Rezension:Vicky Cristina Barcelona DVD ~ Scarlett Johansson

Ein hinreissend erotischer Don Juan des 21. Jahrhunderts.,

Das Drehbuch dieses wirklich gelungenen Films voller emotionaler Verwicklungen stammt unverkennbar von Woody Allen. Er auch hat Regie geführt.

Vicky ( Rebecca Hall) und Christina ( Scarlett Johansson), zwei eng befreundete amerikanische Studentinnen, halten sich im Sommer in Barcelona auf.

Während die zielstrebige, zunächst sehr nüchtern erscheinende Vicky dort an der Uni mit ihrer Magisterarbeit beschäftigt ist, versucht Christina die zauberhafte Atmosphäre des Ortes fotografisch festzuhalten.

Christina hat noch nicht zu sich selbst gefunden. Sie ist eine etwas chaotische, dabei blitzgescheite Romantikerin, die ein freiheitliches Leben führen möchte und den amerikanischen Puritanismus völlig ablehnt.

Die schöne Blondine fühlt sich von der Kunstszene stark angezogen.

In der Liebe möchte sich Christina nicht festlegen. Stattdessen möchte sie sexuell experimentieren. All dies kommt für Vicky nicht in Frage. Sie ist die Verlobte eines New Yorker Finanzmenschen und hat ihr Leben gewissermaßen schon 50 Jahre vorausgeplant. Überraschungen soll es für sie nicht bereithalten.

Woody Allen schafft es durch geschickte Kameraführung und durch exzellente spanische Gitarrenmusik den Betrachter ins Geschehen mit einzubeziehen und das spanische Lebensgefühl der Boheme subtil zu übermitteln, das sich im Verhaltensmuster Juan Antonios (Javier Bardem) und dessen Ex-Frau Maria Elena ( Penelope Cruz) dokumentiert: Erotik und Temperament , aber auch Melancholie pur.

Die beiden Amerikanerinnen lernen auf einer Vernissage den Maler Juan Antonio kennen, der sie auf ein Wochenende nach Oviedo einlädt. Er möchte ihnen dort alles , was schön ist, zeigen und mit beiden - das macht er unmissverständlich klar - auch beischlafen. Seinen Wunsch begründet er sachlich damit, dass ihm beide Frauen gefallen.

Dass die prüde Vicky diesem Antrag nicht ohne Protest entsprechen wird, ahnt man natürlich. Christina ist sofort Feuer und Flamme, denn Juan Antonio ist ein betont attraktiver Don Juan, der Inbegriff eines spanischen Mannes. Christina ist frei und neugierig genug sich dieses verlockende Abenteuer nicht entgehen zu lassen...
Ich möchte die Filmhandlung an dieser Stelle nicht fortführen, um die Spannung nicht zu nehmen, nur ganz kurz auf Maria Elena( Penelope Cruz) hinweisen, die mich ein wenig an " Carmen " erinnert hat und die in der Folge eine nicht unwesentliche Rolle einnimmt. Eine tempramentvolle Frau, ganz das Gegenteil von Vicky, einem stillen Wasser..

Alle Frauen in Woody Allens Film sind enorm liebenswert. Die Tatsache, dass sie sich sexuell einen Mann teilen, führt nicht zu Zickenkriegen , sondern bloß zu vorübergehenden Eifersuchtsszenen Maria Elenas. An deren Aufgeregtheiten wird die Absurdität von Eifersucht verdeutlicht.

Juan Antonio dominiert übrigens seine Bettgenossinnen nicht, sondern geht zartfühlend auf alle Frauen ein. Er ist ein Mann, der die Frauen liebt. Das merken die Frauen und haben ihn deshalb gerne um sich.

Javier Bardem ist wie geschaffen für diese Rolle.

Der Streifen ist nicht nur für Besitzer eines Harems sehr lehrreich.:-))
Ein toller Film mit intellektuell erbaulichen Dialogen.









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