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Rezension: Oskar Kokoschka: Exil und neue Heimat 1934-1980 (Gebundene Ausgabe)

Das Leben ist Zeichnen ohne die Korrekturmöglichkeiten des Radiergummis." (Oskar Kokoschka),
Das vorliegende Kunstbuch befasst sich mit dem Spätwerk des österreichischen Malers, Grafikers, Illustratoren und Schriftstellers Oskar Kokoschka (1886-1980).

Anhand von Texten von Artur Rosenauer, Werner Hofmann, Edwin Lachnit, Katharina Erling und Gunhild Bauer wird zunächst das Spätwerk des Künstlers neu bewertet und anschließend visuell präsentiert.

Nie verlassen hat Kokoschka das Gegenständliche und sein Hauptthema, den Menschen. Er bewahrte in einem wesentlichen Bereich seiner Bilder trotz turbulenten Zeiten einen tiefen Humanismus.

Kokoschka hatte einst in Wien studiert. Dort trat er mit Bildnissen und Illustrationen zum Teil zu eigenen Dichtungen hervor. Von 1919-1923 war er Professor an der Kunstakademie in Dresden. Nach zahlreichen Reisen lebte er ab 1933 in Wien, übersiedelte 1934 nach Prag, emigrierte 1938 nach London und lebte ab 1953 am Genfer See. Den umfangreichen biografischen Daten Oskar Kokoschkas von Gunhild Bauer zu Ende des Buches lassen sich Einzelheiten entnehmen. Die Werke des Künstlers wurden 1937 als " entartet " aus der öffentlichen Sammlung in Deutschland entfernt, bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass dieser Maler zu dem bedeutendsten Künstlern des deutschen Expressionismus zählte. In seiner von leidenschaftlicher Unruhe bewegten Kunst wirkt der österreichische Barock fort.

Kokoschka schuf Portraits; Landschafts- und Stadtbilder von suggestiv gesteigertem Ausdruck.

Dem Katalog enthält Kunstwerke aus der Zeit zwischen 1934- 1980, untergliedert in 1934-1938 Prag; 1938-1953 England; 1953-1970 Villeneuve; 1970-1980 Villenneuve- " Morgen und Abend ".

In Prag und London beschäftigte sich Kokoschka vor allem mit Allegorien, aber auch mit politischen Satiren, Portraits und Städtebilder ( " Florenz, Ausblick vom Maelli-Turm ", 1948, S. 149; " Rom, Kolosseum ", 1949, S. 151; etc.) In England hatte Kokoschka während des Krieges viele Aquarelle, Landschaften (Seite 91 ff) sowie Baum- und Blumenstudien (S. 108 ff) gemalt. Beeindruckende Akt-Skizzen (S.171 ff) stammen aus dem Jahr 1953. Das monumentale Bild " Amor und Psyche ", 1950-1955( S. 193) greift die Darstellung in Apuleius Metamorphosen auf. Amor und Psyche wenden sich einander zu. Ein wunderbares Werk.

Die Gemälde aus den letzten Jahren seines Lebens zeigen u.a. das Vergängliche. Kokoschka sagt: " Wenn ein Künstler fähig ist , der Wahrheit so ins Gesichts zu sehen, dass er das Vergängliche begreifen und trotzdem ihm Form geben kann(...), dann hat er mehr getan, als jedes Wort tun kann." ( Das schriftliche Werk, Bd. III, S.111).

Im Buch sind 320 Abbildungen, davon 280 farbig enthalten.






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