Rezension: Meine Jacobsleiter: Stufenweise in den kulinarischen Himmel mit dem Küchenchef des Hotel Louis C. Jacob


Kochbücher von hoch dekorierten Spitzenköchen zu lesen und zu sammeln, bereitet mir viel Freude. Martin Lagoda stellt in diesem reich bebilderten Buch Thomas Martin, den Chef de Cuisine des Jacobs Restaurants im Hamburger Hotel Louis C. Jakob vor, der 2002 zum Koch des Jahres gekürt wurde. Lagoda berichtet in der Einführung von dem feinen kleinen Hotel. Dort übrigens hat Robert Redford vor geraumer Zeit seine Hochzeit gefeiert.

Man liest eingangs von der Vita des zurückhaltenden Kochs, dessen Lehrmeister Lothar Eiermann, Eckart Witzigmann und Dieter L. Kaufmann gewesen sind und von dem Konzept dieses bemerkenswerten Kochbuches. Die Hauptprodukte in den einzelnen Kapiteln werden immer in drei Rezepten zubereitet: einfach, gehoben und auf Sterneniveau.

Bei den besagten Zutaten handelt es sich um: Apfel, Artischocke, Vierländer Ente, Kanadischer Hummer, Kabeljau, Kürbis, Lachs, Lammkeule, Loup de Mer, Möhren, Poularde, Pulpo, Quark, Rehrücken, Rinderschulter, Rote Bete, Bretonische Sardine, Schokolade, Weißer Spargel und Weißkohl.

Die Rezepte erklärt Thomas Martin bestens. Die Zutaten sind sehr ausgesucht. Der Koch arbeitet mit feinen Aromen. Er nennt stets die Zubereitungszeit und die Anzahl der Personen, für die das jeweilige Rezept angedacht ist.

Immer wieder wartet Thomas Martin mit Tipps, Infos und zusätzlichen Weintipps auf, die man aufmerksam lesen und in die Praxis umzusetzen sollte.

Wer die Gerichte nachkochen möchte, sollte nicht gleich in der 3. Stufe einsteigen, sondern sich allmählich vorarbeiten, d.h. sollte sich zunächst mittels Stufe 1 und 2 in den Stil des Kochs hineinfinden. Stufe 3 bedingt eine Fülle von Zutaten, die sorgsam aufeinander abgestimmt werden müssen.


Sehr gut gefällt mir das Rezept für "Coq au Vin" (Stufe2) aber auch die " Lackierte Poulardenbrust mit Gewürzsauce und Dattelpüree" (Stufe 3). Beide Gerichte sind nicht besonders schwierig zuzubereiten, im Gegensatz zum "Mild geräucherten Loup de mer mit schwarzem Rettich und Himbeervinaigrette". Das Rezept für die Himbeervinaigrette werde ich zukünftig auch für bestimmte Salate verwenden. Sie ist im Handumdrehen fertig.

Ein gelungenes Sommergericht ist der "Pulposalat"(Stufe 1) mit einer äußerst delikaten Vinaigrette. Ein wahres Festessen stellt das "Reh en papillote mit Steinpilzen und Chicorée"(Stufe 3) dar. Es zuzubereiten ist kein Spaziergang. Lobend erwähnen möchte ich die Rezepte für "Gulaschsuppe" und "Boeuf Bourguignon mit konfierten Kartoffeln" und auch die feinen Desserts. Hier hat mir das "Topfensoufflé mit Beereninfusion " am besten gefallen.

Um die 3. Stufe wirklich perfekt auf den Tisch zu zaubern, benötigt man viel Ehrgeiz. Man sollte auf keinen Fall das Handtuch werfen, wenn es nicht gleich klappt, sondern stattdessen üben, üben, üben, denn falls Redford irgendwann unerwartet zum Essen kommt, sollte man ihm schon bei Tisch das Niveau von T. Martins Kochkünsten bieten. Kein einfaches Unterfangen.



Rezension: Laelius, über die Freundschaft. (Broschiert)

Freundschaft erwächst aus der Zuneigung des Herzens ( Laelius)
Der römische Redner und Philosoph Cicero( 106 v. Chr.- 43 v. Chr.) lässt im vorliegenden Text Gaius Laelius das wahre Wesen der Freundschaft ergründen.Bei seinen Reflexionen gedenkt dieser seines toten Freundes Scipio.Gleich zu Beginn stellt er fest, dass nur derjenige , der tugenhaft lebt, tatsächlich zu wahrer Freundschaft fähig sei.

Damit eine solche Freundschaft entstehen kann, bedarf es der Liebe, von der der Ausdruck Freundesliebe gebildet werde. Freundesliebe sei immer wahrhaftig und basiere auf freiem Willen. Hierin unterscheide sich wahre Freundschaft von Nennfreundschaften, bei denen es um bloße Vorteile gehe und die letztlich nur aufgrund eines Zeitumstandes geehrt und geschätzt würden. In der wahren Freundschaft gehe es nie um Berechnung und nie um die Frage wieviel Nutzen diese Sache bringe.

Laelius hält fest, dass das oberste Gesetz der Freundschaft darin bestehe von Freunden nur Ehrenhaftes zu fordern und der Freunde willen nur Ehrenhaftes zu tun und zwar bevor man darum gebeten werde.
Nie möge man zögerlich sein und Rat möge man stets freimütig erteilen . Auch möge man wahre Freunde durchaus ernsthaft ermahnen, wenn es erforderlich sei. In Freundschaft erhebe sich aufgrund gesellschaftlicher Unterschiede der eine niemals über den anderen. Diese Gegebenheiten nämlich spielten keine Rolle in einer solchen Beziehung.

Sollten Freundschaften enden , möge man darauf achten , dass sie sich nicht in schwere Feinschaften verkehren, denn nichts sei hässlicher als mit jemand zu kriegen, mit dem man zuvor vertraut gelebt habe.
Würdig zur Freundschaft seien nur diejenigen, in denen selbst der Grund dafür liege, dass man sie liebe. Mit Ihnen gelte es gemeinsam tugendhafte Lebensziele anzustreben und zu erkennen, dass eine solche Bindung weit über allen weltlichen Gütern rangiere.

Wer auf einen wahren Freund hinsehe, erblicke gleichsam ein besseres Bild seiner selbst. Diesem sich anzugleichen, ohne darin zu verschwinden, kann gewiss kein Fehler sein. Interessant, zu welchen Erkenntnissen dieser Römer vor über 2000 Jahren gelangte. Viele Utilitaristen im Hier und Jetzt sollten sich diesen Text vergegenwärtigen und erkennen, dass der andere immer Spiegel seiner selbst ist und man wahre Freunde nur dann haben kann, wenn man selbst einer ist.
Empfehlenswert.

Rezension:Ludwigs Patisserie: Inspirationen für das perfekte Dessert (Gebundene Ausgabe)

Der Gault Millau hat Matthias Ludwigs zum "Patissier des Jahres" gekürt. In seinem Buch, das ingesamt 20 Kapitel enthält, spielen 4 Grundrezepte die Hauptrollen und werden in jeweils 4 Kreationen mit steigendem Schwierigkeitsgrad verarbeitet.

Thematisiert werden:
-Banane, Tamarinde, Kakaobohne,Milchkuvertüre
-Apfel, Karamell, Schmand, Limonenblätter
-Rhabarber, Pandan-Blätter, Griess, Mandeln
-Bitterkuvertüre, Pekannnüsse, Passionsfrucht, Sternanis
-Himbeeren, Limette, Zitronengras, Estragon
-Zwetschge, Zimt, Weisse Kuvertüre, Joghurt
-Curry, Ananas, Kokos, Bitterkuvertüre
-Pfirisch, Thymian, Quark, Macadamianüsse
-Birne, Thai-Basilikum, Praliné, Pinienkerne
-Mohn, Portwein, Hefe, Rosinen
-Orange, Kaffee, Kardamom, Milchkuvertüre
-Quitte, Vanille, Haselnüsse, Yuzu
-Mango, Chili, Duftreis, Kafteiteig
-Maronen,Grapefruit, Grüner Tee, 5-Spice
-Ziegenkäse, Dörrobst, Basalmico, Walnüsse
-Erdbeeren, Wattleed, Dickmilch, Filoteig
-Johannisbeeren, Manna, Weisse Kuvertüre, Erdnüsse
-Purpur-Süsskartoffel, Melone, Minze, Muscovadozucker
-Mandarine, Süßholz, Milchkuvertüre, Cashewkerne
-Feige, Honig, Bitterkuvertüre, Olivenöl

Im Anschluss wird zu jedem einzelnen Produkt Näheres über Herkunft, Lagerung, Verarbeitung und Verwendung vermerkt. Dann folgt der Rezeptteil.

Die Kombination von Banane und Schokolade ist klassisch. Die Grundsüße der Banane und die zusätzliche Süße der Schokolade wird durch Zugabe von Tamarinde und Kakobohnen optimal aufgefangen. Durch das Zusammenspiel von Säure und Süße wird die Kombination Apfel und Karamell stimmig, nimmt man Schmand und Limonenblätter hinzu, entstehen Speisen mit exotischer Note. Pfirsiche lassen sich beispielweise sehr gut mit Kräutern verbinden, im Falle der Rezepte im Buch mit Thymian. Mit der angenehmen Fruchtsüße harmonieren die Sauermilcherzeugnisse bestens, die knackigen Macadamieanüsse runden das Geschmackserlebnis gut ab. Mandarinen harmonieren hervorragend mit dem lakritzartigen Geschmack des Süßholzes und der knackigen Komponente der Cashewkerne. Milchkuvertüre stellt einen optimalen geschmacklichen Hintergrund dar. Infos dieser Art liest man zuhauf, bevor man sich in die traumhaften Rezepte vertiefen kann.

Hervorheben möchte ich das "Schokoladentamarindentörtchen", die "Tarte Tatin", dekonstruiert, aber klassisch, (Äpfel und Teig sind seprate Bestandteile, die zu einem völlig neuen Dessert zusammengefügt werden), " Giessflammerie mit flüssiger Rhabarberkugel und Pandan-Rhabarbereis", (sieht aus wie ein Kunstwerk)," Charlotte von weißer Schokolade, Joghurt und Zwetschgen" (in diesem Dessert sind alle erforderlichen Komponenten für eine vollständige Süßspeise enthalten: cremige Mousse, Früchte als Gelee sowie Sauce und der Biskuit als gebackene Komponente),"Karamelisierter Ziegenfrischkäse mit Dörrobst und Basalmicosauce" und schließlich "Wattleseedeis mit Erdbeerfiloteigröllchen und Dickmilch".
*Wattleseed sind übrigens die Samen einer australischen Akazenart.

Höchst spannend ist das Baukastenprinzip, das deutlich macht, was eine kreativer Patissier zu Wege bringen kann und wie groß doch die Variationsmöglichkeiten bei der Gestaltung von Desserts aus vier essentiellen Produkten sind.

Da ich in allen Lebensbereichen die Vielfalt schätze, begeistert mich dieses Buch natürlich besonders. Die appitianregenden Fotos fordern der Ehrgeiz heraus, das Dessert ähnlich hübsch zu gestalten. Einfach ist das nicht immer. Ich empfehle die rezepte mehrfach zu lesen, sich das Gelesene genau vorzustellen und erst dann zur Tat zu schreiten. Auf diese Weise geht alles ganz einfach.

Empfehlenswert.


Rezension:Austern: Kleines Kompendium für Feinschmecker (Gebundene Ausgabe)

Patrick Mc Murray, ist der Besitzer von Starfish Oyster Bed & Grill im kanadischen Toronto.
Er informiert den Leser im Rahmen dieses Austern- Kompendiums über alles Wissenswerte im Hinblick auf besagte Schalentiere. Seine Betrachtungen beginnt er mit einem historischen Rückblick. 25 Millionen Jahre gibt es diese Tiere bereits. Seit wann Menschen sich Austernfleisch haben munden lassen kann man nur erahnen, aber man weiß, dass in der Antike die Austern bereits als ein lukullisches Highlight galten. Römische Kaiser sollen Austern angeblich in Gold aufgewogen haben. Schon damals wurde die Schalentiere als Aphrodisiakum betrachtet. Casanova soll übrigens täglich während seines frühmorgendlichen Bades fünfzig Austern gegessen haben, vielleicht waren die Tiere ja tatsächlich das eigentliche Geheimnis für seine legendäre Promiskuität.

Wissenschaftlich gesehen enthalten Austern reichlich Zink, mehr als jedes andere Nahrungsmittel. Dieses Mineral unterstützt die Freisetzung von Testosteron, welches maßgeblich für die Libido verantwortlich ist.
Mc Murray berichtet in der Folge vom Leben der Austern, die ihr Geschlecht übrigens wechseln können, weil sie Hermaphroditen sind. Sie filtern ihre Nahrung durch Kiemen aus dem Wasser. Dabei nehmen sie sowohl Sauerstoff als auch Nährstoffe in Form von Plankton auf. Pro Stunde kann eine 7,5 cm große Auster bis zu 11,5 Liter Wasser filtern und wächst aufgrund dessen sehr schnell.

Der Autor erklärt die Anatomie der Auster, die eine zweischalige Muschel ist, deren Schalenhälften mit einem Scharnier( Ligament) verbunden sind. Entfernt man den Schalendeckel , sieht man eine dünne Membran, die den Körper der Auster umgibt. Dort wird das Perlmutt produziert, das die Muschel auskleidet. Manche Austernarten sind in der Lage Perlen zu erzeugen. In diesem Fall umschließt die Auster ein ins innere der Auster geratenes Sandkorn. Mc Murray betont, dass es nahezu unmöglich ist in essbaren Austern eine Perle zu entdecken.

Je besser die Qualität des Wassers ist, desto besser schmecken die Austern hinterher, denn diese filtern ihre Nahrung - Plankton und Algen- aus dem Wasser. Das Verhältnis zwischen Salz- und Süßwasser wirkt prägend auf Geschmack und Konsistenz. Der Geschmack einer Auster setzt sich stets aus drei Elementen zusammen: Salzgehalt, Konsistenz und reiner Geschmack. (Auf Seite 41 kann man dem Aromarad entnehmen, wie vielfältig die Konsistenz und das Aroma einer Auster sein können.)

Austern enthalten Omega-3 -Fettsäuren, Vitamin A , B 1 , B2 , C, D und stecken voller Mineralien, so z.B. Eisen, Magnesium, Zink und Kalzium .

Die Austernaufzucht wird z. B. in Frankreich anders gehandhabt als in den USA. Die Franzosen bevorzugen die Methode der Mästung und geschmacklichen Verfeinerung im künstlichen Salzwasserbecken, den so genannten "claires". Einfache " claires " dürfen zwei Wochen ins Klärbecken, " fine de claire" doppelt so lange. Die wohl beste, aber auch teuerste Sorte sind die fleischigen " speziales de claire". Wer selbst Austern ernten möchte benötigt einen Eimer , ein Paar Handschuhe und Gummistiefel, denn Austern sind sehr scharfkantig. Auf der Ile de Re ( Frankreich) aber auch auf Sylt bieten sich übrigens solche Möglichkeiten.

Es gibt beinahe 100 verschiedene Austernsorten. Die einheimische Flachauster wurde nicht nur aus den neuen Aquakulturen in ganz Europa, sondern auch aus den umliegenden Gewässern immer mehr verdrängt.
Mc Murray nennt die wichtigsten Arten und Sorten aller " Tiefen und Flachen Austern". So berichtet er auch von der Wiederbelebung der Austernfischerei auf Sylt in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und der " Dittmeyer`s Austern Compagnie" . Sylter Austern zählen derzeit zu den besten auf der Welt.
Die amerikanische "Eastern Oyster" benötigt sieben Jahre bis sie die Marktgröße von 7,5 cm erreicht hat. Größere Austern werden sogar zwölf Jahre alt.

Kennen Sie den Unterschied zwischen "Belon", "Colchester"," Whittable", "Imperiales" und "Sylter Royal"? Der Autor klärt Sie auf und lässt Sie in keinem Punkt im Ungewissen. Er zeigt Ihnen , worauf man achten muss, wenn man Austern frisch kauft, nennt die Gewichtsklassen und traditionellen Klassifizierungen, um anschließend zu demonstrieren - und zwar Schritt für Schritt- wie man eine Auster öffnet und mit welchem Werkzeug man das tut. Passende Getränke sind Weißwein ( z.B. Muscat, Sancerre auch ein trockener Riesling)oder Champagner. Mc Murray grenzt bei seinen Getränkeempfehlungen sogar Rotwein und Bier nicht aus. Da ich diese Zusammenstellung bislang noch nicht probiert habe, enthalte ich mich eines Kommentars. Bislang bevorzuge ich im Zusammenhang mit Austern Sancerre.

Mc Murraay verrät in der Folge verschiede Rezepte für so genannte " Oyster Shooter" und das Rezept für seinen "Starfisch Caesar ",( sehr delikat!) und informiert anschließend über weltweit die besten Austernbars.
Um Ihren Gaumen ein wenig zu kitzeln und Ihnen noch mehr Lust auf die rezensierte Lektüre zu machen folgendes Rezept:
"Starfish Caesar"
-Den Rand eines Longdrinkglases mit einer Zitronenspalte abreiben und in den zerstoßenen Tang dippen
-Eis einfüllen und den Saft einer Limette dazu geben
-ca. 30 ml Iceberg Wodka oder mit Meerettich Wodka hinzufügen
-2-3 Spritzer Tabasco und Worcestershire-Sauce, 1 Prise frisch geraspelten Meerrettich und 1 Prise Rotalge dazugeben
-Schnell mit Tomaten-Gemüse-Saft auffüllen. Eine aufgespießte Auster und ihr Austernwasser sind , so liest man, das I- Tüpfelchen.

Interessant , nicht wahr?
Deshalb auch empfehlenswert!


Rezension: Meeresfrüchte: Leckere neue Rezepte (Gebundene Ausgabe)

Der Octopus ist das neugierigste Weichtier überhaupt.,
Das vorliegende Kochbuch über Meeresfrüchte von Lena Sonnewald habe ich mit viel Neugierde gelesen.Die Autorin vermittelt zunächst Kenntnisse über die Gruppe der Krebstiere, zu denen Garnelen und Riesengarnelen, Hummer bzw. Hummerartige, Langusten, Kaisergranat, Flusskrebse und Taschenkrebse zählen.Weitere Meeresfrüchte sind die Gruppe der Weichtiere, beginnend mit den Kopffüßlern- zu ihnen zählen Sepia, Kalamar und Oktopus -, weiterführend mit den Meeresschnecken( Wellhornschnecken, Strandschneckem und Meerohren ) und endend mit Muscheln. Gemeint sind die Jakobsmuschel, die Venusmuschel, die Miesmuschel und die Auster.

Sonnewald erklärt bestens nachvollziehbar die Grundtechniken der Zubereitung von Garnelen, Schnecken, Hummer und anderen Krustentieren, Muscheln, Kalamar und Austern.Trotz der wirklich guten Beschreibungen gelingt es mir leider immer noch nicht Austern zufrieden stellend zu öffnen, obschon theoretisch alles klar ist.
Grundrezepte für Krustentierfond, Hummersauce, Beurre blanc, Meeresfrüchtedip und Garnelenbutter werden auch geliefert. Die Herstellung des Krustentierfonds ist etwas aufwendig, aber des Ergebnis ist umwerfend und kein Vergleich zu dem Hummerwürfel, den man in Delikatessläden angeboten bekommt.

Die Rezepte im Buch haben mich überzeugt, einerseits weil sie sehr gut strukturiert und dadurch gut nachvollziehbar sind, andererseits, weil sie wirklich Neues bieten.Lobenswert ist auch, dass zu jedem Rezept eine Weinempfehlung folgt, dessen Geschmacksbild näher erläutert wird.Die Herkunft der Rezepte bleibt dem Leser auch nicht verborgen. Alle Restaurants werden benannt, in denen die Kreationen entwickelt worden sind.Die Autorin unterteilt die Rezepte in Köstliche Kleinigkeiten, Schnell und einfach, Meeresfrüchte trifft Fleisch, Exotisches aus der Ferne und besondere Anlässe.

Sehr angetan bin ich von der " Krabbensülze ", dem " Husumer Krabben-Gemüse-Timbale mit Schnittlauchcreme ", dem betont lecker schmeckenden " Meeresfrüchtesalat", der raffinierten " Lasagne mit Meeresfrüchten ", den " Jakobsmuscheln mit Lauchspinat- Gemüse und Safranschaum ", noch besser den " Jakobsmuscheln mit Steinpilzen ", den " Gambas im Serranoschinkenmantel mit karamellisierter Paprika " und schließlich dem " Steinbutt und Jakobsmuscheln in Rieslingsauce ", wie auch den " Schwarzen Nudeln mit Hummer ".Das kleine Küchenlexikon am Ende des Buches gibt die Möglichkeit den Wortschatz zu erweitern. Es wird nappiert, montiert, sautiert und zur Rose abgezogen, wobei letzteres in der Umsetzung alles andere als einfach ist, wenn man von sich perfekte Ergebnisse abfordert.

Empfehlenswert.



Rezension:Iran. Land der Rosen und des Schleiers (Gebundene Ausgabe)

"Durch die Liebe werden alle Dinge leichter, die der Verstand als gar zu schwer gedacht." ( Hafis, persischer Dichter),
Der Journalist Walter M. Weiss und der Fotograf Kurt-Michael Westermann nehmen den Leser im vorliegenden Buch mit auf eine Reise durch den Iran.

Schöne Bilder und Sehenswertes sind es nicht alleine, was den Wert des Buches ausmachen, thematisiert wird u. a. auch Politik, Wirtschaft und Religion und Problemfelder, die aufgrund rigider religiöser Auffassungen entstanden sind.
Am Ende des Buches berichten Einheimische und Experten wie der Iran von Innen aussieht.

Zur Sprache kommen: Prof. Dr. Heinz Halm, Professor für Islamische Geschichte an der Universität in Tübingen und Experte für die Geschichte des Schiitentums, der Teppichhändler und Erneuerer alter Knüpftraditionen Razi Miri, der Arabist und langjährige Nah- und Mittelostkorrespondent Dr. Arnold Hottinger, der kaufmännische Angestellte Sepher Sepharom, die Bankangestellte Friederike Pierer, die seit 25 Jahren in Teheran lebt, die Filmexpertin Sudabeh Mortezai, der österreichische Handelsdeligierte in Teheran Dipl. Kfm. Oskar Smrzka, der Theaterexperte , Regisseur und Geschichtenerzähler Prof. Dr. Parvis Mamnun und der Direktor des Deutschen Orient Institutes in Hamburg Prof. Dr. Udo Steinbach. Sie alle erhellen gemeinsam die inneren Verhältnisse des Iran.

Ich empfehle diese Seiten zunächst ausführlich zu lesen, bevor man sich mit den vielen grandiosen Fotos und den sie begleitenden bewundernswert eloquenten Texten näher befasst. Der Iran ist ein Staat in Vorderasien, grenzt im Norden an Armenien, Aserbaidschan, das Kaspische Meer und Turkmenistan, im Osten an Afghanistan und Pakistan, im Süden an den Golf von Oman und an der Persischen Golf, im Westen an den Irak, im Nordwesten an die Türkei.Die Landkarte zu Beginn des Buches ist sehr nützlich, um all die Reiseorte exakt lokalisieren zu können.
Weiss und Westermann thematisieren Teheran und die Umgebung, Aserbeidschan und die Zagrosprovinzen, Isfahan und Umgebung, die Golfküste, Fars und Khuzistan , ferner werden Orte entlang der Wüste und der Seidenstraße in den Fokus genommen.
Das Land ist derzeit ungemein facettenreich, in sich jedoch gespalten und dabei sehr spannend für Reisende.

Es verfügt über eine Fülle beeindruckender Landschaften, Kunstschätze und archäologischer Stätten. Weiss konstatiert, dass der Iran stockkonservativ und höchst dynamisch zugleich ist. Zwei Drittel seiner derzeit 65 Millionen Bewohner sind jünger als 25 Jahre. Man liest vom Reichtum der einstigen persischen Monarchen, vom Nord - Süd -Gefälle der Stadt Teheran, von Villenviertel und Wohnsilos der Arbeiter und sozialen Schieflagen.

Über Museen in Teheran erfährt man sehr viel, nicht zuletzt auch über das Nationalmuseum, das das museale Highlight darstellt. Unmöglich an dieser Stelle die komplexen politischen Betrachtungen zusammenzufassen. Mit großem Interesse habe ich natürlich den Beitrag " Irans Frauen- Odyssee in der Zukunft " gelesen.
Obschon die Iranerinnen die gebildetsten und selbstständigsten Frauen der islamischen Welt sind, gelten sie beim Erben ebenso wie bei der Beurteilung von Zeugenaussagen oder bei der Kapitalverbrechen prinzipiell halb so viel wie Männer. Vergewaltigungen werden zumeist Frauen angelastet. Wer die Ehe bricht, dem droht per Gesetz die Steinigung. Im Falle einer Scheidung behalten die Männer bei der Zuerkennung der Kinder die Oberhand. Frauen dürfen nicht fahrradfahren, nicht joggen und schwimmen nur dann, wenn sie abgeschirmt sind von Männerblicken.
So wirken die Unterdrückungsmechanismen der dortigen Männergesellschaft.

Interessant ist der Bericht über die Kaspi-Küste. Ein uralter Bewohner des Kaspischen Meeres ist der Stör. Mittlerweile ist der Lieferant von neunzig Prozent des weltweit produzierten Kaviars durch Umweltgifte und unbefugten Fischfang gestört.

Die Bauern an der kaspischen Küste bauen Getreide, Tee, Oliven und Reis an. Der schmale Küstenstreifen ist die Korn und Gemüsekammer des Nordiran.

Das Epizentrum des Teppich-Geschäfts ist Täbris, die Hauptstadt der heutigen Provinz Ost- Aserbeidschan. Diese Stadt zu besuchen scheint besonders lohneswert zu ein. Ein beliebtes Ziel für Ausflüge von Täbris ist das Bergdorf Kandovan. Dort haben sich die Bauern bereits vor 800 Jahren während der Mongolenstürme in Höhlen wohnlich eingerichtet.

Viele kulturhistorisch interessante Stätten werden näher beschrieben, zu viele um im Rahmen dieser Rezension näher darauf einzugehen.Besonders beeindruckend sind die Fotografien der Moscheen in ihren unterschiedlichen Blautönen.

Isfahan muss man besuchen. Mit seinen unzähligen Moscheen, Medresen, Karawanseien, Palästen, Plätzen und Parkanlagen gilt diese Stadt bis heute als der Inbegriff einer orientalischen Märchenstadt, so zählt die " Sheikh-Lotfollah-Moschee " auf dem Imam-Platz von Isfahan zu den unbestrittenen Höhepunkten der Kunst des Kacheldekors in der gesamten islamischen Welt.

Man liest auch von den mehreren hundert Nomadenstämmen im Iran. Sie ziehen alljährlich im Herbst mit ihren Großfamilien von der Sommerweide in den Bergen hinab in wärmere Gefilde in ihre Winterquartiere.

Man lernt den Basar von Schiras (Geburtsort des Dichters Hafis) kennen. Diese Stadt blickt auf eine 1000jährige Geschichte als Zentrum für Teppichproduktion und -handel zurück. Eine traumhafte Stadt. Interessant sind auch die textlichen Betrachtungen der Ruinenstadt Persepolis, der einstigen Machtzentrale des altpersischen Reiches. Thematisiert werden auch Susa und das über 3200 Jahre alte Zikkurat von Chogha Zanbil. Die Oasenstadt Kashan ist berühmt für ihre Seidenstoffe, ihre Teppiche und Kacheln. Als Handelsplatz hat sie überregionale Bedeutung.

Unmöglich alles im Buch kurz zu streifen, hier wird eine solche Fülle geboten, dass ich jedem Interessierten sofort zu Kauf rate.Mehr kann ein Bildband nicht bieten.

Empfehlenswert.




Rezension:Der Steppenwolf (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)

"Ohne Liebe zu sich selbst ist auch Nächstenliebe nicht möglich." ( Hesse), 

,Manche liebten ihn als einen feinen, klugen und eigenartigen Menschen und waren dann entsetzt und enttäuscht, wenn sie plötzlich den Wolf in ihm entdecken mussten. Und da mussten sie, denn Harry wollte, wie jedes Wesen, als Ganzes geliebt werden und konnte darum gerade vor denen, an deren Liebe ihm viel gelegen war, den Wolf nicht verbergen und weglügen. Es gab aber auch solche, die gerade den Wolf in ihm liebten, gerade das Freie, Unbezähmbare, Gefährliche und Starke, und diesen wieder war es dann außerordentlich enttäuschend und jämmerlich, wenn plötzlich der böse Wolf auch noch ein Mensch war, auch noch Sehnsucht nach Güte und Zartgeist hatte, auch noch Mozart hören, Verse lesen und Menschheitsideale haben wollte..."

Diese Stelle ist eine meiner Lieblingsstellen im Buch. Sie zeigt mir , woran die Seele eines Menschen erkranken kann.

Der Protagonist in diesem Buch ist Harry Haller . Er ist ein Außenseiter, der an seiner Zeit erkrankt. Haller ist Hesses Steppenwolf. Den Zwiespalt zwischen wölfischer und menschlicher Seele vermag er nicht zu überwinden. Schließlich flieht er aus der bürgerlichen Gesellschaft und tötet sein besseres Selbst in Form der Traumgestalt Hermines.

Haller wird, nachdem er wegen Mißbrauchs des magischen Theaters angeklagt ist, belehrt, dass Wirklichkeit und magisches Spiel nicht voneinander zu trennen sind.
Hesse zeigt in diesem Werk, dass man das Ewige nicht durch Wut gegen das Zeitliche gewinnen kann.



Rezension:Aviator (2 DVDs) (DVD)

Zur spannenden Verfilmung des Lebens des amerikanischen Filmproduzenten und Luftfahrtpioniers Howard Hughes ( Leonardo DiCaprio ) , der aufgrund seines Erbes schon in jungen Jahren mittels des familiären Monopols auf Erdöl-Bohrköpfe jährlich Millionengewinne erwirtschaftete, wurden schon 82 Rezensionen geschrieben. Ich erspare mir deshalb episch breite Handlungsschilderungen.

Aufgrund des ererbten Vermögens war es für Hughes ein Leichtes pekuniär seine hochfliegenden Pläne und Visionen in die Tat umzusetzen. Da Hughes neben Geld auch Mumm hatte und risikobereit war, verwirklichte er schließlich auch viele seiner Pläne. Faszinierend ist es für den Zuschauer mit anzusehen wie dieser Mensch seine Träume lebte. Dass eine Person, die in Dimensionen eines Hughes denkt und agiert, Probleme mit allen Kleingeistigen und Neidern dieser Welt bekommt, ist klar. Dies darzustellen ist dem Regisseur Martin Scorsese sehr gut gelungen

Die Entstehung des teuersten Films der frühen 30 er Jahre " Hell`s Angels " wird thematisiert und der Bau seiner Flugzeuge, die er selbst testet, wird fokussiert. Natürlich bleibt auch der ganze Hollywood-Rummel nicht ausgespart. Eine seiner engsten Liebesbeziehungen hatte Hughes mit Katherine Hepburn ( Cate Blanchett) , die ihm im Wesen nicht unähnlich war und viele seine Verdrehtheiten von daher begriff.
DiCaprio versteht meisterhaft durch entsprechende Mimik Hughes Panik vor Schmutz und Bakterien darzustellen. Man ist verblüfft wie ein großzügig denkender Mensch, der sich Schablonen im Kopf verbietet und ultrakreativ handelt, immer intensiver Gefangener seiner Phobien wird, sich plötzlich pausenlos die Hände wäscht, den Kontakt mit der Außenwelt meidet und in einem keimfreien Raum zu leben sucht.
Wie kommt es, dass ein Mensch sich selbst so torpediert? Was muss geschehen, dass es zu solchen Absonderlichkeiten kommt?


Grandiose, sehr aufwendige Bilder, gute Zeitdarstellungen und niveauvolle Dialoge sorgen gemeinsam mit bester Ton- und Bildqualität für ein wirkliches Filmvergnügen.


Empfehlenswert:



Rezension: Wir Bayern: Geschichte, Gegenwart und Lebensgefühl (Gebundene Ausgabe)

"Schau ma amal, dann seng ma schoo" (Bayerische Lebensweisheit),

Der  Journalist Andreas Bretting und der Historiker Bernhard B. Edlmann haben gemeinsam das reich bebilderte Buch "Wir Bayern" auf den Weg gebracht, das ich als Bayernfan mit großer Neugierde gelesen habe.

Untergliedert ist das Buch in vier große Abschnitte: Bayern -ein Portrait, die Geschichte Bayerns, Bayern in der Gegenwart und Bayerisches Leben und Kultur.

Amüsiert habe ich die Charakterstudien im Beitrag "Vom Granteln und vom Haberfeldtreiben" gelesen. Hinter der Fassade des Rauen und Raunzigen, so erfährt man, stecke viel unverstellte Offenheit, ein "Gradheraussein", das vorgeschützte, unehrliche Freundlichkeit vermeidet, (s. Seite 16). Ein solches Verhalten finde ich sehr liebenswert. Man weiß wenigstens gleich, wo man dran ist.

Empfehlenswert ist das Kapitel zur bayerischen Geschichte. Hervorgehoben wird u.a. der grausige Tod der Agnes Bernauer, man erfährt hier auch Näheres zu den bayerischen Gebirgsschützen, wird im Hinblick auf die Affäre Lola Montez  und natürlich auch über Ludwig II. von Bayern, dem Märchenkönig aufgeklärt.

Die bürgerkriegsähnlichen Zustände in München 1919 kommen zur Sprache, die braune Eroberung Bayerns und die Nazizeit. Im Rahmen zweier Sonderbeiträge wird man über Dachau informiert und über das jüdische Leben in Bayern. Die "Weise Rose"  ist sehr gut skizziert worden. Ein Foto der Geschwister Scholl hat mich besonders gefreut.

Das Kapitel "Bayern in der Gegenwart" fokussiert die politische und wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte und befasst sich ausgiebig mit allerlei Sport- und Vergnügungsmöglichkeiten, während das Kapitel "Bayerisches Leben und Kultur" auf das "Dialektland Bayern"(vgl.: S. 85) und auf die Wiederentdeckung und Pflege des bayerischen Tracht eingeht. Hier liest man Wissenswertes über die Erfolgsgeschichte des Dirndls und kann sich im kleinen Trachtenlexikon schlau machen, was man u.a. unter einer Miesbacher Joppe, einem Pfoad, einem Fürtuch, einem Schalk etc. zu verstehen hat.

Die Religion in Bayern, auch religiöse Bräuche kommen zur Sprache, das Brauchtum und der bayerische Humor. Man erfährt Näheres zur Lach- und Schießgesellschaft und zu hintersinnigen Humoristin wie Karl Valentin   Die Künstler- und Bohemeszene - besonders in Schwabing - wird gut beschrieben und es werden die weiß-blaue Architektur und Kunst, aber auch die Musikszene keineswegs vergessen. Was wäre Bayern ohne die Maler? Schön, dass man ein Gemälde von Franz von Lenbach   und ein weiteres von Franz Marc   abgelichtet hat.

Ganz zum Schluss wird Bayern kulinarisch erkundet. Alfons Schuhbeck kommt zu Wort, der zur "Creme bavaroise" alle Nichtbayern wissen lässt: "Eigentlich kannt s` von am bayrischen Bauernhof kemma, denn g`habt ham `s immer Eier und a Sahne. Vielleicht war anfangs no kei Vanille drin, aba an Schnaps, den ham s`immer scho schwarz brennt, also ham s` a Schnapserl mit neido."

Ein gelungenes Buch. Sehr informativ.

Rezension: Robert Koch: Vom Landarzt zum Pionier der modernen Medizin (Gebundene Ausgabe)


Babara Rusch spürt in diesem reich bebilderten Buch dem Leben des Bakteriologen Robert Koch (1843-1910) nach. Informiert wird man zunächst über dessen Kindheit in Clausthal-Zellerfeld, seiner schon früh erkennbaren großartigen Beobachtungsgabe und seinem fantastischen Verständnis für die Vorgänge in der Natur, die Fähigkeit quer und in neuen Bahnen zu denken, über sein technisches Interesse, sein Geschick, seinen Fleiß, seine Geduld und seine Präzision. Nicht unerwähnt bleibt, dass Koch zielstrebig aber auch durchsetzungsfähig und konfliktfähig war (vgl.: S. 10)

Seine Kindjahre, seine Schulzeit, sein Studium und seine ersten Forschungserfolge kommen zur Sprache. Man liest von seinen Lehrern an der Georg-August-Universität in Göttingen, die Einfluss auf ihn ausübten. Robert Koch schreibt später "Ich möchte einiger meiner damaligen Lehrer in Dankbarkeit gedenken, nämlich des Anatonomen Henle, des Klinikers Hasse und besonders des Physiologen Meissner, welche den Sinn für wissenschaftliche Forschung in mir geweckt haben."

Sein Privatleben wird fokussiert, seine Zeit als junger Provinz- und Militärarzt ebenfalls. Man liest von der Begegnung Kochs mit Rudolf Virchow, der damals bereits ein weltberühmter Mediziner war. Mit der Entdeckung der Milzbrandsporen und der Klärung der Ursache des Milzbrandes wies Koch 1976 erstmals einen lebenden Erreger einer Infektionskrankheit nach. Dies wird im Buch sehr gut beschrieben, (vgl.: Seite 50 ff.)

Mit der Entdeckung des Tuberkulose-Erregers gewann Koch eine der wichtigsten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Seuchenforschung. Die Tuberelbazillen sind die Ursache der weitest verbreiteten Seuche der Welt: der Tbc. Wie man erfährt war die Tuberkulose die "weiße Pest" der 19. Jahrhunderts. Zum besseren Verständnis: der Koch-Bazillus ist ein gekrümmtes Stäbchen, welches Säuren, Trockenheit und Hitze widersteht, allerdings durch Sonnenlicht zerstört werden kann.

Koch entdeckte auch das Tuberkulin, ein aus Tuberkel-Kulturen gewonnenes Stoffgemisch, das für den Nachweis der Tbc-Erkrankungen nicht ohne Bedeutung war, doch leider nicht als Heilmittel gegen Tbc eignete. Die Entdeckung des Erregers der Cholera ist ein weiteres Thema, ferner seine diesbezüglichen Forschungsreisen und schließlich die Verleihung des Nobelpreises für Medizin im Jahre 1905.

Ein interessantes Buch über einen Menschen, dem die Menschheit viel zu verdanken hat.

Rezension:Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Wien und Umgebung (Gebundene Ausgabe):

Die Wiener Autorin Martine Maurer und der Fotograf Josef Bollwein nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch Wien und seine Umgebung.
Man erhält Informationen über historische und moderne Sehenswürdigkeiten, herrliche Naturlandschaften, über gastronomische Betriebe, Ausflugsmöglichkeiten und Orte, wo man sich mit lukullischen Köstlichkeiten eindecken kann.
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Kulinarik der fokussierten Region. Deshalb auch enthält das Buch viele delikate Rezepte, die Aufschluss über regionale Spezialitäten geben.

Zu Beginn des Buches wird man zunächst über die Wiener Küche im Allgemeinen aufgeklärt. Den Römern ist der Weinbau zu verdanken. Durch die Kreuzzüge während des 11. und 12. Jahrhunderts fanden viele bis dahin nicht bekannte Speisen, Gewürze und Zubereitungsarten Eingang in die Küche Wiens. Im Jahr 1282 begann die nahezu sieben Jahrhunderte andauernde Regentschaft der Habsburger, die auch die Österreichische Küche prägte. Üblich war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts der Begriff " Österreichische Küche ". Die Doppelmonarchie Österreich- Ungarn begründete um 1867 die Nennung der " Wiener Küche " , die unter starkem Einfluss der neuen Kronländer wie Ungarn, Böhmen, Mähren und dem Balkan stand. Deshalb auch speist man noch heute viele Rindfleischgerichte, wie Tafelspitz, eine Ochsenschleppsuppe, das ungarische Gulasch, einen alten Wiener Girondistenbraten, das legendäre Wiener Schnitzel, aber auch die warmen Mehlspeisen aus Böhmen , wie Powideltatschkerl und Germknödel.

Man wird über die Wiener Geschichte kurz informiert, liest von den einstigen Handelsbeziehungen nach Venedig, den Angriffen der Osmanen, aber auch von der zweimaligen Eroberung der Stadt durch Napoleon und der Einführung des Polizeistaates durch Metternich. Eine Vielzahl sehr schöner Fotos begleiten die Texte. Die Karlskirche, Schloss Belvedere, verschiedene Museen und anderes mehr sollte man besichtigen und sich mit der Kunst der Wiener Jugendstilmaler Klimt und Schiele vertraut machen.

Die Autorin beschreibt viele Restaurants in Wien. Man lernt das jeweilige Interieur auch visuell kennen und die Art wie in den einzelnen Küchen gekocht wird. Nicht selten hat man Gelegenheit ein Rezept der vorgestellten Lokale kennenzulernen, so u.a. " Székelgulasch ", " Wildhasen-Pfeffersteak auf Schlehenkraut ", " Fiakergulyás ", " Wiener Tafelspitz ", aber auch " Böhmischer Lendenbraten ". Die Rezepte sind gut erklärt und mühelos nachkochbar.

Sehr reizvoll fand ich die Beschreibung des " Restaurants zum Wambacher ". Dort hat übrigens Kaiser Ferdinand bereits gespeist. Die Einrichtung der beiden Gaststuben ist sehr einfach und freundlich. Der Küchenchef Adolf Achatz kreiert heimische Küche mit internationalem Touch. Unmöglich auf die vielen guten Adressen an dieser Stelle näher einzugehen. Erwähnen möchte ich allerdings die gelungene Beschreibung der " Staudt`s GmbH " in Wien. Es handelt sich um eine kleine, sehr feine Feinkostfabrik, deren Produkte unwiderstehlich gut schmecken.

Der Firmeninhaber Hans Staud wurde 2004 zum " Österreicher des Jahres " im Bereich Wirtschaft gewählt. Seine Geschäftphilosophie lautet: " Wir setzen ganz einfach auf den typisch Wiener Geschmack und auf höchste Qualität, die schon bei der Auswahl der Früchte beginnt und bis zur Veredelung reicht. " Zu den beliebtesten süßen Gaumenkitzlern von Staud`s zählen klassische Konfitüren, wie Marille, Himbeere, Erdbeere, Kompotte, Weingelees , die übrigens ausschließlich aus Weinen des international renommierten Weinguts Kracher in Illmitz( Burgenland) produziert werden. Über vier Millionen der berühmten achteckigen Gläser verlassen pro Jahr die Wiener Feinkostfabrik.

Das " Weingut Wien Cobenzl " wird beleuchtet, aber auch die " Konditorei Bimashofer Betriebs GmbH" , die ein Paradies für Naschkatzen sein soll.
Die Autorin beschreibt in der Folge sehr schön den " Wienerwald " , die Hausberge der Wiener, nämlich deren Kahlen-, Leopolds- und Bisamberg aber auch den Lainzer Tiergarten. Dieser wurde bereits von Kaiser Franz Josef dem II. für seine zahlreichen Jagdgesellschaften genutzt.

Nette Restaurants und gemütliche Gasthäuser bieten echte Wiener Schmankerln in diesem wunderbaren Naherholungsgebiet.Gefallen hat mir die Beschreibung des " Fontana Restaurants " in Oberwaltersdorf. Es handelt sich hierbei um ein exquisites Lokal im Gebäude eines Golfclubs. Der edle Rahmen des Restaurants ist auf ein amerikanisches Ostküstenflair zurückzuführen.Bemerkenswert auch ist der Bericht über das " Weingut Stift Klosterneuberg " , über dessen geschichtlichen Hintergrund man gut informiert wird.

Thematisiert wird ferner das Gebiet Donau Niederösterreich und dort u.a. der " Archäologische Park Carnatum ". Die Wiener Alpen in Niederösterreich werden kurz in Augenschein genommen und es wird auf den höchsten Berg, den 2075m hohen Schneeberg hingewiesen. Diesen sollte man emporsteigen bevor man " Kaiserschmarrn " oder " Griesknöderl mit Weichselragout und Bauernhofeis " geniesst, weil der Genuss dann auf keinen Fall Reue hinterlässt.

Ein gelungenes Buch , dessen gastronomische Empfehlungen man bei einer Wien-Reise nicht vergessen sollte.


Rezension:Chancen für die Bäckerei. 240 Rezepte - Trends - Konzepte - Marketing (Gebundene Ausgabe)

Wie bereitet man ein Rühreifrühstück zu?,

Snacks" werde ich in den nächsten Tagen verschenken und zwar einer guten Bekannten, die einen runden Geburtstag feiert. Diese Bekannte besitzt eine Bäckerei und wird sich hoffentlich über die Anregungen des reich bebilderten Buchs freuen.

Auf den Weg gebracht hat es der ausgebildete Koch, Bäckermeister und Industriekaufmann Jürgen Rieber und der Chefredakteur der Allgemeinen BäckerZeitung Werner Kräling.

Das Buch trägt den Untertitel "Chancen für die Bäckerei" und beinhaltet einen theoretischen und einen praktischen Teil, um ein Snackgeschäft zu führen. Wie man zu Beginn gleich erfährt, "konnte der Außer-Haus-Verzehr in letzten zwei Jahrzehnten beachtliche Wachstumsraten verzeichnen."(Bäckereien konnten in den vergangenen 5 Jahren rund 25 % mehr Umsatz erzielen, siehe Seite 14). Die veränderten Verzehrgewohnheiten erfordern neue Angebote, Produkte, Konzepte aber auch neue Wege zum Verbraucher. Kapitel 1 bis 3 thematisiert das erforderliche Wissen für eine strategisch kluge Ausrichtung, Konzeption und Organisation des gesamten Snackgeschäftes. Hierbei stehen, so Kräling, Bedingungen, Konkurrenzsituation, Trends und Anforderungen des Außer-Haus-Markts und die ureignen Stärken des Bäckereihandwerks im Fokus der Analysen.

Man wird u.a. über den Außer-Haus-Markt, über Trends und Verbraucherverhalten und über die Erfolgsbausteine für das Snackgeschäft informiert, bevor man mit insgesamt 240 Rezepten vertraut gemacht wird. Zu den Erfolgsbausteinen zählt auch, dass man Werbeaussagen kurz und prägnant formuliert, leserliche Preisinfos für alle sichtbar anbringt, aber vor allem die Snacks appetitanregend präsentiert.

Zu Beginn des Rezeptteils erfährt man, was man unter klassischen Bäckersnacks zu verstehen hat. Anschließend werden 240 Rezeptideen vorgestellt. Die Rezepte sind Schritt für Schritt auch für Anfänger textlich und visuell gut nachvollziehbar. Gezeigt wird, wie man Brötchen mit rohem Schinken, Salami, etc. appetitanregend belegt. Radieschen, Tomaten, Salat und dergleichen spielen eine Rolle. Zur Sprache kommen Körnerbrötchen mit Putenbrust, Laugenbrötchen mit Schmalz, Mettbrötchen, diverse Käsebrötchen, Brötchen mit Fisch, Krabben, belegte Partybrötchen und viele andere belegte Brötchen. Eine Nährwerttabelle klärt über die durchschnittlichen Nährwerte auf.

In der Folge wird gezeigt wie man Brote belegt, z.B. ein Krabbenbrot oder ein Räucherachsbrot. Bagels werden thematisiert aber auch Frühstücksgedecke, so etwa mit Ei, aber auch ein Fischfrühstück und ein Weißwurstfrühstück. Gezeigt wird wie man geschmackvolle Sandwichs und des Weiteren gefüllte Wraps und Waffeln, pikante Muffins, belegte Fladenbrote, belegte Seelen und warme Snacks aus dem Backofen zubereitet. Hier geht es dann um Brezeln, Brotteigschnecken und -Schlaufen, um pikantes Blätterteiggebäck, Minitarteletts, Panini, Pizza und Co., Brotteigfladen, Flammkuchen, Strudel, Zwiebelkuchen, Quiche, Salate, Warme Mahlzeiten(Pasta), Maultaschen, Aufläufe, Ofenkartoffeln und verschiedene Beilagen. Brot und Fleisch (Schweinefilet im Blätterteig), Fleisch und Fisch, auch süße Snacks bleiben nicht ausgespart. Immer werden die durchschnittlichen Nährwerte genannt und zum Schluss Grundrezepte für diverse Teige, Crems, Dips und Saucen vorgestellt, sowie Snacktechniken benannt.

Ein hochinformatives Buch, das man durchaus auch nutzen kann, wenn man keine Ambitionen hat, zukünftig ein Snackgeschäft zu betreiben.

Anbei das Rezept für 1 Mehrkornbrötchen mit Thunfisch:
1 Mehrkornbrötchen
10 Gramm Butter
1 Blatt Eisbergsalat
40 g Thunfisch, zerkleinert
2 Scheiben hart gekochtes Ei
einige Ringe Zwiebel
einige Streifen Gurke
einige Streifen Karotte
3 Halme Schnittlauch ( Rezept S. 164)

Klingt lecker, nicht wahr?


Rezension:Eine kulinarische Entdeckungsreise durch das Saarland (Gebundene Ausgabe)

Die charmanten Saarländer sind eingefleischte Gourmets.,
Die Autorin Magdalena Ringeling und die Fotografin Mechthild Schneider nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch das Saarland. Den Eingangsworten entnimmt man, dass dieses Bundesland innerhalb von 200 Jahren achtmal die Nationalität wechselte.

Aufgrund des französischen Einflusses ist die Kochkultur hoch entwickelt. Die Dichte der Spitzenköche sucht ihresgleichen.In Homburg beginnt die Reise der beiden Damen. Dort wird die größte Buntsandsteinhöhle Europas näher vorgestellt. Die so genannte Schlossbergshöhle liegt oberhalb der Stadt und besteht aus zwölf Stockwerken. Sie zu besichtigen ist ebenso lohnenswert, wie sich mit dem Wallfahrtsort Blieskastel zu beschäftigen. Die Autorin berichtet ausführlich, wodurch dieses Städtchen zum Anziehungspunkt für Gläubige wurde.

Man liest vom Kulturpark Bliesbruck. Dort hat man Ausgrabungen keltischer und römischer Funde koordiniert. Des Weiteren wird u.a. die malerische Altstadt Saarbrückens einladend thematisiert. Hochinteressant sind die Infos zum " Weltkulturerbe Völklinger Hütte " , die von der UNESCO als ein einzigartiges Zeugnis der Industriekultur und der Technikgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gewertet wird und reizvoll erscheint das Städtchen Saarlouis, mit seinen historischen Zeugnissen aber auch die Gemeinde Perl mit der größten römischen Villenanlage im Saar-Mosel-Raum.

Man erhält eine Fülle von Informationen über gute Hotels und Restaurants im Saarland. Die gastronomischen Betriebe präsentieren jeweils ein Rezept, wodurch man sich eine Vorstellung von dem Niveau der Küche machen kann. Die Rezepte sind bestens erklärt und einfach nachkochbar. Feinkostläden, Winzer, Biobauern, Bäckereien auch ein Pastabetrieb werden näher besprochen und man darf sich immerfort über den französischen Einfluss in der saarländischen Küche erfreuen. Dieser Einfluss motiviert die Köche dort nicht nur das leckere Regionalgericht " Schwenkbraten " auf den Tisch zu zaubern, sondern auch Speisen wie " Kabeljaurückenfilet mit Kräuterkruste auf Blattspinat und Champagnersoße " oder " Pot au feu de la mer " und vieles andere mehr.

Dazu einen Wein aus Perl oder Nenning, was will man mehr?

Rezension:Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen: Meine ganz persönlichen Tipps für ein gesundes Leben

Prof. Hademar Bankhofer engagiert sich seit 35 Jahren für Naturmedizin.Er berichtet in diesem Buch eingangs von seinem Lebensweg und wartet anschließend mit seinen ganz persönlichen Tipps für die Gesundheit auf. Bankhofer nennt viele altbewährte Hausmittel aus Omas Schatzkiste, wie etwa Zwiebelsäckchen gegen Erkältung bei Kindern und anderes mehr. In der Folge listet er die besten Heiltees auf. Fencheltee gegen Bauchschmerzen kennen viele. Wer aber kennt Tannennadeltee gegen Einschlafprobleme?

Kneipp wusste schon um die Heilwirkung von Wasseranwendungen. Wellness im Badezimmer ist ein Thema Bankhofers. Er schreibt von dem Geheimnis der wohltuenden Düfte, referiert über sogenannte "Stammkräuter" und weist auf Kochsalzbäder gegen Ermüdungserscheinungen, Frauenleiden, Kreislaufschwäche und faltige Haut hin.

Der Autor nennt viele Gesundheitsrezepte, die alle dazu verhelfen die Abwehrkräfte zu stärken und eine bessere Konzentration zu bekommen.
Gefallen hat mir die Auflistung diverser Energie-Kicks, die tatsächlich sehr gut gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen. Lesenswert auch sind die Seiten über Nahrung, die den Körper jung erhält.Wer geistig nicht träge werden will, muss sich geistig beschäftigen, aber auch die richtigen Nahrungsmittel zu sich nehmen. Produkte, die Vitamin C und B sowie Lecithin enthalten, genügen nicht alleine. Bankhofer macht auch mit kreativitätsfördernder Kost vertraut.

Wer kreativ sein möchte benötigt gute Laune. Diese setzt voraus, dass der Körper mit genügend Serotonin versorgt ist. Man muss darauf achten, dass das Gehirn mit ausreichend Sauerstoff erhält. Hier hilft sportliche Betätigung. Wer tägliches Gehirnjooging betreibt, wird im Alter geistig nicht ermatten.Begeistert haben mich die frohen Botschaften, die Bankhofer hinsichtlich des Kaffeegenusses verkündet. Er kann nämlich das Risiko für Magengeschwüre und Kopfschmerzen, Leberleiden und Muskelschmerzen mindern und er schützt vor Parkinson. Wichtig zu wissen: Kaffee macht entgegen weit verbreiteter Meinung nach Alkoholgenuss nicht nüchtern. Er verstärkt stattdessen die Aufnahme des Alkohols im Blut.

Jetzt im Frühling möchten alle ein paar Kilo Winterspeck loswerten. Hormone helfen uns dabei. Deshalb sollte man bestimmte Nahrungsmittel in den Speiseplan einbauen. Bankhofer nennt alle diese Produkte und beantwortet ausführlich häufig gestellte Fragen zum Abnehmen. Sport ist nicht nur notwendig um geistig fit zu bleiben, sondern auch um eine gute Figur zu bewahren, bzw. sie wieder zu bekommen. Welche Fitnessübungen im Alltag sinnvoll sind, kann man im Buch nachlesen.

Sehr gut ist übrigens die Beschreibung der 50 besten Lebensmittel. Hier erfährt man jeweils die wichtigsten Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete. Avocados beruhigen bei Stress und Aggression und helfen bei Menstruationsstörungen, außerdem schützen sie vor vielen Krebsarten. Bananen sollte man bei negativer Stimmung und in Stresssituationen zu sich nehmen, weil sie u. a. Serotonin enthalten.

Der Autor benennt auf 132 Seiten die speziellen Maßnahmen, die man das Jahr über ergreifen soll, um gesund und fit zu bleiben. Dabei beginnt er mit wirklich guten Infos für die Frühlingsfitness. Wer winterdepressiv oder müde ist, sollte jeden Tag 30 Minuten Sport treiben und verschiedene andere Dinge tun, die der Autor bestens beschreibt. Ein Special fürs Abnehmen im Frühjahr ist sehr erhellend.Im darauf folgenden Kapitel befasst er sich mit der Beseitigung von Stress, der bekanntermaßen nicht nur aggressiv und destruktiv, sondern auch krank macht.

Bankhofer zeigt wie die so genannte " simple Meditation " funktioniert. Wissenschaftler der Harvard-Universität haben nachgewiesen, dass diese einfache Methode funktioniert und Begleiterscheinungen wie etwa Kopfschmerzen, Verspannungen, Bluthochdruck, Nervosität und chronische Schmerzen verringert.
Dass die Musik heilende Wirkung hat, hat sich bereits herumgesprochen. Mittlerweile gibt es spezielle Musikstücke, die sich therapeutisch einsetzen lassen und die Psyche positiv verändern.Wichtige Schutzmaßnahmen gegen Stress sind: Lachen, Laufen, Lernen, Lecitin und die Liebe.

Eine aktuelle Studie der amerikanischen Havard -Universität hat ergeben, dass die seelische Stimmung eines Menschen für seine Gesundheit genau so wichtig ist wie seine Gene. Menschen mit guter Laune haben eindeutig eine höhere Lebenserwartung als Pessimisten, die in der Regel häufiger krank sind und schneller altern.
Die beste Naturmedizin allerdings ist die Liebe und die Zärtlichkeit. Bankhofers Aufforderung: "Küss mal wieder" , sollte sich jeder zu Herzen nehmen.-:))

Rezension: South Africa (Gebundene Ausgabe)

"Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen.,

Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil".( Zitat: Nelson Mandela)

Der international renommierte Fotograf Michael Poliza hat gemeinsam mit seinen Freunden Vanessa Crowling, Chris Fallows, Justin Fox, Craig Fraser, Chris Kirchhoff, Mandla Mnyakama, Obie Oberholzer und Thomas P. Peschak diesen wünderschönen Fotobild-Band anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2010 auf den Weg gebracht, um Interessierten die landschaftliche Vielfalt Südafrikas und deren Bewohner visuell näher zu bringen.

In der knappen Einleitung, die in fünf Sprachen nachlesbar ist, berichtet Poliza, weshalb er dieses Projekt realisiert hat und betont, dass sein wichtigstes Anliegen darin besteht, dass sich in Südafrika die Kluft zwischen Reich und Arm, zwischen Besitzenden und Besitzlosen verringern wird. Poliza wurden die enormen Gegensätze speziell bei den Luftaufnahmen rund um Johannisburg bewusst. Er sagt wortwörtlich:"Auf der einen Seite herrscht große Armut, zu viele Menschen kämpfen unter schwierigsten Bedingungen um ihr täglich Brot. Auf der anderen Seite habe ich selten so viele Häuser und Villen (wenn nicht gar Schlösser) gesehen wie hier" und in der Folge verbalisiert er resümierend: "Es muss etwas getan werden, um den Lebensstandard der Ärmsten unter den Armen zu heben"(Zitate: Poliza, Seite 7 und Seite 8).

Hinter dem beeindruckenden Fototeil (beinahe 100 Aufnahmen) hat man Gelegenheit auf vier Seiten Wissenswertes über Südafrika, zusammengetragen von der südafrikanischen Schriftstellerin Dominique le Roux, nachzulesen. Im Anschluss an den Beitrag dieser sehr nachdenklichen Schriftstellerin, erhält man Infos über die Fotografen, ferner kann man sich auf einer doppelseitigen Landkarte einen Überblick über Südafrika verschaffen,- auch darüber, wo die einzelnen Fotos entstanden sind.

Die Fotos sind im kleinen Format auf den letzten sieben Seiten abermals abgelichtet. In englischer Sprache erfährt man, wo sie im Einzelnen entstanden sind und was auf dem jeweiligen Motiv dargestellt ist.

Die doppelseitigen Aufnahmen (Farbbilder), die ich mir innerhalb der letzten Wochen immer wieder anschaute, sind mehr als bloße Zeitdokumente. Besonders die Natur- Aufnahmen geben ein Stück Ewigkeit wider. Beeindruckt hat mich das Foto, auf dem zwei Angler auf wild zerfurchten Klippen frühmorgens bei ihrem Tun an der Westküste zu sehen sind. Eine tolle Aufnahme, zeitlos schön! Imposant ist die Impression, die ebenfalls frühmorgens am Strand in der Nähe des "Cape Henderson Nature Reserve" entstanden ist. Man erahnt die Sonne erst am Firmament. Das Licht wirkt geheimnisvoll, ein wenig wie ein Versprechen.

Gelungen ist auch das Foto der neugierigen blickenden Erdmännchen sowie alle Tieraufnahmen und hier im Besonderen ein Foto auf dem der hintere Teil von drei Zebras gezeigt wird. Die Aufnahme ist so gut, dass man die Struktur des Fells erkennen, ja nahezu erspüren kann. Ich muss mich berichtigen: das gilt auch für den Kopf eines Elefanten, dessen Haut wie eine zerklüftete Landschaft anmutet. Der Elefant wirkt ähnlich archaisch wie manch anderes Tier, das man auf den Fotos näher studieren kann.

Direkt aus dem Paradies scheint der Grashüpfer entsprungen zu sein. Dieses Tier ist ein überaus ästhetischer Anblick. Die Farben sind harmonisch abgestimmt, Lila- Orange- und Gelb-Töne, aber auch ein Hauch Rot machen den Grashüpfer zu einer hinreißenden Naturschönheit.

Die Bilder der Slums sind erschreckend. Die Fotos der Villen, die wenig später folgen, machen deutlich, das Polizas Forderung "Es muss etwas getan werden, um den Lebensstandard der Ärmsten unter den Armen zu heben" dringend in die Tat umgesetzt werden muss.

Das Gesicht der alten, dunkelhäutigen Afrikanerin habe ich lange angeblickt. Es ist ein Gesicht, in dem viel Schmerz und Leid eingegraben ist. Blickt man auf das Foto der brennenden Slums, so ahnt man weshalb. Solche Ereignisse sind an der Tagesordnung in Südafrika und bedürfen einer stoischen Natur, um daran nicht zu zerbrechen.

Natürlich fehlt es nicht an Fotos von Fußballspielern. Diese verorten das Gesamtprojekt in das Hier und Jetzt.

Ein Buch, das ich gerne empfehle.

Rezension: Prada (Broschiert)

Diese Firma beschäftigt weltweit 7200 Mitarbeiter. Die Firmenphilosophie ist lobenswert.


Dieser Prachtband mit raffiniertem Einschub zeichnet die mannigfaltigen Aspekte und Werte der Modefirma "Prada" nach und stellt sie repräsentativ dar. In der betont minimalistischen Einführung von Miuccia Prada und Patrizio Bertelli erfährt man bereits, worum es in diesem Buch geht :"von der Mode bis zur Kommunikation, vom Streben nach Exzellenz bis zum technologischen Fortschritt, von der Architektur bis zur Kunst" wird auf 700 Seiten alles thematisiert, was diese Weltfirma ausmacht. Eine Fülle schöner Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos werden nicht nur Mode-Begeisterte erfreuen.

Das Buch ist untergliedert in: Vergangenheit, Innenleben, Bühne, Produkt, Ort, Szene, Außenansicht, Prada und Fondazione Prada.

Zunächst wird man über den historischen Hintergrund der 1913 gegründeten Firma kurz aufgeklärt. Der Mailänder Mario Prada vertrieb in seinem exklusiven Ladengeschäft in der Galleria Vittorio Emanuele II Reiseutensilien, Accessoires und Luxuswaren. Ab 1919 wurde Prada Hoflieferant des italienischen Königshauses und erhielt das Recht, das Wappen und die Insignien des Hauses Savoyen- die verknoteten Schnüren- in das Markenzeichen zu integrieren.

Das Familienunternehmen vergrößerte sich zu Beginn der 70er Jahre als die Enkelin des Firmengründers sich mit dem Unternehmer Patrizio Bertelli zusammentat. Mittlerweile agiert die Prada-Gruppe in insgesamt 78 Ländern und beschäftigt 7200 Mitarbeiter.

Zur Marke Prada gehören Lederwaren, Konfektionskleidung und Fußbekleidung für Herren und Damen, des weiteren Brillen, Parfums und Handys.

Das Kapitel "Vergangenheit" zeigt interessante Schwarz-Weiß-Aufnahmen u.a. von hübschen Handtaschen aus den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts, zeigt die Inneneinrichtung der ersten Mailänder Boutique und anderes mehr, bevor man das heutige Innenleben der Firma kennenlernt. Man sieht wie gearbeitet wird, wie Taschen und Kleider und Schuhe handangefertigt werden. Man liest von der Firmenphilosophie. Bertelli arbeitet gerne mit älteren Leuten. Für ihn sind junge Menschen nicht zwingend entscheidend für die Innovation.

Anhand von 15 Kurzfilmen, deren Einzelsequenzen im Buch abgelichtet sind, kann man einem Produktionsprozess vom Anfang bis zum Ende folgen, gewinnt anschließend anhand von weiteren Fotos einen guten Eindruck von den verwendeten Materialien, von den Techniken des Siebdrucks, der Vernadelung, des Bindens und Färbens, um dann die Bühne kennenzulernen. Man erhält aufgrund von Skizzen einen Eindruck von dem Laufsteg, den Sitzplätzen etc., bevor man Bilder der Models bewundern kann, die Prada-Mode präsentieren. Man lernt die Modeschöpfungen der Designdenkfabrik AMO kennen, Hunderte kleiner Fotos, auf denen Prada-Kleidung vorgeführt wird, Handtaschen und tolle Schuhe (ebenso schöne wie Manolos!) werden gezeigt und Kollektionen von 1987- 2009 werden effektvoll präsentiert.

Man lernt diverse Prada- Ladengeschäfte weltweit visuell näher kennen und wird über vieles andere mehr in puncto Prada in Kenntnis gesetzt, das hier aufzuführen den Rahmen der Rezension sprengen würde. Prada ist das Gegenteil von Billigmode. Brad Pitt und Mick Jagger tragen Prada und viele andere Erfolgreiche aus der Film- und Musikszene, wie die Fotos verdeutlichen.

Das Buch ist ein Hochgenuss für alle, die schönes Design lieben und sich an Dingen erfreuen können, ohne sie zwingend alle besitzen zu wollen.

 


Rezension:Denken mit La Rochefoucauld: Maximen über Eigenliebe und Eitelkeit, Liebe und Verrat, Ruhm und Heuchelei, Tugenden und Laster (Broschiert)

Der französische Schriftsteller La Rochefaucauld ( 1613-1680) hat mit seinen Texten sowohl Goethe, Nietzsche als auch Thomas Mann in ihrem künstlerischen Schaffen beeinflusst.

In aphoristisch prägnanter Form verleiht der Denker durch seine Reflexionen, Sentenzen und Maximen seinem pessimistischen Weltbild nachhaltig Ausdruck.

Er ist davon überzeugt, dass der Ursprung allen menschlichen Handels in der Eigenliebe begründet liegt. Dabei versuche der Verstand , so La Rochefoucauld, dem Herzen geschickt edle Motive unterzuschieben.

Der Schriftsteller möchte durch seine Texte dazu beitragen, dass man sich frei von von Illusionen und Selbsttäuschungen, selbst erkennt, seine animalische Eigenliebe überwindet, stattdessen eine vornehme Haltung- basierend auf dem Ideal des " honnete homme"- entwickelt, deren Ziel es ist den gepflegten, gesellschaftlichen Umgang untereinander angenehm zu gestalten.

Ich habe fünf Reflexionen aus dem vorliegenden Buch ausgewählt, damit Sie eine Idee davon bekommen, womit sich La Rochefoucauld auseinandersetzte.

Schwache Menschen können nicht aufrichtig sein.

Das echte Kennzeichen einer edel geborenen Natur ist die Neidlosigkeit.

In der Eifersucht liegt mehr Eigenliebe als Liebe.

Wenn unser Hass zu stark wird, so erniedrigt er uns unter die, die wir hassen.

Es gibt kaum einen Menschen, der klug genug wäre, all das Schlimme zu erkennen, was er tut.

La Rochefoucauld reflektiert auf diese Weise den Stolz, den Eigennutz, die Koketterie, den Betrug, die Eitelkeit, die Heuchlei, die Ruhmsucht, den Verrat und immer wieder die Freundschaft und die Liebe, die Leidenschaften und all die Verhaltensmuster, die den Menschen glücklich oder unglücklich machen.
Empfehlenswert.


 

Rezension: Der Geschmack von Schokolade: Schokoladendegustation, 40 Rezepte, 100% Kakao (Gebundene Ausgabe)

Das Buch des Autors Stephan Lagorce präsentiert sich als Schokoladentafel. Nettogewicht 1055 g. Endlich mal eine Schokolade, die man ohne Reue genießen kann!Inhaltlich wird eine Anleitung zur Schokoladendegustation geboten, der 40 Rezepte folgen.Die appetitanregenden Fotos wurden von Eric Fenot gemacht.

Der Leser erfährt zunächst, was man unter Kakaopulver, Schokoladenpulver, kakaohaltigem Getränkepulver, Schoko- und Nuss-Nugat-Cremes, Pralinen, Trüffel und Rochers, Ostereier und Hohlfiguren sowie Kakaolikör und Creme de Cacao zu verstehen hat.Sieht man mal von Schoko- und Nuss-Nugat-Cremes ab, sind die Ingredienzien der Produkte unbedenklich. Besagte Cremes allerdings enthalten viel Zucker, leider nur wenig Kakao, dafür aber schädliches Pflanzenfett und Nüsse.Wie lässt sich der Geschmack der unterschiedlichen Schokoladen erspüren?

Der Autor klärt gut nachvollziebar über gustatorische, olfaktorische und somästhetische Wahrnehmung auf und weist im Rahmen kleiner praktischer Übungen darauf hin, wie man den Gourmet in sich herauskitzeln kann. Schokolade sollte man mit allen fünf Sinnen genießen. Aussehen, Geruch, Geschmack, die taktile Wahrnehmung und der Klang sind von Bedeutung. Diesbezüglich gilt es sich zu sensibilisieren.Sinnvoll ist es eine Degustation im Kreise von Freunden durchzuführen. Sechs bis acht Personen( keineswegs nur ein nettes Damenkränzchen) können dann nach dem gemeinsam durchgeführten Test ihre Erfahrungswerte zu 8- 10 Sorten dunkler Edelschokolade( Grand Crus) 6-8 Sorten Milchschokolade, 4-6 Sorten weißer Schokolade und 4-6 Sorten gefüllter und aromatisierter Spezialitäten austauschen. Eine solche Fachsimpelei ist mehr als erbaulich.

Lagorce informiert über die Reihenfolge und die Dauer der Degustation, äußert sich auch über die beste Zeit zur Verkostung und warnt nicht grundlos vor reichhaltigen Mahlzeiten vor dem Schokoladenevent.Verkostungen von Trinkschokoladen bedürfen einer guten Vorbereitung. Der Autor erklärt ausführlich, was in diesem Fall zu tun ist, um erfolgreiche Ergebnisse zu erzielen.Ebenso ausführlich und gut nachvollziehbar lässt sich Lagorce zur Verkostung von Kuchen, Tartes und Törtchen, Fondants, Pralinen und Trüffel, Schokoladeneis, warmen Saucen und Makronen aus. Haben sie keine Angst um Ihre Figur. Man verkostet ja nicht täglich und man probiert immer nur kleine Mengen. Schokoladendegustationen sind eine kultivierte Angelegenheit.

Sie erfordern übrigens eine sehr differenzierte Sprache, mittels der man seine Geschmacksempfindungen mit den anderen Teilnehmern der Verkostung präzise austauschen kann. Dieses verbale Nachschmecken macht besonders viel Freude.Ein kleines Lexikon der Degustation hilft dem Leser die richtigen Worte dafür zu finden, was seine Sinne wahrnehmen. So kann Schokolade beispielsweise wachsig, aggressiv, laktisch und nach tierischen Noten schmecken aber auch herb-süss, zart, gewürzig und vom zartem Schmelz sein.
Dem Schokoladenglossar entnimmt man anschließend was man unter Begriffen wie Conchieren, Enrobieren und Ganache versteht.

Des Weiteren erfährt man welche Schokoladen zu Wein, Spirtituosen, Kaffee , Tee und Zigarren passen.
Ich selbst schätze die Kombination von Rotwein mit zwei drei Stückchen guter Bitter- Schokolade sehr und kann die diesbezüglichen Betrachtungen des Autors nur bestätigen.Blue Mountain-Kaffee in Verbindung mit Grand-Cru-Schokolade( was man darunter zu verstehen hat wird auch erklärt) ist ein Kuss vom Himmel und besser als jedes Dessert. Schön, dass der Autor auf diese exzellente Kombination hinweist.

Bevor Lagorce mit den 40 Rezepten aufwartet, vermittelt er noch umfangreiche Kenntnisse hinsichtlich Schokoladengewürzen, gemeint sind Chili, Zimt, Ingwer, Kardamom etc, aber auch Nüssen und Früchten, sowie Gemüsesorten. Neuerdings werden kandierte Tomaten, auch Paprika und Süßkartoffeln mit der Schokomasse vermählt. Die Fantasie der Chocolatiers kennt offenbar keine Grenzen.

Den Rezepten ist u.a. zu entnehmen, wie man Schokoladen-Ganache, Schokoladentrüffeln. und ein sehr feines Mousse au Chocolat herstellt, das gottlob nicht übermäßig süß ist.Verschiedene Schokoladenkuchenrezepte eignen sich nicht nur für Aktionen am Herd vor Kindergeburtstagen. Weiß man doch, dass gerade in die Jahre gekommene Männer häufig zu Zuckerschnäutzchen mutieren, denen liebevolle Ehefrauen sicher gerne Gutes angedeihen lassen. Jungs in den besten Jahren mit leichtem Bauchansatz gelten allgemein als sexy und können insofern bedenkenlos hin und wieder sündigen.:-)

Im Anhang findet sich ein kleiner " Nachschlag " rund um die Schokolade. Bemerkenswert sind dort die Informationen zu Kakaosorten und den Grand Crus unter den Kakaos.

Ein schönes, informatives Buch. Eine tolle Geschenkidee.

Empfehlenswert.




Rezension: Die skandinavische Küche: Originalrezepte aus Mittsommerland (Gebundene Ausgabe)

Rezepte aus dem Mittsommerland.
Die skandinavische Köchin und Food- Journalistin Trine Hahnemann hat gemeinsam mit einem der führenden skandinavischen Food- Fotografen Lars Ranek ein Buch herausgebracht, das die skandinavische Küche anhand von 110 Originalrezepten aus Mittsommerland den Lesern näher bringt.Ihre Rezepte untergliedert Hahnemann saisonal. Für jeden Monat stellt sie bestimmte Speisen vor und erzählt - fast nebenbei - wieso man bestimmte Speisen vor Ort in bestimmten Monaten zubereitet.
Lars Ranek hat viele appetitanregenden Food- Fotos, aber auch schöne Landschaftsaufnahmen und Fotos von den hübschen weiß angestrichenen Holzhäusern gemacht, die die kleinen Texte und Rezepte begleiten.

Vertieft man sich in diese Bilder, möchte man sofort die Koffer packen.
Der Leser erfährt wie man Brot und dänisches Plundergebäck herstellt, lernt Lachs zu marinieren und " Skagener Fischsuppe " zuzubereiten. Man erfährt, dass schon Generationen von Künstlern nach Skagen gezogen sind und dort viele berühmte Gerichte, so auch die Fischsuppe kreiert worden sind. Rote Beete sind die Beilage von einigen der beschriebenen Gerichte, so auch von Kabeljau mit Senfsauce.

Smorrebrod- ein pikant belegtes Brot- wird traditionell zum Mittagessen gereicht. Im Buch werden einige sehr delikate Varianten vorgestellt. Fisch- und Schalen- und Krustentiere werden generell zu sehr delikaten Speisen verarbeitet, Rezepte für " Marinierten Brathering ", " Hausgemachte Matjes ", " Geräucherte Forelle mit neuen Kartoffeln und Räucherkäsecreme ", " Roggen- Facoccina mit Lachs -Burger ", " Kaisergranat mit Kräutermayonnaise " , " Fischküchlein mit Kräutercreme und Dillkartoffeln ", " Graved Lax mit Honig-Senf-Sauce " u. s .w . sind sehr gut beschrieben und lassen sich problemlos am heimischen Herd zubereiten.

Austern werden mit Rotweinessig-Vinaigrette auf den Tisch gebracht.
Für Fleischliebhaber bietet die skandinavische Küche teilweise sehr deftige Gerichte an, wie etwa einen " Kapitänseintopf" , " Biff Lindstom ", " Pikant gefülltes Lamm mit Spinat und Bratkartoffeln ", " Sonntagsbraten mit Kartoffeln und Schwarzwurzeln ", " Schwedischen Weihnachtsschinken " etc., aber es gibt auch weniger schwere Speisen, beispielsweise " Kalbfleisch mit karamellisiertem Rhabarber und pikanten Salaten " oder " Huhn in Meerrettich- Kerbel- Sauce " , wie auch " Gefüllter Fasanenbraten mit Wirsing und Kartoffeln ".

Überrascht hat mich die Kreativität im Bereich der Desserts. Rote Früchte aller Art werden mit Sahne oder Joghurt zu delikaten Rezepten verarbeitet. Die " Rote Beerengrütze mit eisgekühlter Sahne " schmeckt göttlich. Die " Crepes mit Kompott von unreifen Stachelbeeren " , aber auch die " Heidelbeer - Tarte " sind ein Geheimtipp für Zuckerschnäuzchen.

Das Glossar am Ende des Buches sollte man sich nicht entgehen lassen, weil dort typische skandinavische Lebensmittel näher beleuchtet werden.

Empfehlenswert.


Rezension: Natürlich Wohnen mit Stil (Gebundene Ausgabe)

Die Autorin Judith Wilson arbeitet u .a. als Dozentin an der renommierten KLC School of Design in London.
In ihrem hervorragenden Buch macht sie den Leser mit umweltfreundlichem, natürlichem Wohnen vertraut und verdeutlicht, dass es bei dieser Wohnform keineswegs an Stil zu mangeln braucht. Anhand vieler eindrucksvoller Fotos erhält man einen visuellen Eindruck von dem, was Wilson vorschlägt. Naturschutz sollte immer in den eignen vier Wänden beginnen. Deshalb ist es notwendig zu lernen energiesparende Geräte, recycelte Materialien und nachwachsende Rohstoffe einzusetzen. Wilson sensibilisiert den Leser im Hinblick auf die Reduzierung des Energieverbrauchs, wirbt für Wärmedämmung und zeigt wie man Wasser einsparen kann.

Thematisiert werden Erdwärmepumpen, Solarenergie, Windturbinen und lebende grüne Dächer und es wird gezeigt wie man Schadstoffe in der Wohnung meiden kann. Immer wieder werden praktische Tipps gegeben, die dazu verhelfen die Vorschläge der Autorin praktisch umzusetzen. Dass eine recycelte Kücheneinrichtung so gut aussehen kann, wie auf den Fotos dokumentiert, hätte ich zuvor nicht für möglich gehalten. Über viele Seiten wird gezeigt, dass man für natürliches Wohnen keine Kompromisse eingehen muss. Modernes Interieur mit Naturmaterialien wird umfangreich zelebriert, Formen werden immer wieder betont und Texturen breitgefächert erklärt. Ein moderner Wohnstil macht klare Linien erforderlich, allerdings wirken zu viele glatte Linien in neutralen Farben steril. Judith Wilson stellt Natur - und Biofarben vor und macht mit passenden Details und Accessoires vertraut.

Einen erfreulich breiten Rahmen nimmt der Landhausstil im Buch ein. Der Boden, die Wände und die Decken sind mit Naturmaterialien dezent gestylt und die Möbel absolute " Hingucker ". Stühle sind häufig mit Hussen bezogen, die Stoffe aus kühlem Leinen oder aus wärmender Wolle, die Farben gedämpft. Der " Retrostil " und der " Shabby chic " sind weitere Möglichkeiten eine individuelle Wohnoase im Sinne der Autorin zu schaffen. Besonders die Räume in " Shabby chic " mit exzentrischen, raffinierten Einrichtungsdetails sind eine Augenweide.

Muster mit organischen Formen oder stilisierte Pflanzenmotive sind die essentiellen Zutaten für den natürlichen, dekorativen Look. Wohnaccessoires, wie eine bunte zeitgenössische Skulptur, Vasen und andere Objekte sorgen für lebendige, harmonisch wirkende Farbigkeit im Haus. Wilson wartet mit praktischen Tipps auf, wie man dekorative Fundstücke zusammenstellt und anordnet. Stilvolles Wohnen am Meer unter natürlichen Gesichtspunkten wird außerdem gezeigt. Hier kommen die Anregungen von dem, was man sieht, von einem Meeresblick, einem Landschaftspanorama und von den Dingen, die wir in der Natur finden.
Im letzen Teil des Buches befasst sich die Autorin ausgiebig mit Materialien, Stoffen und Farben.

Natursteinwände und Natursteinplatten, Wandputz, Holzfußböden , weiche Oberflächen, wie Leder und Tierfelle , auch Pflanzenteppiche kommen zur Sprache und man wird über hochwertige Dekostoffe in Kenntnis gesetzt. Auch die Raumfarben werden fokussiert und es wird darauf hingewiesen, dass man stets Farb-, Material- und Stoffmuster nebeneinander legen sollte, bevor man zu Tat schreitet.

Ein wirklich hochinformatives und dabei schönes Buch, von dem man sich gerne inspirieren lässt.

 
 

Rezension:Weinreisebuch Österreich (Gebundene Ausgabe)

Weinbuchliebhaber werden begeistert sein.,
Österreichs bekanntester Weinbuchautor Klaus Egle hat gemeinsam mit dem Fotografen Gerhard Trumler dieses hochinformative, schöne Buch auf den Weg gebracht.

Zur Sprache kommen die besten Adressen im Weinland Österreich für Weingüter, Vinotheken und Buschenschänken, Wirtshäuser und Restaurants, Weingarten- und Wellnesshotels, Kulturangebote und Sehenswürdigkeiten.

Die Weinreise führt durch folgende Gebiete:

Die Weststeirische Weinstraße, die Südsteirische Weinstraße, die Saulaser Weinstraße, die Südoststeiermark, das Südburgenland, am Neusiedler See, die Weinstraße Carnutum,die Thermenregion, von der Donau zur March, die Brünner Straße, durch das Pulkautal, entlang des Wagrams, Treisertal, Kemstal, Kamptal, die Wachau und rund um Wien.

Alle Regionen werden liebevoll beschrieben. Das liest sich, um ein Beispiel zu geben, am Anfang gleich wie folgt:"Der Schilcher ist der rosa Farbtupfer in der österreichischen Weinlandschaft. Ein rassiger Geselle, in dessen Heimat der Weststeiermark, die den Begriff "Weinberg" vermutlich erfunden haben."(Zitat. S. 9)

In der Folge erfährt man, was man unter "Schilcher" zu verstehen hat, lernt Sehenswürdigkeiten an der "Weststeirischen Weinstraße" kennen, wird sehr gut über exzellente Weingüter in der Region aufgeklärt und erfährt über all das, was ich eingangs bereits erwähnt habe, viel Wissenswertes. Es ist freilich unmöglich auf Hunderte von textlichen Beschreibungen einzugehen oder gar die vielen Fotos zu thematisieren. Es sind übrigens sehr gute Aufnahme, oftmals sehr schöne Stimmungsbilder.

Besonders gerne mag ich die Weine vom Burgenland und vom Weinbaugürtel am Neusiedler See, vertiefte mich deshalb soeben in die entsprechenden Bilder und Texte. Mit dem Autor teile ich die Meinung, dass es in Österreich kaum eine andere Weinregion gibt, die heute noch so authentisch und naturbelassen ist, wie das Südburgenland. Auf einer Weinverkostung Burgenländischer Weine in Bad Dürkheim hatte ich Gelegenheit Krutzlers "Perwolff" kennenzulernen, der, wie der Autor schreibt, zu den besten und langlebigsten Rotweinen des Landes zählt, ein reinsortiger Merlot ist und "ein Juwel für fortgeschrittene Weingenießer" verkörpert. Stimmt genau. Dieser Wein ist eine Offenbarung. Genuss pur.

Wenn ich das nächste Mal zum Neusiedler See reise, weiß ich schon jetzt, wo ich wohnen und welche Weingüter ich besuchen werde, weiß es, dank der guten Erläuterungen im Buch. Das Weingut Feiler- Artinger in Rust wird sicher dabei sein. Den traditionsreichen Betrieb besuchte ich vor mehr als drei Jahrzehnten das letzte Mal. Lang ist`s her....

Weinliebhaber werden begeistert sein von der Fülle der Informationen. Das Buch ist eine Bereicherung für alle, die mehr über die österreichischen Weinregionen wissen möchten.

Rezension: DVD: Das Mädchen mit dem Perlenohrring - Meisterwerke Edition (DVD)

Jan Vermeer (1632-1675), im Film dargestellt von dem sehr gut aussehenden Schauspieler Colin Firth , lebte als Maler in Delft. Neben Franz Hals und Rembrandt gehört er zu den drei bedeutendsten Vertretern der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Interessant bei seinen Gemälden ist die Behandlung des Lichts, über das die zumeist in Tätigkeiten versunkenen Figuren ihren einzigen Außenbezug erhalten.
Diese Lichtgestaltung kommt im Film sehr gut zum Ausdruck und lässt die einzelnen Filmsequenzen selbst wie Gemälde Vermeers erscheinen.

Man erlebt den Maler bei seiner Arbeit. Er wohnt im Hause seiner Schwiegermutter, die alle Familienmitglieder beherrscht. Sie ist eine schrecklich raffsüchtige, unsympathische Person. Vermeers Ehefrau Catharina Bolnes - sie ist fortwährend schwanger - wirkt ebenfalls sehr unsympathisch, nicht zuletzt, weil sie aufgrund ihrer fürchterlichen Eifersucht sehr ungerecht zu ihrem Personal ist. Die hübsche, betont zurückhaltende Griet ( Scarlett Johansson) arbeitet als Dienstmädchen im Hause Vermeer. Sie wäscht die Wäsche, putzt das Silber, schrubbt die Böden.

Als sie Vermeers Bilder sieht ist sie fasziniert. Man spürt, dass sie intuitiv begreift, was der Künstler aussagen möchte. Vermeer fühlt, dass Griet ein tieferes Verständnis für sein Tun besitzt und lehrt sie, Steine wie Lapislazuli zu zerstoßen und Farben zu mischen. Er erklärt ihr auch das Geheimnis von Farbkompositionen und den Sinn der Camera Obscura. Die beiden sprechen über die Bilder, die er malt und nur darüber. Griet erweist sich als sehr kritische, selbstbewusste Beobachterin. Dies alles geschieht heimlich, weil Vermeers Gattin die mentale Nähe zwischen Vermeer und Griet niemals dulden würde.

Die Beziehung zwischen dem Künstler und der Magd ist bis zum Ende des Films eine platonische, obschon man hofft, dass sie zu einer Person verschmelzen. Die unendliche Sehnsucht im Blick beider Protagonisten, das unterdrückte Begehren, wenn Sie einander anblicken, schmerzt den Zuschauer. Man wünscht den beiden Erlösung. Vermeers Mäzen möchte, dass der Künstler ein Portrait von der schönen Griet anfertigt. Auf diese Weise entsteht " Das Mädchen mit dem Perlenohrring", vielleicht eines der bekanntesten Gemälde des Künstlers. Als Vermeers Ehefrau von dem Bild Kenntnis erlangt, muss Griet das Haus verlassen....

" Das Mädchen mit dem Perlenohring " stellt vortrefflich die Gepflogenheiten und Sitten des Barockzeitalters in Holland dar. Die Schauspieler spielen ihre Rollen überzeugend. Der Film ist ein Genuss für die Augen des Betrachters. Mit Dialogen wird sehr sparsam umgegangen, primär wird Kommunikation durch sehr eindringliche, aber auch sehr scheue Blicke dargestellt.

Die Ton und Bildqualität lassen nichts zu wünschen übrig.

Rezension:Herrenchiemsee - Museum im Augustiner-Chorherrenstift, Königsschloss, König Ludwig II.-Museum: Amtlicher Führer (Taschenbuch)

Dass der Artikel derzeit bei Amazon nicht vorrätig ist, hindert mich nicht daran ihn zu rezensieren.
Das vorliegende Taschenbuch ist der amtliche Führer für " Herrenchiemsee ", bearbeitet von Elmar D. Schmid und Kerstin Knirr, erschienen 2007 und hoffentlich auch hier wieder bald erhältlich.
Näher dargestellt werden folgende Sehenswürdigkeiten der Insel: 1) Museum im Augustiner-Chorherrenstift 2) Königsschloss 3) König Ludwig II. Museum.
Ich habe den Fehler gemacht das Buch erst im Anschluss an den Inselbesuch zu kaufen und zu lesen und empfehle allen Chiemseebesuchern umgekehrt zu verfahren. Man sieht auf diese Weise alles viel bewusster und kann sich mehr auf Details konzentrieren.

Auf der Chiemseeinsel befand sich ehemals ein Chorherrenstift (als Pendant zum Nonnenkloster der benachbarten Insel " Frauenchiemsee " , das jedoch im Zuge der Säkularisierung weitgehend zerstört wurde. Übrig blieben die kleine " Pfarrkirche " und der Osttrakt des Klosters, das so genannte " Alte Schloss " (mit Bibliothek und Kaisersaal), sowie Teile des " Langhauses " der ehemaligen Klosterkirche.

Ludwig II von Bayern, der die Insel vor der Nutzung durch Spekulanten bewahren wollte, kaufte sie auf und verwirklichte hier nach dem Vorbild Ludwigs XIV. und dessen Schloss Versailles seinen Traum vom Sonnenkönigtum in der Formsprache des französischen Barock.
Der König bei dessen Tod (1886) der Bau aus Finanzgründen sofort eingestellt wurde, hat selbst nie in den Repräsentationsräumen, sondern nur in einem seitlichen Nebenflügel gewohnt. Neben dem handwerklich vorzüglich ausgeführten Prunk der Räume( Schlafzimmer, Spiegelgalerie) ist die Gartenanlage mit Lotanabrunnen (nach Versailler Vorbild) besonders hervorzuheben. Was Ludwig an zusätzlichen Bauten geplant hatte, wird in Entwürfen und Modellen im angeschlossenen König-Ludwig II Museum gezeigt.

Der Inselführer wartet zunächst mit einem historisches Abriss der Inselgeschehnisse auf, fokussiert anschließend das Museum im Augustiner-Chorherrenstift, nimmt zur Dauerausstellung " Stationen Deutscher Nachkriegsgeschichte: Verfassungskonvent Herrenchiemsee 1948 " Stellung und beschreibt die dortige Wohnung König Ludwigs II von Bayern ebenso gut, wie später dann das " König Ludwig II - Museum ".
Sehr schön dargestellt im Buch ist die " Galerie Maler am Chiemsee ". Es handelt sich hierbei um eine Dauerausstellung der Bayerischen Schlösserverwaltung in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München.
Nicht zu vergessen ist der Beitrag über die Gemäldegalerie Julius Exter, der mit Gemälden wie etwa " Frühling " oder " Frau mit Kahn ", aber auch mit " Badesteg " durch einen expressiven und farbkräftigen Stil positiv auffällt.

Das Königsschloss wird im Buch ausführlich beschrieben. Die detaillierte Beschreibung der Gartenanlagen sollte man sich im Vorfeld unbedingt zu Gemüte führen, sich aber auch die Informationen zum Schloss genau durchlesen. Nicht nur die " Große Spiegelgalerie " ist interessant.