.

.

Rezension:In jeder Sekunde (DVD)

Verkettung unheilvoller Umstände.,
 Die Kernaussage des Films lautet meines Erachtens: alles hängt mit allem zusammen.
Zwei sich zunächst scheinbar nicht berührende Handlungsstränge laufen - wie von Geisterhand gesteuert - aufeinander zu und führen zu einem leidvollen Ergebnis.

Hätten die Protagonisten den Handlungsverlauf stoppen können?

Auf diese Frage habe ich bislang noch keine zufriedenstellenden Antwort gefunden.

Thematisiert werden im Film Liebe, Verliebtheit, auch Begehren.
Die Szenen spielen primär in der Psychiatrie, im Hause eines Psychiaters, in einer Galerie, in der gestylten Wohnung einer Galeristin, in der chaotischen Behausung eines jungen Fotografen und im Discjockey-Mileu. Drogen spielen eine nicht unwesentliche Rolle.
Während der Psychiater( Sebastian Koch) versucht Leben zu retten , wird es im Drogenmileu willkürlich zerstört und doch ist der Psychiater kein Halbgott in Weiß, sondern ein überforderter Mensch, der aufgrund seines enormen Engagements sich selbst schon lange vergessen hat und bei dem ersten Lächeln, das ihm als Mann nach langer Zeit gilt, dahinschmilzt.
Die Liebesfähigkeit des jungen Fotografen berührt am meisten. Möglicherweise sind nur sehr junge Menschen zu solchen innigen Gefühlen fähig.

Sehr gute schauspielerische Leistungen, insbesondere von Koch.
Die Dialoge sind beinahe skizzenhaften, dabei aber bestens gemacht.
Der Film lebt von unter die Haut gehender Mimik.

Interessant, dass die Männer weitaus emotionaler erscheinen als die Frauen im Film, also ganz wie im wahren Leben und dies meine ich überhaupt nicht ironisch. Die Frauen wirken eher bewusst, fast ein wenig abgeklärt, dabei aber nicht besonders sympathisch. Sie arbeiten mit den Waffen der Verführung - mit Ausnahme von der Ehefrau des Psychiaters( Babara Auer), deren Blick nur ein geballter, höchst unangenehmer Vorwurf ist. Die Frauen sehen ihr jeweiliges männliches Gegenüber nicht in seiner Gesamtheit. Das ist sehr schade.
Leider geschieht dies nicht selten im realen Leben und führt zumeist zu unerfreulichen Ergebnissen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen