sehr subtil den Charakter und das Leben der einstigen Königin von Frankreich und von Schottland. Am 13.8.1548 legte eine französische Flotille in Roscoff an. Sie bringt die kleine schottische Königin. Ihre Mutter, die Regentin Maria von Lothringen, ist in Edinburgh geblieben, um Schottland gegen die einfallenden Engländer zu verteidigen. Maria ist groß und stark für ihr Alter. Sie bezaubert den Hof und ihre Familie mütterlicherseits, insbesondere ihre Großmutter, die alte Herzogin von Guise.

Der Kronprinz, der künftige Franz II., ist von seiner Verlobten begeistert." Sie macht alle, die sie sehen glücklich", stellt die Gouvernante Maria fest.

Am 24. April 1558 ist die Hochzeit in Notre-Dame. Paris wird, wie Zweig schreibt, an diesem Tag "die Feststadt der Welt". Aber welch zerbrechliches Glück! Der Tod rafft der Reihe nach hin: Heinrich II. , Maria von Lothringen, Franz II.

Am 15. Dezember 1516, an der Schwelle ihres achtzehnten Lebensjahres, ist Maria Stuart Witwe." Adieu Frankreich! Ich gedenke Dich niemals wiederzusehen..." seufzte sie, als sie am 16. August 1561 in Calais an Bord ging. Das finstere Schottland ist durch den von John Knox angestachelten Religionskrieg zerrüttet.

In dem noch finsteren Holyrood erwartet sie ihr Bastard-Bruder, James Stuart, der künftige Graf von Moray, ein bösartiger Protestant und Verbündeter Englands, der um jeden Preis den Thron möchte, ein durch seine Intelligenz, sein politisches Gefühl und seine Falschheit furchterregender Gegner. Vermag der Gemahl, den die König wählt, ihr in diesem unerbitterlichen Kampf eine Hilfe sein?

Am 29. Juli heiratet sie Henry Darnley, ihren Cousin, einen großen, jungen Mann mit leerem, eingebildeten Kopf, wie Zweig verdeutlicht, der sich bald verhasst machen wird.Am 9. März 1566 lässt er Riccio ermorden, den Sekretär der Königin und den einzigen Politiker , auf den sie rechnen konnte. Als es in Edinburgh einen Aufstand gibt, flüchtet die schwangere Maria aus dem Schloss, wo sie einen Sohn zur Welt bringt.


Im Dunkeln stiftet Moray , mehr als je entschlossen die Macht zu ergreifen, eine heimtückische Verschwörung an: er will Darnley von Bothwell, einen Abenteurer großen Stils umbringen lassen- das geschieht am 9. Februar 1567 in Kirk O`Field. - und um die Königin für immer herabzusetzen und zu schänden, will er sie zwingen den Mörder zu heiraten. Dazu kommt es am 15.Mai 1567 in Dunbar, nachdem Bothwell sie entführte und mit Gewalt zur Heirat zwang. Das entfesselte Meuterei. Am 15. Juni wird die königliche Armee bei Carberry Hill besiegt.


Bothwell flüchtet unbehelligt. Maria wird im Schloss von Lochheven gefangen gehalten, wo die "lairds" ihre Abdankung erzwingen. Moray, der Schottland verlassen hatte, um für ein entsprechendes Alibi zu sorgen, tritt nun in Erscheinung, lässt sich zum Regenten ernennen und besitzt die Unverschämtheit, auf Schloss Lochheven vorzusprechen, wo die Königin ihn entlarvt. Am 2. Mai 1568 flüchtet sie, allerdings werden ihre Truppen bei Longside geschlagen.

Sie flüchtet nach Süden. Trotz der Beschwörungen ihrer Treuen und ohne die Antwort Elisabeths abzuwarten, schifft sie sich am 16.Mai nach England ein. Neunzehn Jahre lang wird sie nun von Gefängnis zu Gefängnis geschleppt. Elisabeth wird stets ablehnen sie zu empfangen. Maria muss die Schuld am Mord Darnleys von sich abwälzen. Wenn sie die Abdankung von Lochheven anerkannt hätte, so hätten, das macht Zweig unmissverständlich klar, die Komödien von York und Westminster nicht stattgefunden. Zum ersten Mal erscheinen in diesen Konferenzen durch Morey die berühmten Briefe Marias an Bothwell. Diese Briefe , zum Teil schottisch, zum Teil französisch geschrieben und aufgrund einer englischen Übersetzung beurteilt, werden der Königin von Schottland, niemals gezeigt werden.

Moray und seine Urkundenfälscher werden die Originale sowie die Kopien vernichten.

Maria Stuart wird im Gefängnis bleiben. Sie verbringt ihr Leben in der Hoffnung, dass eine spanische oder französische Expedition sie befreie. Die Liebe des Herzogs von Norfolk hätte dieses Wunder beinahe vollbracht, aber er wird am 2.Juli 1572 hingerichtet. Die Katholikenverfolgung verstärkte sich. Die Minister Elisabeths William Cecil und Francis Walsingsham befinden, das Maria Stuart, so lange sie am Leben ist, eine dauernde Gefahr für England bedeute.

Sie muss verschwinden. Man fälscht ihre Korrespondenz, um ihre Rolle in der Verschwörung gegen Elisabeth und insbesondere gegen Barbington zu übertreiben.

Der Prozess gegen Maria Stuart findet am 14. und 15. Oktober 1586 in Fotheringhay statt. Dank des Tagebuchs ihres Arztes, des Dr. Bourgoing , konnte Zweig ihre außergewöhnliche Selbstbeherrschung, ihre Ruhe ,ihren klaren Verstand aber auch ihren Mut beschreiben in diesen Monaten des Wartens auf das Todesurteil und ihre königliche Ungetrübtheit an dem verhängnisvollen 8.Februar 1587.

Schuldig oder nicht schuldig?

Ein sehr packend geschriebenes Buch über Maria Stuart, das sich auf beeindruckende Weise mit der Psyche dieser Königin auseinandersetzt

Gefallen hat mir u.a., dass Zweig Sonette Marias zitiert.
















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