Unser Leben heißt Liebe, und nicht mehr lieben heißt nicht mehr leben." ( G. Sand)
Als Großmutter erfand George Sand in bester romantischer Tradition Märchen, in denen gute und schlechte Künstler, wunderschöne und weniger schöne Frauen sowie die Tier- und Pflanzenwelt eine Rolle spielen. Unauffällig verpackt die Erzählerin ihre Wissen und ihre Erfahrung in die Märchen ihrer Feen, in denen sie geradezu nebenbei und für ein siebenjähriges Kind verständlich, kunsthistorische und philosophische Gedanken einwebt. Selbst über die chemische Zusammensetzung der Erde reden die vernüftigen Feen, denen nichts ferner liegt als Spiritualismus und Alchemie.
George Sands große Kunst begründet sich wohl darin, das grobe Figurenpersonal der Märchen mit wenigen Strichen zu psychologisieren. All ihre Figuren haben einen individuellen Charakter und man erfährt, weshalb sie so sind.
Georg Sands Märchen bezaubern, besitzen Charme und vermitteln lässige Bildung. Die Erzählerin schafft es sehr gut den Figuren Leben einzuhauchen, d.h. aus Klischeetypen glaubhafte Charaktere zu gestalten.
Siegfried von Lindenberg. Komischer Roman von Johann G Müller
Lachen wirkt immer befreiend
In diesem Roman, erschienen 1779, besitzen Scherz, Satire, Ironie und Lachen eine tiefere Bedeutung, nämlich die mit Lachen die Wahrheit zu sagen. Don Quijote stand bei der Form wohl Pate. Dies erklärt meines Erachtens seine einstige Beliebtheit.
Spottwürdig sind dem Autor Johann Gottwerth Müller (1742-1828) Literatur- und Kleidermoden, Empfindsamkeit und Frömmelei, Geniekult und aufgesteifte Aufklärerei. Auch der Adel, konkret der Landadel von Pommern, behäbig in sich ruhend, von des Gedankens Blässe keineswegs angekränkelt und insofern zu jeder Torheit fähig, welches ein schlichtes pommersches Gemüt hervorbringen kann, wird auf die Schippe genommen.
Siegfried von Lindenberg sieht sich auf Augenhöhe mit allen Monarchen, auch dem Kaiser. Gemeinsam mit Ludimagister Schwalbe verlegt er eine Zeitung, in welcher man den Dorfklatsch und die Gutsnachrichten lesen kann. Schlossbedienstete staffiert er zu Gelehrten aus und gründet mit ihnen gemeinsam eine Sozietät. Schließlich erklärt er die Unabhängigkeit seines Gutsbesitzes vom Reich....
In diesem Roman, erschienen 1779, besitzen Scherz, Satire, Ironie und Lachen eine tiefere Bedeutung, nämlich die mit Lachen die Wahrheit zu sagen. Don Quijote stand bei der Form wohl Pate. Dies erklärt meines Erachtens seine einstige Beliebtheit.
Spottwürdig sind dem Autor Johann Gottwerth Müller (1742-1828) Literatur- und Kleidermoden, Empfindsamkeit und Frömmelei, Geniekult und aufgesteifte Aufklärerei. Auch der Adel, konkret der Landadel von Pommern, behäbig in sich ruhend, von des Gedankens Blässe keineswegs angekränkelt und insofern zu jeder Torheit fähig, welches ein schlichtes pommersches Gemüt hervorbringen kann, wird auf die Schippe genommen.
Siegfried von Lindenberg sieht sich auf Augenhöhe mit allen Monarchen, auch dem Kaiser. Gemeinsam mit Ludimagister Schwalbe verlegt er eine Zeitung, in welcher man den Dorfklatsch und die Gutsnachrichten lesen kann. Schlossbedienstete staffiert er zu Gelehrten aus und gründet mit ihnen gemeinsam eine Sozietät. Schließlich erklärt er die Unabhängigkeit seines Gutsbesitzes vom Reich....
Geschmunzelt wurde über den Roman sicher gleich nach seiner Veröffentlichung. Er war letztlich ein Ventil. Keine große Literatur aber kurzweilig, von daher .
" Willst Du den Charakter eines Menschen erkennen, dann gib ihm Macht." ( Abraham Lincoln),
Ach in ihrem neuen Buch befasst sich die Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek mit dem Thema Macht. Sie lotet aus, was man unter diesem Begriff zu verstehen hat, unterstreicht , dass es helle und dunkle Seiten der Macht gibt und verdeutlicht, wie man seine Ziele durchsetzen kann, ohne die eigenen Werte preisgeben zu müssen.
Die Autorin rückt bei ihrer Machttheorie das Individuum in den Mittelpunkt und reduziert den Machtbegriff auf das Wesentliche ohne zugleich eine moralische Wertung vorzunehmen.
Bauer-Jelenik definiert: " Macht ist das Vermögen, einen Willen gegen Widerstand durchzusetzen."
Dabei muss Durchsetzung keineswegs auf dramatischen Streit oder eine endlose Grundsatzdiskussion hinauslaufen. Kampf ist nur eines von vielen Mitteln, das zum Einsatz gebracht werden kann.
Macht zu besitzen bedeutet, sich im Falle eines Widerstandes durchsetzen zu können.
Die Autorin fokussiert die innere und äußere Legitimation von Macht und konstatiert, dass Gesetze und Normen den Rahmen für die äußere Legitimation festlegen und Handlungen ohne äußere Legitimation als Machtmissbrauch zu beurteilen sind. Die innere Legitimation wird durch das eigene Wertesystem, durch das Gewissen festegelegt.
Die Autorin lässt nicht unerwähnt, dass Spannungen zwischen innerer und äußerer Legitimation Menschen unter starken Druck setzen, der über längere Zeit zu körperlichen und seelischen Krankheiten führen kann.
Um sich dieser Gefahr nicht auszusetzen, benötigt man, um sich erfolgreich durchsetzen bzw. verteidigen zu können, Klarheit über den Zweck des Handels, das Wissen über den rechtlichen Rahmen und die geltenden Normen, sowie ein bewusstes persönliches Wertesystem, an dem man sich orientieren kann. Bauer -Jellinek resümiert, je mehr die innere und äußere Legitimation in Deckung gebracht werden kann, umso geringer ist der Kraftaufwand und umso überschaubarer das Risiko.
Die Autorin setzt sich mit der Problematik von Werten auseinander und zeigt, dass sie in dialektischer Beziehung zueinander stehen. Nach ihrer Ansicht bilden sie Gegenpole der Extreme mit einer fließenden Skala.
Bauer-Jelinek zeigt detailliert die drei Etappen der Entwicklung zu einer autonomen Ethik, wobei der autonome Entscheidungsprozess schließlich wiederum drei Schritte umfasst: Differenzieren, Quantifizieren und Relativieren.
Es muss klar sein, dass rasch wechselnde Situationen die Fähigkeit verlangen zwischen den beiden Gegenpolen im Wertespektrum Relationen herstellen zu können. Die Autorin erwähnt in diesem Zusammenhang den Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick und dessen These vom " Kipp-Effekt", wonach ein positiver Wert nicht beliebig vermehrt werden kann, weil er sich ab einer gewissen Größe ins Gegenteil verkehrt.
Bauer-Jelenik nennt acht Quellen der Macht und setzt sich mit diesen textlich differenziert auseinander. Es handelt sich hierbei um: Die Macht der Materie (Körperkraft, Schönheit, Besitz, Geld etc.) , die Macht der Herkunft ( Familie, Universitäten etc.), die Macht der Mehrheit ( Vereine, politische Parteien, Interessengemeinschaften etc.) , die Macht des Gewissens ( Erkenntnis, Erfahrung, Information, Bildung), die Macht der Gefühle ( Das gesamte Spektrum von positiven und negativen Emotionen), die Macht der Funktion ( Ämter, Positionen verliehen von Hierarchien etc.), die Macht der Kontakte( Netzwerke, Seilschaften etc.) , sowie die Macht der Überzeugung ( Werte , Glaubensätze etc.)
In Interessenskonflikten wird jedes Verhalten zu einem Machtinstrument. Die Autorin verdeutlicht, dass die Machtinstrumente keiner Rangordnung unterliegen und dass ihre Auswahl strategisch geplant werden muss.
Ausführlich befasst sich Bauer-Jelenik mit den Ausdrucksformen und Insignien der Macht und fokussiert im Anschluss die vier Schauplätze, wo Macht ausgeübt wird.
Nach Sicht der Autorin sind die Spielregeln der Macht durch die Wertesysteme der Schauplätze bedingt und nicht durch das Geschlecht der Akteure. Sie begründet gut nachvollziehbar, weshalb geschlechtsspezifische Machtformen heute weitgehend unbrauchbar geworden sind.
Denkt man an die dunkle Seite von Macht, fallen uns Begriffe wie Gewalt, Zwang, Intrige, Korruption und Manipulation ein. Diesen Machtmissbrauch definiert die Autorin wie folgt: Machtmissbrauch liegt vor, wenn: Ein Machtverhältnis entgegen seiner Bestimmung ausgeübt wird, es ohne Übereinkunft errichtet, verändert oder aufrechterhalten wird oder sich jemand in der Ausübung der Macht selbst schädigt.
Es folgt eine dezidierte Ausleuchtung des Begriffs Gewalt mit der Schlussfolgerung, dass eine passive Form der Gewaltvermeidung, keineswegs zum Ziel führt, Gewalt vollständig zu eliminieren. Allerdings kann einen hohe Kompetenz im Umgang mit der Macht, dazu beitragen , dass Interessenkonflikte mit friedlichen Formen der Macht gelöst werden, bevor es zum Einsatz von Gewalt kommt.
Bauer- Jelenik weiß, dass mit etwas Übung es dem Einzelnen gelingen kann, die Machtmittel und die Intensität des Einsatzes selbst zu bestimmen, ohne dabei seine eigenen Werte zu verraten.
Gefühle sind im Zusammenhang mit Macht nur eingeschränkt brauchbar, stattdessen ist Strategie und Taktik angesagt.
Sehr gut beschrieben ist der Macht-Eskalations-Kontroll-Zyklus, durch den Konflikte sinnvoll bereinigt werden können.
Aufschlussreich ist die Liste der Verhaltensmuster einzelner Kampftechniken, die untergliedert sind in offene, passive und verdeckte Techniken.
Man sollte sich im Klaren sein wie unsere Gegenüber in Konflikten agieren, um ihnen kühl die Grenzen aufzeigen zu können.
Dass Macht nicht negativ sein muss, zeigt Bauer-Jeleniks anhand einer Auflistung, aus der hervorgeht, dass wirkliche Machtgestalter/innen Menschen sind, die mit Macht kompetent umzugehen wissen. Solche Personen beherrschen immer konstruktive Verhandlungstechniken, klären die Grenze zum Machtmissbrauch, überprüfen eigene und fremde Motivation, bewerten ein Risiko realistisch, können ehrlich verzeihen, und zeichnen sich durch Ausdauer, Geduld, Mut, Kreativität und vieles andere mehr aus.
Bauer-Jelenik fügt in ihrem Buch jedem Kapitel sehr gute Anregungen zur Selbstreflexion bei, die den Leser dazu motivieren sich mit den klugen Gedanken der Autorin noch intensiver auseinanderzusetzen und die eigenen Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen.
Da es im Leben ohne Macht nicht geht, macht es Sinn sich dem Thema intellektuell auseinanderzusetzen. Dieses Buch leistet einen sehr guten Beitrag.
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Rezension Helga König
Selbstermunterungen (Edition Neue Texte) von Erwin Strittmatter
"Die Welt ist mir ein kaltes Haus ohne die gleichmäßige Wärme jenes Ofens, den man Liebe nennt." (Zitat Strittmatter
Unsortierte Gedanken aus einem Zwischenbereich zwischen Ahnungen und Verdichtungen, so könnte man die wunderbaren Selbstermunterungen Strittmatters nennen.
Man muss sie gelesen haben, um zu verstehen, dass hier ein originärer Denker schreibt, einer der es versteht, Ungeahntem eine Heimat zu geben, es in Sätze zu kleiden. Wenn Strittmatter sagt: "Und ich will die Dinge so lange anschauen, bis sie zu sprechen anfangen", dann trifft er sich selbst bzw. die reiche Fülle dieser aphoristischen Aussagen.
Er sagt: "Mir scheint, es wird im Geschwindigkeitsrausch mehr selbstgemordet als im Alkoholrausch, und verbrecherisch wirds, wenn Geschwindigkeits- und Alkohlrausch zusammenwirken." Den Verkehr sieht er im Vergleich zum Krieg: "Begibt man sich heute mit einem KFZ in den Großstadtverkehr, ist die Gefahr, dass manwird, mindestens so groß, wie wenn man in früheren Zeiten in den Krieg zog."
Erwin Strittmatter hat ein erfahrungs-reiches Leben gelebt. Er war Sohn eines Bäckers, seine Mutter war übrigens Sorbin. Die Welt kennt er als Bäckergeselle, Kellner, Chauffeur, Tierwärter, Hilfsarbeiter, Amtsvorsteher, Redakteur, freier Schriftsteller. Seine breiten Empfindungen sind in diesem Buch wunderbar zusammengefasst, ohne Kategorien, so wie ihn morgens die Nacht erfasst hat: "Mit ruhigen, wohlgeordneten Gedanken schlafe ich ein, mit Gedankenwirrwarr erwach ich, also muss ich trachten, Kontrolle über die Nachtarbeit meiner Gedanken zu erlangen."
Unsortierte Gedanken aus einem Zwischenbereich zwischen Ahnungen und Verdichtungen, so könnte man die wunderbaren Selbstermunterungen Strittmatters nennen.
Man muss sie gelesen haben, um zu verstehen, dass hier ein originärer Denker schreibt, einer der es versteht, Ungeahntem eine Heimat zu geben, es in Sätze zu kleiden. Wenn Strittmatter sagt: "Und ich will die Dinge so lange anschauen, bis sie zu sprechen anfangen", dann trifft er sich selbst bzw. die reiche Fülle dieser aphoristischen Aussagen.
Er sagt: "Mir scheint, es wird im Geschwindigkeitsrausch mehr selbstgemordet als im Alkoholrausch, und verbrecherisch wirds, wenn Geschwindigkeits- und Alkohlrausch zusammenwirken." Den Verkehr sieht er im Vergleich zum Krieg: "Begibt man sich heute mit einem KFZ in den Großstadtverkehr, ist die Gefahr, dass man
Erwin Strittmatter hat ein erfahrungs-reiches Leben gelebt. Er war Sohn eines Bäckers, seine Mutter war übrigens Sorbin. Die Welt kennt er als Bäckergeselle, Kellner, Chauffeur, Tierwärter, Hilfsarbeiter, Amtsvorsteher, Redakteur, freier Schriftsteller. Seine breiten Empfindungen sind in diesem Buch wunderbar zusammengefasst, ohne Kategorien, so wie ihn morgens die Nacht erfasst hat: "Mit ruhigen, wohlgeordneten Gedanken schlafe ich ein, mit Gedankenwirrwarr erwach ich, also muss ich trachten, Kontrolle über die Nachtarbeit meiner Gedanken zu erlangen."
Tee - Die Tee-Zeremonie II, Jean-marc Durou Poster Kunstdruck (30 x 24cm), Wird angeboten von 1art1 GmbH
Tee weckt den guten Geist und die weisen Gedanken. Er erfrischt deinen Körper und beruhigt dein Gemüt
bist Du niedergeschlagen, wird Tee dich ermutigen." (Tsching Nung)
Diese Tee-Zeremonie findet vermutlich in Afghanistan statt. Dafür gibt es einige überzeugende Indizien auf diesem hübschen Poster. Die Teegläser sind in allen orientalischen Ländern allgegenwärtig. Das silberne Tablett und die silberne Zuckerdose, auch die Kardamomkapseln deuten darauf hin, dass eine eine Afghanin "choi", einen schwarzen Tee zubereitet, den sie in der roten Teekanne nicht zu lange ziehen ließ, wie man der Farbe der Flüssigkeit entnehmen kann.
Die Gastfreundschaft wird in diesem Land groß geschrieben. Gäste, denen man besonderen Respekt zollt, bekommen ihren Tee mit Unmengen von Zucker serviert. Deshalb wohl auch steht das außergewöhnlich große Zuckergefäß auf dem silbernen Tablett.
Frida Kahlo - Art Documentary, DVD ~ Eila Hershon
Eindringlich oder aufdringlich?,
Diese ausgezeichnete DVD- Dokumentation befasst sich mit dem Leben und Werk der mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907-1954), deren Bilder mich leider nur bedingt ansprechen. Der Bilder haben m.E. etwas Aufdringliches, was in mir auf Ablehnung stößt. Die allein über 70 Selbstbildnisse dokumentieren - wie ich finde - ihre extreme Selbstbezogenheit, die mir auch nicht gefallen will. In ihren Briefen redet diese Frau nur von sich und ihren Befindlichkeiten. Sie schien sich zum Thema ihres Lebens gemacht zu haben.
Die Künstlerin war zweimal mit dem wesentlich älteren mexikanischen Maler Diego Rivera verheiratet. Angesprochen wird im Film u.a. ihre Affäre mit Leo Trotzki. Frida scheint offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen zu haben, denn während sie fremd ging, konnte sie zeitgleich den Ehebruch ihres Mannes nicht ertragen.
Kahlo setzte sich mit ihrer persönlichen Situation auseinander, indem sie diese malerisch mit den Stilmitteln der mexikanischen Volkskunst und der Moderne auf die Leinwand brachte. Ihre intensivste Schaffensfreude hatte sie nach der unfreiwilligen Trennung von ihrem Gatten in den 1940er Jahren. Zu diesem Zeitpunkt trat sie aus dem Schatten ihres berühmten Mannes und erlangte internationale Anerkennung als Surrealistin.
Obschon sie seitens verschiedener Surrealisten gefördert wurde, behielt sie ihre künstlerische Unabhängigkeit, auch ihre Skepsis gegenüber der europäischen Kunsttheorie bei.
Im Rahmen der Dokumentation werden viele Gemälde von der Künstlerin gezeigt. Nicht uninteressant finde ich ihr "Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar". Dieses Gemälde zeigt eine tiefverletzte Frau, die die Attribute der Weiblichkeit, ihr langes schwarzes Haar und die mexikanische Tracht abgelegt hat. Nur ihre Ohringe bleiben ihr als Zeichen ihres Frauseins. Aus dem Bild spricht verzweifelte Wut. Kahlo interpretierte das Gemälde als Antwort auf die Trennung von Diego Rivera. Ihre emotionale Verletzung wegen des Ehebruchs seitens ihres Mannes dokumentiert sie auch in dem Gemälde " Ein paar kleine Dolchstiche".
Durch die DVD konnte ich mir einen guten Überblick über Frida Kahlo und ihr Werk verschaffen. Meine Lieblingsmalerin wird Kahlo auch in Zukunft nicht werden.
Diese ausgezeichnete DVD- Dokumentation befasst sich mit dem Leben und Werk der mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907-1954), deren Bilder mich leider nur bedingt ansprechen. Der Bilder haben m.E. etwas Aufdringliches, was in mir auf Ablehnung stößt. Die allein über 70 Selbstbildnisse dokumentieren - wie ich finde - ihre extreme Selbstbezogenheit, die mir auch nicht gefallen will. In ihren Briefen redet diese Frau nur von sich und ihren Befindlichkeiten. Sie schien sich zum Thema ihres Lebens gemacht zu haben.
Die Künstlerin war zweimal mit dem wesentlich älteren mexikanischen Maler Diego Rivera verheiratet. Angesprochen wird im Film u.a. ihre Affäre mit Leo Trotzki. Frida scheint offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen zu haben, denn während sie fremd ging, konnte sie zeitgleich den Ehebruch ihres Mannes nicht ertragen.
Kahlo setzte sich mit ihrer persönlichen Situation auseinander, indem sie diese malerisch mit den Stilmitteln der mexikanischen Volkskunst und der Moderne auf die Leinwand brachte. Ihre intensivste Schaffensfreude hatte sie nach der unfreiwilligen Trennung von ihrem Gatten in den 1940er Jahren. Zu diesem Zeitpunkt trat sie aus dem Schatten ihres berühmten Mannes und erlangte internationale Anerkennung als Surrealistin.
Obschon sie seitens verschiedener Surrealisten gefördert wurde, behielt sie ihre künstlerische Unabhängigkeit, auch ihre Skepsis gegenüber der europäischen Kunsttheorie bei.
Im Rahmen der Dokumentation werden viele Gemälde von der Künstlerin gezeigt. Nicht uninteressant finde ich ihr "Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar". Dieses Gemälde zeigt eine tiefverletzte Frau, die die Attribute der Weiblichkeit, ihr langes schwarzes Haar und die mexikanische Tracht abgelegt hat. Nur ihre Ohringe bleiben ihr als Zeichen ihres Frauseins. Aus dem Bild spricht verzweifelte Wut. Kahlo interpretierte das Gemälde als Antwort auf die Trennung von Diego Rivera. Ihre emotionale Verletzung wegen des Ehebruchs seitens ihres Mannes dokumentiert sie auch in dem Gemälde " Ein paar kleine Dolchstiche".
Man lernt übrigens im Rahmen der Dokumentation auch die "Casa Azul" kennen. Hier lebte einst die Künstlerin. Seit 1959 befindet sich hier das Frida-Kahlo-Museum.
Durch die DVD konnte ich mir einen guten Überblick über Frida Kahlo und ihr Werk verschaffen. Meine Lieblingsmalerin wird Kahlo auch in Zukunft nicht werden.
Die neue Diät: Fit und schlank durch Metabolic Power von Ulrich Strunz
Möchten Sie schlank und fit bleiben oder es werden?
Wer schlank und fit bleiben oder es werden möchte, sollte sich mit den Empfehlungen von Dr. Ulrich Strunz befassen und sie klugerweise auch befolgen.
Ich habe alle Bücher von Strunz gelesen und befolge seit vielen Jahren viele seiner Empfehlungen mit Erfolg. Strunz schreibt keinen Stuss. Sie können ihm glauben.
In seiner neuen Diät verdeutlicht er, wie man durch vernünftige Ernährung sein Leben verlängern kann und listet deshalb zunächst einmal die Nebenwirkungen von Übergewicht auf.
Im Körper eines jeden Mensche thronen Fettzellen. Ihre Aufgabe besteht darin Fett zu speichern. Fettzellen finden sich überall im Körper. Wo sie in Massen auftreten, gibt es Probleme, denn Fettgewebe produziert über 100 verschiedene Wirkstoffe, darunter Entzündungsstoffe und Hormone. Fett kommuniziert mit dem Gehirn über Nervenbotenstoffe- und ist, laut Dr. Strunz verantwortlich für viele Krankheiten.
Der Fitnesspapst konstatiert: 1) Fett macht dumm 2) Fett lässt dicke Menschen leiden 3) Fett macht Diabetes 4) Fett bringt Dicke auf die Intensivstation mit Herzinfarkt und Schlaganfall 5) Fett macht vergesslich 6) Fett macht die Gelenke kaputt 7) Fett macht Krebs.
Fassen wir zusammen: Fett ist ein böser Killer.
Kennen Sie Ihren Bodymass - Index( BMI ) und Ihren Taille-Hüft-Quotienten? Nein?
Dann sollten Sie Strunz lesen. Er sagt Ihnen, wie man beides misst. Messen Sie und es werden Ihnen mehrere Lichter aufgehen. Endlich werden sie sich nichts mehr vormachen können. Strunz nennt die Formeln für die gute Figur.
Kennen Sie diese erst einmal, werden Sie die zehn Metabolic- Power-Regel gerne beherzigen und entzückt sein, wenn Sie feststellen, wie die Pfunde purzeln.
Der schlanke Körper benötigt Eiweiß, so das Credo von Dr. Strunz.
Der Mensch besteht aus 20% Eiweiß. Dieses setzt sich aus 20 Bausteinen, den Aminosäuren zusammen. Neun dieser Aminosäuren kann der Körper nicht selbst herstellen. Diese sollten in Form von verschiedenen Lebensmitteln zu sich genommen werden. Dr. Strunz listet all diese Lebensmittel auf und schreibt anschließend über biologische Wertigkeiten.
Ohne Eiweiß funktioniert keine Diät. Wieso das so ist, erklärt Strunz gut nachvollziehbar und benennt neun Gründe, warum Eiweiß so gut ist. Wussten Sie das Eiweiß die Fettverbrennung über die Hormone stimuliert und inneren Antrieb verschafft?
Strunz klärt über Kohlehydrate und Fette auf und wirbt in diesem Buch dafür die Fettverbrennungsenzyme zu wecken. Dies funktioniert durch Eiweiß und Gemüse.
Die Praxis seiner Enzymrevolution enthält drei Stufen. Die Rezepte für diese Revolutionsstufen werden gut erklärt und lassen sich problemlos zubereiten.
Dr. Strunz agiert immer ganzheitlich und befasst sich auch mit der Kraft der Gedanken, weil er weiß, dass der Kopf bei Essensentscheidungen eine nicht geringe Rolle spielt.
In diesem Zusammenhang nennt er zwölf Regeln, die den Appetit im Kopf zügeln.
Strunz warnt u.a. vor Stress und erklärt wieso dieser dick macht.
Wer sein Fett verbrennen möchte, sollte Muskeln aufbauen. Der schlaue Doktor wartet mit vielen Trainingsformen auf, die die Muskeln wachsen lassen. Laufen und Radfahren sind solche Trainingsformen.
Ich kann bestätigen, dass die Trainingsergebnisse sehr positiv sind, denn ich fahre seit Ewigkeiten Rad und laufe seit nunmehr 6 Jahren täglich. Dieses Training ist völlig unanstrengend, aber sehr effektiv für die Fettverbrennung. Strunz hat Recht, Punkt.
Dehnübungen machen Sinn als Aufwärmprogramm und Nahrungsergänzungsmittel sind neben Vitalstoffen, die man durch Speisen aufnimmt, notwendig, um wirklich gut versorgt zu sein mit Vitaminen, Mineralien etc.
Magnesium und L- Carnetin sind Super- Fatburner. Medizinisch scheint es keine Vorbehalte zu geben diese dem Körper zuzuführen.
Seit über zehn Jahren esse ich täglich eine Handvoll bunter Pillen und fühle dabei mich bestens.
Viele haben Aversionen gegen den ewig lächelnden Strunz und neiden ihm seinen Erfolg.
Ich mag diesen Menschen und schätze seine medizinischen Kenntnisse.
Mir hat die Umsetzung seiner Empfehlungen bislang nicht geschadet, ganz im Gegenteil.
Corrida von Anya Bartels-Suermondt
Ästhetik, Schönheit, Leidenschaft, aber auch Tod
Die Journalistin und Fotografin Anya Bartels -Suermondt lebt seit 1995 in Spanien. Sie ist begeistert von der Welt des Stierkampfs. Diesem huldigt sie fotografisch im vorliegenden Buch durch eine Fülle wunderschöner Bilder.
Die eigentümliche Magie, die von der Ästhetik des in der Arena zelebrierteten Todeskampfes ausgeht, lässt den Betrachter der Fotos für eine Weile vergessen, dass der Stierkampf unter tierschützerischen Aspekten natürlich mehr als nur bedenklich zu bewerten ist.
In einem Vorwort berichtet die Fotografin von der " Tauromagie" und verdeutlicht, dass der Tod zwar der integrale Bestandteil der traditionellen "corrida" ist, aber mitnichten ihr zentrales Motiv.
Für sie verschmilzt in der Arena, während sie das Geschehen erlebt und erfühlt durch gemeinsame Ästhetik Stier und Mensch. Dadurch entsteht in ihren Augen Kunst.
Die Fotografin fragt sich u.a was selbst Nicht-Spanier so fasziniert an der "corrida"? Sind "corridas" Kunst, Tradition oder archaisches Ritual? Sind sie inszeniertes Theater oder gar sakrale Stille?
Besitzt ein Stierkämpfer Mut? Spürt er zuvor Angst? Wohnt der "corrida" Poesie inne? Weshalb befasst man sich innerhalb philosophischer Abhandlungen und in Gedichtsbänden sowie Gemäldezyklen mit dieser Kunstform, die von ihren Gegnern allerdings wohl eher als mörderisches Spektakel betrachtet wird?
Fünfzehn internationale Autoren versuchen auf diese Fragen im Buch Antworten zu finden. Unter ihnen Diego " El Cigala", ein Flamencosänger ( mehrfacher Grammygewinner) , der den Leser wissen lässt, dass "Toreo" Musik sei, weil die Stierkampfkunst einer Melodie folge. Diese Melodie sei untrennbar mit dem Flamenco verbunden. Beide Künste verursachten tiefe Leidenschaft.
Sowohl der Flamencosänger als auch der Torero müssen jede Sekunde bereit sein sich auszuliefern - mit ganzer Seele und mit ganzem Herzen-.
Nur so erhebe sich die Seele, nur so entstünde der Zauber, die Kunst, die schließlich das mystische "duende" hervorbringe.
Bemerkenswert auch der Beitrag von Prof. Peter Englund, dem jüngsten Mitglied der schwedischen Nobel-Preis-Akademie.
Er verdeutlicht die soziologischen Hintergründe, weshalb arme aber zugleich schöne Jünglinge durch das Schwert und die " Capa" einst den einzigen Weg sahen sich aus der Armut und den Slums zu befreien.
So verdiente der Torero Lagartijo im Jahr 1882 ingesamt 150 000 Pesetas, das war fünfmal soviel , wie der Präsident des obersten spanischen Gerichts nach Hause brachte.
Englund reflektiert , weshalb gerade heute , in einer Zeit, wo man den Tod in aller Abgeschiedenheit vollzieht und ihn geradezu zu verleugnen sucht, sich andererseits eine Bessenheit gegenüber dem Tod entwickelt hat.
Alle weiteren Autoren unter ihnen Noel J. Chandler , Reinhold Beckmann, auch Prof. Heinz Berggruen, der ein enger Freund Pablo Picassos war, äußern sich ebenfalls facettenreich zur " corrida".
Picasso liebte den Stierkampf und hielt ihn in zahlreichen Kunstwerken fest. Es entstanden, so Kulturjournalistin Anne Linsel, ganze Zyklen, die die Tauromaquia dem Betrachter kunstvoll nahebringen.
Bevor ich mich jetzt den Bildern beschreibend zuwende, möchte ich die im Buch veröffentlichte lyrische Betrachtung Campinos zum Thema wiedergeben.
Blutrot
Wenn ich dem Land Spanien
eine Farbe zuordnen würde,
dann wäre es rot.
Rot für den Stolz und die
Leidenschaft der Menschen
Und rot für die Sonne
und das Blut in der Arena.
Die Fotografin zeigt auf den unzähligen Fotos ihre Eindrücke von Stierkämpfen. Die Menschenmassen in den Arenen, die kolossalen Stiere vor dem Kampf, die schönen, sehr schlanken Toreros, zunächst beim Ankleiden ihrer bunten , golddurchwirkten, reich besticktem Trachten, zudem die hübsch gekleideten "cuadrillas", mit ihren pinkfarbenen Strümpfen, die" picadores" auf ihren gepolsterten Pferden und die Arbeiter in der Arena.
Beeindruckend sind die ästhetischen Aufnahmen , die den Matador, das pinkfarbene Tuch und den Stier anfangs in beinahe harmonischer Bewegung zueinander zeigen. Von Aufnahme zu Aufnahme steigert sich der Kampf, der unverkennbar erotische Komponenten beinhaltet.
In den Gesichtern älterer, einst gewiss attraktiver Toreros entlarvt ein harter, lauernder Zug ihr jahrelanges Tun , das immer einer Aufforderung zum Tanz mit dem Tode gleichkommt.
Hinreissend schön jedoch sind die jungen Toreros, bei denen sich ausschließlich Feuer und Kühnheit in ihren Anlitzen spiegelt.
Auf einem zweiseitigen Foto kniet ein blonder Stierkämpfer, in seiner rechten Hand hält er das rote Tuch. Er hat dem Betrachter den Rücken seines Adoniskörpers zugewandt und blickt mit weichem, zugleich kämpferischem Profil in die Richtung, wo man den Stier vermutet, der aber auf dem Foto nicht zu sehen ist.
So schön muss Archill einst ausgesehen haben, der nicht mit einem Stier, sondern stattdessen mit der Amazonenkönigin Penthesilea im Kampf lag!
Natürlich strömt auch Blut, nicht nur aus den Körpern der Stiere, sondern auch aus den Gliedmaßen der Stierkämpfer, deren Augen im Kampf eine Wildheit erkennen lassen, die jener der Stiere in nichts nachsteht.
Ja, hier findet ein ein Sakraldienst statt. Hier werden Todesmut, Ästhetik, Angst, Triumph, Leichtsinn, Magie, Meditation, Besessenheit, Kapitulation, Konzentration und unendliche Einsamkeit dem geneigten Zuschauer entgegengebracht.
Ich bin fasziniert von der Erotik , die diesem Kampf innewohnt.
Wirklich beeindruckend!
Troja (Einzel-DVD) DVD ~ Brad Pitt
Warum sollte Achill nicht blond gewesen sein?
Warum sollte Achill nicht blond gewesen sein? Brad Pitt, dem Aussehen nach eher ein Siegfried, spielt die Rolle des griechischen Helden überzeugend. Seine weichen, beinahe femininen Gesichtszüge stehen im krassen Gegensatz zu der archaisch kämpferischen Pose, die er im Film - immer wieder gekonnt - aufs Neue variiert. Aber genau das fasziniert.
Pitts durchtrainierter Oberarm, der den Speer kraftvoll durch die Lüfte wirft, begeistert gewiss nicht nur ältere Damen. Dieser Schauspieler hat Sex-Appeal. Weshalb Helena (Diane Kruger) diesem Achill keine schönen Augen machte, ist kaum zu begreifen. Sie nimmt stattdessen mit Paris (Orlando Bloom) vorlieb, einem ausgemachten Weichei. Schade eigentlich.
Da der Film ohnehin keine 1:1 Umsetzung des Homer-Epos ist, hätte man Helena diesen Handlungsspielraum durchaus einräumen können. Kassandra konnte ja nicht aufschreien. Sie hatte zu den Drehzeiten offenbar Urlaub. Diane Kruger, ein wirklich hübsches Mädchen, mag zwar an die Seite des schmalbrüstigen Film-Paris passen, aber eine Helena ist sie nicht. Früher hätte eine Fay Duneway diese Rolle ausfüllen können, doch wer kann es heute?
Der Hector-Darsteller Eric Bana hat mir gefallen. Ein gut gewähltes Pendant zu Brad Pitt. Beiden gemeinsam ist ein fast androgyner Zug. Nur die kämpferischen Posen sind archaisch. Ja, die beiden Protagonisten verbinden weibliche und männliche Komponenten. Das ist keineswegs verwerflich. Im Gegenteil. Während der Kampfszene mit dem Alpha-Mann Hektor hatte ich für Sekunden den Eindruck Achill umarmt im Kampf Penthesilea zärtlich und drischt nicht auf Hektor ein. Wo waren eigentlich die Amazonen? Wären sie da gewesen, hätte solch ein schöner Achill-Darsteller wie Brad Pitt vermutlich nicht sterben müssen....
Von der Vätergeneration gefällt mir Priamos am besten, nicht zuletzt weil Peter O`Toole ihn hervorragend spielt. Er verleiht vielen Szenen ein Niveau, das weit über den üblichen Hollywoodstreifen liegt. Kitschig sind die Szenen selten. Das finde ich sehr erfreulich.
Die Kampfhandlungen habe ich mit großem Interesse studiert. Die Authentizität ist beachtlich. Blutvergießen aus der Nähe zu zeigen, halte ich bei einem Film der den Untergang Trojas zum Thema hat, für ein absolutes Muss. Wer sich solcher Szenen nicht aussetzen möchte, sollte auf diesen Film verzichten. Krieg ist brutal und sollte auch so dargestellt werden. Das sehe ich ähnlich wie Susan Sonntag.
Troja war kein Spaziergang. Am Ende waren alle Helden tot. Gut, dass Brad Pitt nur den Helden gemimt hat. Er ist viel zu schön als dauerhaft dem Tod anheimzufallen. Dass der jammerlappige Film- Paris ihn als Achill zu Fall brachte, grenzt beinahe an Unverschämtheit. Ein Held stirbt nicht durch einen Pfeil aus dem Hinterhalt, sondern durch den Kampf Mann gegen Mann. Paris scheint noch nicht einmal das begriffen zu haben.
Die Blödheit von Paris zieht sich wie ein roter Faden durch den Streifen. Von Männern wie ihm ist selten etwas Gutes zu erwarten. Na ja, wenigstens ist ihm Schliemann zu Dank verpflichtet, doch dies ist ein anderes Thema....
Für die Freude entscheiden: Gebrauchsanweisung für ein glücklicheres Lebe von Kay Pollak
Legen Sie Ihre Opferrolle ab.
Der Autor dieses klugen Buches ist der schwedische Regisseur Kay Pollak. Er zeigt, dass jeder Mensch die Chance hat sich für die Freude im Leben zu entscheiden, wenn er sich einige Dinge klar macht.Pollak verdeutlicht, dass man von jedem seiner Gedanken beeinflusst wird und man sich letztlich durch seine Gedanken immer wieder neu erschafft.
Damit wird klar, dass jede Veränderung bei der eigenen Person ihren Anfang nimmt. Man muss also die inneren Bilder, die man von sich selbst hat, verändern und zur Kenntnis nehmen, dass die eigenen Gedanken auch das eigene Erleben und Empfinden beeinflussen.Damit bleiben Gedanken und Einstellung niemals wirkungslos. Die demonstriert Pollak am so genannten "Pygmalioneffekt".
Welche Möglichkeiten hat man innerlich Frieden, Freude und Glück zu empfinden? Man kann seine Gedanken und Überzeugungen ändern, die sich negativ auf die eigene Person auswirken und sich stattdessen für Überzeugungen und Gedanken entscheiden, die ein glücklicheres Leben bescheren. Man kann sich neue Vorbilder aussuchen.Der Autor macht begreifbar, dass man jede Sekunde die Wahl hat Opfer oder Erschaffer der eigenen Wirklichkeit zu sein. Man tut gut daran sich nicht in die Opferrolle zu begeben.
Natürlich kann man nicht jedes Unglück im Leben verhindern, aber man kann darüber entscheiden, wie man das Unglück erlebt.Kein Mensch kann erreichen, dass man sich aufgrund des Verhaltens Dritter verletzt fühlt oder ärgert, wenn man dies selbst nicht möchte. Man selbst ist derjenige der die eigene Wirklichkeit interpretiert. Man ist gut beraten die Angst seiner Mitmenschen zu erkennen. Aggressionen Dritter beruhen nicht selten auf deren Angst.
Die übliche Maske , um Angst und Unsicherheit zu verbergen, ist die Unnahbarkeit, Härte und Arroganz, aber auch Gleichgültigkeit, Kühle und Desinteresse. Begegnet man Menschen mit diesen Verhaltensmustern, sollte man nicht verschreckt oder gar deprimiert sein, sondern sich klar machen, dass jede Maske ein Hilferuf ist, hinter der sich die Wahrheit des Trägers verbirgt. Man sollte solche Verhaltensmuster tunlich nicht als Angriff auf die eigene Person werten, sondern als das, was sie sind: ein Ausdruck der gestörten inneren Balance des Gegenübers. Wieso sollte man die eigene innere Balance aufgeben, wenn ein anderer eine seelische Schieflage zu verzeichnen hat?
Das sind die wesentlichen Gedanken von Buch 1 der Gedankensammlung Pollaks. Diesem Buch folgen vier weitere Bücher, die ich eigentlich lieber als Kapitel bezeichnen möchte.Buch 2 befasst sich mit Projektionen, die dem Zweck dienen sich von Verantwortung und Schuld zu befreien. Pollak macht deutlich, dass Projektionen stets dazu dienen die Wahrheit zu verschleiern und sich vor der Eigenverantwortung zu drücken.
Der Autor geht der Frage nach, weshalb man projiziert und lässt den Leser wissen, das stets unser Ego und dessen Angst vor Eigenverantwortung hinter allen Projektionen steht.Menschen, die Angst haben - so Pollak- können nicht ungezwungen lächeln. Wie schön es doch ist, wenn zwei Menschen sich vollkommen angstfrei begegnen. Der Autor macht unmissverständlich klar, dass dies kein Problem ist, wenn man einander herzlich liebt.
Pollak konstatiert, dass es großer Übung bedarf, um zu erkennen, dass alles, alle Ereignisse, Begegnungen und Umstände ( auch negative) Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung verkörpern. Verachtung und Mobbing sind Projektionen. Sie entstehen durch Intoleranz, die man umformt und nach außen richtet. Verachtung und Mobbing wirken kontraproduktiv auf die innere Freude, weil sie letztlich Schuldgefühle erzeugen. Eindeutig ist, dass die Ursache von Hass und Verachtung im eigenen Bewusstsein liegen und nur dort kann man solche Gefühle wieder loswerden. Verachtung ist stets auch Selbstverachtung, sie gründet sich darauf, dass man etwas in sich noch nicht verarbeitet hat.
Pollak weiß " Es gibt zwei große Kräfte. Die eine ist Angst. Die andere ist die Abwesenheit von Angst, also Liebe. Angst und Liebe sind unvereinbar." Deshalb gilt es Angst zu überwinden, damit sich die Liebe entfalten kann und mit ihr die Freude.
Ein sehr gutes, nachdenkliches Buch, das anhand von vielen praktischen Übungen Wege aufzeigt, wie man seinen Mitmenschen liebevoller, achtsamer und offenherziger begegnen und auf diese Weise mehr Lebensfreude entwickeln kann. Angst wird zukünftig kein Thema mehr sein.
Die perfekte Verführerin: Wie Sie garantiert jeden Mann erobern von Dietlind Tornieporth
Verführung hat man nicht unter Kontrolle.,
Dietlind Tornieporth zeigt wie man "garantiert jeden Mann erobern kann". Als ich diese Zeile auf dem Buchdeckel las, stellte sich mir sogleich die Frage, weshalb man ein solches Ansinnen überhaupt haben sollte? Was macht man mit einem Harem voller Männer, die sich binnen weniger Tage gewiss spinnefeind sind? Jeder kennt doch deren Konkurrenzgebaren. Wie viel Zeit benötigt man für ein dann notwendiges Harems-Management? Tausend Fragen dieser Art schossen mich bei obigem Versprechen der Autorin durch den Kopf, aber ich wollte sie nicht sogleich beantworten. Stattdessen machte es mich neugierig, welche Strategien Torniepoth im Köcher hat? Auf welche Weise macht die Autorin die Jungs handzahm?
Wie können Mädels die Kunstfertigkeit des Flirtens erlernen? Erfolgreiche Flirterinnen besitzen die Gabe, die Vorstellungen und Wünsche eines Mannes zu antizipieren. Nur auf diese Weise, so die Autorin, schaffen sie es sich als diejenigen zu präsentieren, die seiner Idealvorstellung von einer Traumfrau am nächsten kommt. Torniepoth vergisst in diesem Zusammenhang nicht Ovid zu erwähnen, für den Liebe eine Technik war, die man lernen kann. Von ihm, aber auch über die Ratgeberliteratur heute in Sachen Verführung liest man am Anfang das eine oder andere. Doris Langley Moore, eine Ratgeberin aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts sagt, dass Frauen, die bei Männern erfolgreich sind, im Grunde nur folgende Eigenschaften benötigen. "sicheres Auftreten, Unbeschwertheit, ordentliche Kleidung und die Gabe zu schmeicheln". Dieser Satz hat mich sehr erstaunt, hätte nie gedacht, dass Männer so anspruchsvoll sind. Ich hielt Männer bislang für weitaus archaischer:-))
Tornieporth wartet mit einer Vielzahl von Flirtübungen auf, mich haben diese Übungen überaus amüsiert. Ihre Vorschläge sind alles andere als unklug, ob damit aber wirklich jede Frau "garantiert jeden Mann erobern kann", möchte ich bezweifeln. Sind Männer wirklich so simpel gestrickt?
Die Leserinnen müssen sich einreden, wählerisch zu sein, sich mental alle Optionen offen halten, raffiniert und geheimnisvoll rüberkommen und gezielt ihre Körpersprache einsetzen. Wie das und vieles mehr funktioniert, macht die Autorin an Beispielen deutlich. Thematisiert wird der verführerische Blickkontakt, das unwiderstehliche Lächeln und das natürliche und fröhliche Lachen, aber macht es wirklich Sinn ein aufgesetztes Lächeln nicht aufgesetzt wirken zu lassen, um auf diese Weise erfolgreich Männer zu erobern?
Man erfährt, welche Signale man aussenden sollte, um erfolgreiche Ergebnisse verzeichnen zu können und liest, dass die meisten Männer zwischen den kleinen Abenteuern und einer ernstzunehmenden Beziehung unterscheiden. Tun dies Frauen nicht?
Was die Signale anbelangt, liegt Tornieporth richtig. Stimmt alles, was sie sagt. Gut sind auch ihre Vorschläge, wie man das Aussehen optimieren kann. In den ersten drei bis zehn Sekunden nämlich entscheidet man instinktiv, ob man jemand attraktiv findet oder nicht. Als erstes wird das Aussehen einer Frau wahrgenommen, schreibt die Autorin und dies bedingt, dass bereits nach fünfminütiger Unterhaltung mit einer attraktiven Frau die Testoteronausschüttung um 30 % steigt. Die Autorin glaubt diese Tatsache überlisten zu können. Ich habe meine Zweifel. Man sollte Männer in ihren Begehrlichkeiten nicht unterschätzen.
Es folgen Seiten über Seiten, die ich an dieser Stelle nicht wiedergeben möchte. Nein, so funktioniert es nicht.. Alphamänner definieren sich beispielweise nicht über ihre breiten Schultern, sondern nur über ihren Mut und ihre innere Stärke. Wirkliche Verführung funktioniert ganz anders.....die eigentliche Eva tickt nur genital. Die Kommunikation zwischen Mann und Frau funktioniert primär über den genitalen Resonanzboden. Man kann einem Mann schmeicheln, ihm Komplimente machen, seine Aussagen spiegeln, einen Alphamann lässt dies ebenso kalt wie eine Alphafrau. Anziehung funktioniert anders. Es ist letztlich eine Bauchgeschichte. Das lässt sich nicht inszenieren. Es gibt keine perfekte Verführerin, aber es gibt feinnervige Verführung. Diese kann man allerdings nicht intellektualisieren, sie geschieht, wenn eine Frau durch einen einzigen Blick das Sehnen nach Beischlaf bei einem Mann erzeugen kann, ohne ihm diesen Beischlaf zu versprechen. Ein weites Feld.... Das ist die wahre Verführung... eine andere gibt es nicht.
Frauen machen sich etwas vor, wenn sie glauben es gäbe zwischen ihnen und Männer etwas anderes als genitale Anziehung.
Dennoch lohnt es sich das Buch zu lesen, weil man um diesen Resonanzboden herum viel Spaß haben kann.
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Verführung
Die Varusschlacht: Rom und die Germanen von Ralf-Peter Märtin
"Zur Wiederbelebung des von konservativer Seite geforderten Nationalstolzes ist Arminius ungeeignet heute, wo sich " Germania" und " Italia" als engste Freundinnen in den Armen liegen, ist das Vorbild vollends überholt." (Dr. Ralf-Peter Märtin)
Dr. Peter Ralf Märtin beleuchtet in diesem Buch facettenreich die Varus-Schlacht im Teuteburger Wald, die dort im Herbst des Jahres 9 n.Chr. stattfand. In einer dreitätigen Schlacht vernichteten die Cherusker unter der Führung von Armenius im Teuteburger Wald die Legionen des römischen Stadthalters Varus, der sich in der Folge das Leben nahm.
Nach der Niederschlagung der Aufstände in Pannonien und Dalmatien hatte Rom seine Schutz und Bündnisverträge mit den germanischen Stämmen zwischen Rhein und Weser aufgekündigt, um auf diese Weise freie Hand zu haben, die germanische Selbstverwaltung zu brechen und das Gebiet fest dem römischen Reich anzugliedern. Im Frühherbst gab Varus nach gescheiterten Verhandlungen mit den Führern der Germanen- den Befehl, das Sommerlager an der Weser zu räumen und in das vier bis sechs Tagesmärsche entfernte Kastel Aliso( Haltern) zu ziehen.
Varus war überzeugt davon, dass die Germanen in so kurzer Zeit kein schlagkräftiges Heer aufstellen können, der Rückzug also ungefährlich sei. Von daher verzichtete er darauf, die Truppen in Gefechtsordnung marschieren zu lassen. Indessen kam sein Riesentross wegen des schlechten Wetters und aufgrund von Straßensperren, die von den Germanen errichtet wurden, langsamer voran als erwartet. Armenius, Sohn des Cheruskerfürsten Sigimir, hatte die Zeit der Verhandlungen genutzt, um die Truppen der Germanen zusammenzuziehen.
Armenius, in Rom erzogen und der römischen Kriegsführung vertraut, überraschte die Römer mit einem überfallartigen Angriff und fügte in unwegsamen Gelände den schwer beweglichen Legionären hohe Verluste zu. Gleichwohl konnte Varus am Abend des ersten Kampftages ein ordentliches Lager aufschlagen. Erst fortdauernde Angriffe auf die Marschkolonne am zweiten und eine offene Feldschlacht am dritten Tag führten zur Vernichtung der Römer, die von den Germanen niedergemetzelt wurden. Nur wenige, primär Reitern- gelang die Flucht nach Aliso ( Haltern).
Mit dieser Niederlage wurden die Römer wieder auf die Grenzlinie an den Rhein zurückgedrängt. Nachdem Märtin die Details dieses Geschehens ausgiebig ausgelotet hat, macht er deutlich, wie der abtrünnige Auxiliaroffizier Armenius der deutsche Held Hermann wurde. Diese Verwandlung setzte bereits durch den deutschen Ritter Ulrich von Hutten ein, der in Armenius sein großes Vorbild gefunden hatte und den Sieger der Schlacht am Teuteburger Wald "Zum ersten deutschen Helden und Vaterlandsverteidiger" formte und damit einen nationalen Mythos stiftete. In der NS-Zeit wurde der "Armenius-Dialog" Ulrich von Huttens in die Schulbücher aufgenommen.
Märtin schreibt, dass unter dem Aspekt der Rassengeschichte die "Schlacht am Teuteburger Wald" eine neue Bedeutung gewann. Sie stellt nun die Grundlage für das nationalsozialistische Konzept der rassischen Reinheit als Voraussetzung für den Wiederaufstieg des deutschen Volkes dar. Nach 1945 wurde dieser Mythos ad absurdum geführt. Dabei bringt es Märtin auf den Punkt."Zur Wiederbelebung des von konservativer Seite geforderten Nationalstolzes ist Arminius ungeeignet- heute, wo sich "Germania" und " Italia" als engste Freundinnen in den Armen liegen, ist das Vorbild vollends überholt."
Bemerkenswert finde ich übrigens, dass die beiden "Helden" der Deutschen Siegfried und Armenius von ihrer eigenen Verwandtschaft umgebracht wurden. Über diesen Sachverhalt zu diskutieren finde ich sehr spannend.
Ein sehr ausgewogenes Buch, das sich von jeglichem Heldenmythos um Armenius abgrenzt.
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Lexikon der Gerechten unter den Völkern (Hg. von Israel Gutman unter Mitarbeit von Sara Bender). Deutsche und Österreicher
Gerechte im Willkürstaat!,
Die Herausgeber des vorliegenden Buches dokumentieren sehr einfühlsam Mitmenschlichkeit, speziell von einigen wenigen Österreichern und Deutschen gegenüber ihren jüdischen Mitbürgern während der NS-Zeit und in diesem Zusammenhang wohl auch die persönliche Zivilcourage hinsichtlich des damaligen Terrorregimes.
Politisch-ideologisch motiviert war das Engagement der beschriebenen Akteure selten. Fast immer handelte es sich um einen Akt der Nächstenliebe. Statistisch gesehen waren es in Deutschland mehr Frauen als Männer, die sich schützend vor Juden stellten. Nicht selten nahmen diese Menschen dabei lebensgefährliche Situationen in Kauf. Der jüdische Staat ehrt Menschen vieler Nationen, welche Juden in der damaligen Zeit vor Folter und Tod gerettet haben in Yad Vashem in Jerusalem, indem er sie in die " Gerechten unter den Völkern " einreiht.
Bis 1. Januar 2005 haben 20.757 Personen den Titel eines " Gerechten " erhalten, unter ihnen 410 Deutsche und 86 Östereicher. Diese verschwindend kleine Minderheit, mit der sich dieses Buch befasst, hat während der NS-Zeit Juden versteckt, ihnen Nahrung und Geld ohne Gegenleistung bereit gestellt, Kontakt zu anderen Helfern aufgenommen, Juden aus den Lagern geschmuggelt oder sich um medizinische Hilfe bemüht, wie aus den Kurzbiographien der genannten Unverzagten hervorgeht.
Es wäre nicht richtig Einzelne und deren gute Taten an dieser Stelle hervorzuheben, denn jede, der hier beschriebenen Personen beeindruckt durch ihre individuelle, mitmenschliche Handlungsweise. Dieses Buch berührt, macht wütend, macht traurig, beruhigt, gibt Hoffnung! Solange es Menschen gibt, die die Unversehrtheit des Gegenübers als höchstes Gut ansehen und sich hierfür uneigennützig, vielleicht sogar unter Einsatz ihres eigenen Lebens einsetzen, wird es Zukunft geben, für alle, ganz gleich, welche Farbe, Religion oder Gesinnung ihnen eigen ist!
Bis 1. Januar 2005 haben 20.757 Personen den Titel eines " Gerechten " erhalten, unter ihnen 410 Deutsche und 86 Östereicher. Diese verschwindend kleine Minderheit, mit der sich dieses Buch befasst, hat während der NS-Zeit Juden versteckt, ihnen Nahrung und Geld ohne Gegenleistung bereit gestellt, Kontakt zu anderen Helfern aufgenommen, Juden aus den Lagern geschmuggelt oder sich um medizinische Hilfe bemüht, wie aus den Kurzbiographien der genannten Unverzagten hervorgeht.
Es wäre nicht richtig Einzelne und deren gute Taten an dieser Stelle hervorzuheben, denn jede, der hier beschriebenen Personen beeindruckt durch ihre individuelle, mitmenschliche Handlungsweise. Dieses Buch berührt, macht wütend, macht traurig, beruhigt, gibt Hoffnung! Solange es Menschen gibt, die die Unversehrtheit des Gegenübers als höchstes Gut ansehen und sich hierfür uneigennützig, vielleicht sogar unter Einsatz ihres eigenen Lebens einsetzen, wird es Zukunft geben, für alle, ganz gleich, welche Farbe, Religion oder Gesinnung ihnen eigen ist!
Dieses Buch ist ein besonderes, ein wichtiges Dokument, mit dem sich jeder, der lesen kann, befassen sollte!
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holocaustholocaust
Frédéric Chopin. Seine Musik - sein Leben von Christoph Rueger
"Bey Chopin vergesse ich ganz die Meisterschaft des Clavierspiels, und versinke in die süßen Abgründe seiner Musik,
in die schmerzliche Lieblichkeit seiner eben so tiefen wie zarten Schöpfungen. Chopin ist der große geniale Tondichter, den man eigentlich nur in Gesellschaft von Mozart oder Beethoven oder Rossini nennen sollte."(Zitat: Heinrich Heine)
Der Musikwissenschaftler und Sinologe Dr. Christoph Rueger hat ein hervorragendes Buch zum Leben und Werk meines Lieblingsmusikers Frédéric Chopin geschrieben, das ich mit großem Interesse gelesen habe. Nun beginne ich, die musikwissenschaftlich relevanten Hintergründe der Kompositionen allmählich zu begreifen und delektiere mich nicht mehr nur an der Schönheit der Klänge.
Chopin wurde 1810 in Warschau geboren. Der Autor lotet die Wurzeln seiner Kindheit sehr gut aus, einer Kindheit, die trotz einer gerade beendeten Periode der Unruhe in Polen glücklich und friedlich war. Im Alter von sechs Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht von einem in der Nachbarschaft lebenden Böhmen, namens Adalbert Zywny, einem sechzigjährigen Geiger, der nebenbei auch komponierte. Chopin lernte damals bereits die Kompositionen von Bach, Haydn, Mozart und Beethoven, aber auch die zeitgenössischen Werke von Hummel kennen, der auf seine frühen Kompositionen großen Einfluss hatte. Zu jener Zeit improvisierte Chopin Stücke, die sein Musiklehrer für ihn niederschrieb. 1817 erschien seine "Polonaise in g-moll" im Druck. Von da an verbreitete sich schnell der Ruhm des jungen Komponisten, der von den Damen der Gesellschaft in ihre Salons eingeladen und bald als zweiter Mozart gefeiert wurde.
Von 1823 bis 1826 besuchte er das Lyzeum und schrieb sich dann in das Konservatorium ein. Im Juni 1825 erschien sein "Opus 1", ein Rondo in c-moll und bei seinen öffentlichen Auftritten als Student spielte er bisweilen das Aelopantaleon und Aelomelodikon, beide Vorläufer, beziehungsweise Arten des Harmoniums. Zar Alexander, der ihn auf diesem Instrument hörte, war von seinem Spiel so betört, dass er ihm einen Diamantring schenkte.
Bereits als Student entwickelte Chopin die Gewohnheit, nach Möglichkeit kein musikalisches Ereignis im Konzertsaal oder Opernhaus auszulassen und spürte alsbald die Notwendigkeit, sich auf der Suche nach reicherer musikalischer Erfahrung ins Ausland zu begeben. Eine Reise nach Berlin bot ihm die Möglichkeit, seinen musikalischen Horizont zu erweitern. Hier traf er mit Zelter, Spontini und dem nur ein Jahr älteren Komponisten, dem bereits berühmten Mendelssohn zusammen. 1824 fuhr er nach Wien, wie man dem Kapitel "Neue Horizonte" entnehmen kann und hatte am 11. August im Kärtnertortheater seinen ersten großen öffentlichen Auftritt. Dort wurde sein "Krawowiak, ein Konzertrondo mit Orchester op. 14" und die Variationen "Là ci darem la mano op. 2" stürmisch gefeiert. Zurückgekehrt nach Polen, verbrachte er dort noch ein letztes Jahr mit der unglücklichen Liebe zu einer jungen Mezzo-Sopranistin namens Konstancia Gladkowska, die er im Konservatorium kennengelernt hatte und über die man im Buch Näheres erfährt, als auch mit der Komposition seiner beiden Klavierkonzerte.
Am 2. November 1830 verlässt Chopin seine Heimat. Sein Reiseziel ist Wien. Einige Tage hält er sich in Dresden auf, um dort bei Hof am Klavier zu improvisieren. Nachdem er anschließend einige Wochen in Wien verweilte, kehrt er dieser Metropole den Rücken. Jetzt stehen London und Paris auf seinem Reisepass. 1831 trifft er schließlich in Paris ein, bezieht eine Wohnung am Boulevard Poissonère Nr. 27. Zu diesem Zeitpunkt ist Paris bereits Zufluchtsort für politische Flüchtlinge aus allen Teilen Europas geworden, aber auch das Mekka der Künstler vieler Länder und Nationalitäten. In Paris lernt er u.a. die Pianisten Liszt, Mendelssohn, Osborn und Hiller kennen und schließt enge Freundschaft mit dem Cellisten Franchomme.
Dr. Rueger berichtet ausführlich über Chopins rasch steigenden Bekanntheitsgrad in Paris. Er wurde schnell zum gesuchtesten Klavierlehrer der Stadt bei dem selbst so berühmte Mitglieder der Gesellschaft wie Madame de Rothschild Unterricht nahmen.
Er widmet der reichen, talentierten Gräfin Delfina Potocka sein Klavierkonzert in "f- Etuden moll", Jahre später wird er ihr auch seinen "Minutenwalzer op.64 Nr.1" widmen. Gerüchten zufolge soll er ihr Liebhaber gewesen sein. Wohl am meisten beschäftigen ihn in jener Zeit die "Etuden op. 25", daneben schreibt er in jener Zeit Mazurken und die von mir so geliebten Nocturnen.
Im Sommer 1835 reist er nach Karlsbad, um seine Eltern zum letzten Mal zu sehen, fährt weiter nach Dresden, wo er sich in die 16 jährige Maria Wodzinska verliebt. Sein Heiratantrag wird von ihren Eltern abgewiesen. Die Romanze, die im Buch schön skizziert wird, verläuft im Sande.
1836 dann trifft Chopin im Haus von Franz Liszt und seiner Geliebten, der Gräfin Marie d`Agoult in Paris mit der Romanschriftstellerin Georg Sand zusammen. Immer wieder lädt sie ihn anschließend in ihren Freundeskreis ein, zu dem auch Heinrich Heine, Alfred de Musset, der polnische Dichter Mickiewitz und der Maler Delacroix gehören. 2 Jahre lang wirb George Sand um Chopin, bis er endlich nachgibt. Die beiden beschließen ihre Verbindung nicht öffentlich werden zu lassen und verbringen den ersten Winter auf Mallorca. Der Autor berichtet ausführlich von diesem Aufenthalt, von den Anzeichen der Tuberkulose, die sich bei ihm dort durch die Wetterbedingungen verstärken - er litt bereits 1835 in Paris sehr daran. Man liest dann weiter über seine guten Jahre, sein Leben, dass nun in geordneten Bahnen verläuft. Die Sommer verbringt er mit George in Nohant, während der übrigen Zeit unterhalten sie getrennte Wohnungen. Irgendwann wird sein Gesundheitszustand immer kritischer, nach neun Jahren zerbricht die Beziehung zu Georg Sand von da an geht es mit dem Gemüts- und Gesundheitszustand des großen Musikers bergab.....
Die Biografie liest sich sehr spannend und ist bereits Grund genug das Buch zu kaufen. Mich allerdings haben die nachhaltigen Erläuterungen im Anschluss zu seinem Werk besonders in den Bann geschlagen. Thematisiert werden: 1. Konzerte, Klaviertrio, Sonaten, Rondeaux , Variationen, 2. Etüden und Preludes, 3. Scherzi und Balladen, 4. Polonaisen und Mazurken, 5. Walzer, Nocturnen, Impromptus und 6. wichtigste Einzelstücke. Während ich nun immer wieder Stücke aus der von mir geschätzten CD Box (gut,es gibt sicher bessere Aufnahmen) Chopin: Das Gesamtwerk (Box mit 17 CDs) höre, lese ich die erhellenden Anmerkungen des Autors im Einzelnen dazu und bekomme dadurch einen noch intensiveren Kunstgenuss geschenkt. Dafür möchte ich mich bei Dr. Rueger an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.
Auf den letzten Seiten kann man in das Werksverzeichnis einsehen, zudem ist ein Literaturverzeichnis vorhanden.
Sehr zu empfehlen.
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Alte Rosen von Josh Westrich
" Wenn Zeus den Blumen/eine Königin geben wollte,/müsste die Rose/diese Krone tragen."( Sappho),
Dieser Prachtband über "Alte Rosen" ist das ultimative Buchpräsent für Rosenliebhaber. Noch nie habe ich solch schöne Fotos von Rosen gesehen, wie in diesem Buch. Der Diplom-Designer Josh Westrich, der die visuellen Impressionen schuf, hat übrigens 1985 sein Studium an der Folkwangschule mit Prädikat abgeschlossen. Die künstlerischen Fotos werden von Texten des Rosenhistorikers Francois Joyaux begleitet. Er gilt seit drei Jahrzehnten als führende Autorität, wenn es um alte Rosen geht.
Joyaux berichtet zunächst ausführlich von den Rosen in der Antike. In diesem Zusammenhang liest man auch von ihrer Symbolhaftigkeit. So betrachteten die alten Griechen sie ursprünglich als übernatürliches Wesen u. a. glaubte man sie sei geboren worden als Aphrodite dem Meer entstieg. Bei den Griechen galt die Rose als Symbol für die Schönheit, die rasch vergeht. Insofern galt die Rose zeitgleich auch als Symbol für die Vergänglichkeit.
Der Autor führt in der Folge den Leser durch alle Jahrhunderte und erzählt sehr differenziert die Geschichte der Alten Rosen, derer sich auch der englische Dichter Milton in seinem "Paradise Lost" annahm. Man lernt die Rosen seit der Renaissance näher kennen, hier sind die Novitäten im 18. Jahrhundert besonders interessant. Die Einführung der China-Rosen brachte neue Farbtöne und Formen und außerdem eine großzügigere Remontanz als die alten Damaszener-Rosen.
Über die Kaiserin Josefine und ihre Liebe zu den Rosen wird man aufgeklärt und man erfährt Beeindruckendes über die Rosenkulturen im 19. Jahrhundert. Den Gang durch die Jahrhunderte lässt Joyaux mit einem Blick auf das Rosarium von Sangershausen enden, das einst in den Jahren 1898-1903 zum Leben erweckt wurde.
Die insgesamt 125 großformatig abgebildeten Rosensorten werden alle auf den letzten Seiten ausführlich erklärt. Meine Lieblingsrose ist die "Belle des Jardins". Diese Rose kam 1872 auf den Markt. Der Züchter Jean-Baptiste Guillot schuf diese Schönheit, die nur einmal im Jahr blüht. Um 1910 kürte die französische Gartenbaugesellschaft sie zu einer der schönsten Rosen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Blüte ist übrigens purpur-violett mit lilafarben überhauchten Streifen.
Eine der abgelichteten Rosen trägt den Namen "Goethe". Was hatte der Dichter mit Rosen zu tun? Man erfährt, dass dieser Gartenliebhaber sich insbesondere für Rosen interessierte, deren Proliferation er studierte. Gemeint ist das Auftreten einer zweiten Rose im Herzen einer Rose und mitunter sogar einer dritten Rose im Herzen der zweiten. Solche Rosen wirken fast unwirklich. Goethe gelangte zum Ergebnis, dass alles, was er beobachte, ein "Blatt" sei. Nach seiner Vorstellung waren all Organe der Blüte Blätter, die sich unterschiedlich entwickelt hätten. Diese Ansicht gilt noch immer als die letzte Weisheit. Grund genug eine Rose nach ihm zu benennen.
Die Großaufnahmen von Josh Westrich sind Kunstwerke, auf den man jede Einzelheit der abgelichteten Rose bzw. eines Rosenzweiges studieren kann. Jede Farbschattierung wird sichtbar. Sappho hatte recht als sie vor etwa 600 v. Chr. festhielt:" Wenn Zeus den Blumen/eine Königin geben wollte,/müsste die Rose/diese Krone tragen."
Wie eingangs bereits betont ist dieser Prachtband das ultimative Buchpräsent für Rosenliebhaber, aber nicht nur für diese, sondern für alle Menschen, die das Schöne lieben.
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Vladimir Malakhov: Trade Edition (Ullmann) von Dieter Blum
Ein Mann, so schön wie Adonis
In diesem überaus beeindruckenden Bildband des Starfotografen Dieter Blum wird dem Betrachter das Können des russischen Tänzers Vladimir Malakhov facettenreich nahegebracht. Der Fotograf hat das Buch dem 2005 verstorbenen L. Fritz Gruber und seiner Frau Renate gewidmet.
Malakhov wurde nach seiner Ausbildung an der Moskauer Bolschoi-Ballettschule 1986 gleich nach seinem Abschluss als jüngster Solotänzer der Compagnie direkt an das Moskauer Klassische Ballett engagiert. 1995 dann debütierte er beim American Ballet Theatre an der Metropolitan Opera in New York City, seither ist er nicht nur als Erster Solotänzer beim American Ballet Theatre engagiert, sondern ist als ständiger Gast auch auf den Ballettbühnen in Wien, Stuttgart und Berlin aufgetreten. Im Oktober 2005 präsentierte er seine neueste Choreographie »Dornröschen« an der Deutschen Oper Berlin. Mit Gründung des Staatsballetts Berlin im Rahmen der Stiftung Oper in Berlin wurde er am 1. Januar 2004 dessen Intendant. Vladimir Malakhov ist Ehrenbürger der Stadt Kiew und Ehrenprofessor der Ukrainischen Akademie für Choreographie.
In einem Essay von Klaus Geitel fast zum Ende des Buches erfährt man, dass Malakhovs Tanz einem in die Luft geworfenen Staunen gleiche. Trotz aller Einbindung in den Stilwillen, dem er die schöpferische Arbeit des Staatsballetts unterwirft, behält er sich selbst gelegentliche Ausflüge in die Stratosphäre der eigenen Kunstfertigkeit vor. Wenn er vor Unternehmungslust strotzt, dann hat sein Tanz offensichtlich jede Erdnähe verloren und blitzt wie ein Feuerwerk auf die klägliche Erde nieder, dann scheint der Tänzer über den Wolken zu schweben und reißt alle, die ihm bei seinem Tun zuschauen mit. Dieter Blum singt in seinen Bildern das Hohelied einer Tanzkunst, die wie Geitel konstatiert,"nicht nur aus Ausrufezeichen und spektakulär hohen Sprüngen besteht, sondern eher aus dem künstlerischen Kalkül, Leben und Tod poetisch miteinander in Beziehung zu setzen."
Gleich zu Anfang der Bilderdokumentation lernt man den Tänzer als hübsches Kind kennen, das früh schon mit Ballettübungen beginnt. Dann aber folgen die meisterhaften Aufnahmen, die den bildschönen Tänzer nicht selten nackt tanzend zeigen. Seine Körperformen sind ideal. Er ist gut durchtrainiert, aber nicht über Gebühr muskulös, eher androgyn mit gewaltigem Penis, der leicht erigiert erscheint, wenn Malakov wie Amor persönlich durch die Lüfte schwebt. Auf einem weiteren Foto ist der nackte, blonde Schönling gemeinsam mit einem jungen schwarzen Tänzer abgelichtet. Mit seiner rechten Hand umfasst der Schwarze den Brustkorb Malakhovs, der sich mit dem Rücken an ihn lehnt, während die lange, schmale Hand des Schwarzen auf dem Penis des Tänzers ruht.
Malakov tanzt auch mit nackten Frauen, wie etwa mit Nadja Saidakova, trägt sie alle durch die Lüfte und huldigt ihnen auf diese Weise wie man Göttinnen huldigt. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass der nackte Körper Malakhovs, dem des Adonis gleicht und man sich an seinen Gesäßmuskeln beim Tanz nicht satt sehen kann. Die Fotos im Buch sind seinem beruflichen Werdegang zugeordnet. Sehr schön sind Aufnahmen der Tänzerin Polina Semionova und von Beatrice Knob, die der Tänzer Ronald Savkovic nackt überfliegt. In der Folge darf man sich einer Reihe sehr attraktiver nackter Tänzer und Tänzerinnen erfreuen. Vladimir Malakhov ist der Gott unter allen, seine erotische Art sich zu bewegen, sein traumhaft schöner Körper, die feminine Anmut seinen Gesichtes machen ihn unwiderstehlich. Dieser Tänzer ist eine Frauenfantasie, ein Mann, der nicht nur verspricht anmutig wie eine Feder über Frauen zu schweben, sondern es auch wirklich tut.
Ein tolles Buch mit ganz außerordentlich gelungenen Bildern.
Louis Vuitton. Die Erfindung des Luxus (Gebundene Ausgabe)
Der Autor des vorliegenden hochinformativen Prachtbandes Paul-Gerard Pasols ist seit 1986 Kommunikationsberater bei Louis Vuitton und gilt, wie man dem Klappentext entnehmen kann, als" ein privilegierter Zeuge des Erfolgs dieser einzigartigen Marke".Der Mythos "LV" beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts . Damals erschloss Louis Vuitton mit maßgeschneidertem Reisegepäck einen neuen Markt.
Deshalb auch nimmt das Buch seinen Anfang mit der Lebensgeschichte Louis Vuittos , der fraglos der Gründervater dieser Luxusmarke ist.
Man erfährt, dass er 1821 in Anchay, einem in den Bergen und Wäldern des Jura gelegenen Weiler geboren wurde. Seine Vorfahren waren Tischler, Bauern, Müller und Zimmerleute. Als 13 jähriger verließ er seine Heimat und gelangte schließlich 1837 nach Paris. Der Autor beschreibt das Paris jener Tage mit seinen Gegensätzen, so wie der junge Louis die Stadt wahrgenommen hat. Der junge Mann begann eine Lehre als Kisten /Ladenmacher, d.h. er lernte aus weißem Holz Kisten und Schachteln herzustellen.
Aufgrund einer Atmosphäre des Wachstums und des Optimismus im Zweiten Kaiserreich beschloss Vuitton auf eigenen Füssen zu stehen und sich selbstständig zu machen .
Man liest von der Ära der Krinoline( Kaiserin Eugenie und ihre Hofdamen waren verrückt danach) und den Problemen des Transports dieser voluminös gemachten Kleider. Hier war das Know-how von Vuitton gefragt. Am 22.4.1854 eröffnete Louis sein Geschäft und gründete damit Firma Louis Vuitton. Der Ladenmacher erfand den ersten flachen Reisekoffer . So entstand das erste moderne Gepäck.
Davor waren die Koffer im Allgemeinen Kisten, deren gewölbte Deckel im Regen aufweichten. Diese Kisten waren mit Nägeln beschlagen und hatten einen Lederüberzug. Vuitton verminderte das Gewicht, indem er die Koffer nun mit trianongrauem Tuch verkleidete. Die neue Kreation , somit handlicher, leichter, funktioneller und solider , hatte sogleich Erfolg.
Durch die Revolution des Transportwesens, u.a. durch die Entwicklung des Eisenbahnnetzes und die in Mode kommenden Passagierdampfer, veränderten sich die Reisemöglichkeiten. Nun waren Koffer angesagter denn je. Man liest von der Einweihung des Suezkanals und der Tatsache, dass eine lange Liste gekrönter Häupter, die von Ismail Khedive von Ägypten zu diesem Anlass eingeladen wurden, Vuitton mit Spezialanfertigungen für diese Reise beauftragten.
1859 verlegte Louis seine Werkstätten in das Dorf Asnieres, um den Betrieb zu vergrößern. Der Ort lag nur 2 km vor den Toren von Paris, unweit von Bahnhöfen und den Frachtkränen der Seine entfernt . Hier entstand auch die Familienresidenz.
In den 1870er Jahren musste Vuitton nach dem Sturz Napoleons III neu beginnen , weil die lange Besatzung von Paris und der Bürgerkrieg die Geschäfte lahm gelegt hatten.
Der Schrankkoffer wurde nun das Gepäck für lange Reisen. Diese Koffer gab es auch mit Fachversion als Kleiderschrank mit Schubfächern. Dem Firmengründer Louis folgte sein Sohn George. Auch seine Lebensgeschichte erzählt der Autor. Georges Verdienst ist es, dass Vuitton-Koffer nun mit sicheren Schlössern ausgestattet wurden.
1888 entwickelte man einen neuen Bezugsstoff( ein schönes Schachbrettmuster) , den man auf der Weltausstellung 1889 ein Jahr später präsentierte. Es folgte die Entwicklung des Monogrammstoffes , der 1905 patentiert wurde. Ein Kapitel des Buches widmet sich den Geheimnissen des Monogrammmusters und erläutert diese ausführlich.
Man liest des weiteren von der Kunst des Reisens. Die Welt entdeckte man mit dem Orientexpress und der Transsibirischen Eisenbahn . Auf den Bahnsteigen stapelte sich das Gepäck. Der Luxus ging auf Reisen. Das Haus Vuitton kreierte für diese Zwecke immer neue Gepäckstücke. Für den eleganten Herren schuf Vuitton das Koffermodell " Ideale" , in dem genau fünf Anzüge, ein Mantel, 18 Hemden, Unterwäsche, vier Paar Schuhe, ein Hut, drei Stöcke und ein Regenschirm Platz fanden.
Man liest Bemerkenswertes von den Reisen auf der Transatlantik-Linie. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den Pionieren des Fliegens und dem ersten Fluggepäck. Charles Lindbergh kaufte übrigens bei Vuitton zwei Schrankkoffer, bevor er dann per Schiff in die USA zurückkehrte. Die ersten Autokoffer und eine Reihe spezieller Accessoires und Gepäckstücke folgten kurz nachdem das Automobil entwickelt worden ist. Nun benötige man Dachkoffer, Fahrertaschen und vieles andere mehr.
Im 19. Jahrhundert bereits begannen die besitzenden Schichten ihren Sommer am Meer zu verbringen. Deauville , Trouville und Carbourg waren beliebte Reiseziele. Reisenecessaires von Vuitton wurden zu einem unverzichtbaren Muss. Personen die auf Expeditionsreise gingen nahmen das Kofferbett "Brazza" mit. Dieses Bett wurde zum Kultobjekt des Hauses Vuitton.Sehr lesenswert auch ist das Kapitel, das den Weltausstellungen, aber auch den ersten Autorallyes gewidmet ist .Immer wieder wird Bezug auf das Gepäck genommen und damit auf die Marke Louis Vuitton.
1914 entstand in Paris das " Vuitton Building".
Es war das größte Reiseartikelgeschäft der Welt. Bis 1954 blieb dies der Sitz des Hauses in Paris. In der Folge wird man über die Lebensgeschichte der nächsten Generation , nämlich die von Gaston-Louis Vuittons informiert. Seine Liebe zum Jugendstil und seine Zusammenarbeit mit Legrain, Puiforcat, Conversat, Rulance und Lalique wird dargestellt. Mit diesen Personen entwarf er luxuriöse französische Reiseartikel.
Gaston-Louis erweiterte die Produktpalette um Gebrauchsgegenstände. Ab 1926 vermarktete er Parfum in einem sehr schönen Flakon aus einfarbigem, ungeschliffenen Kristall.Weiter liest man von den wilden 1920ern in Paris und an der Cote d`Azur. Zu Vuittons Kunden zählten nun Dos Passos, Hemingway, Picasso, Leger, Diaghilew, Strawinsky und Cole Porter. Die "Keepall" war nun ein neues moderndes Gepäckstück. Sie galt als der Prototyp der modernen Wochenend-Reisetasche.
Auch in den USA erlangte Vuitton damals bereits große Beliebtheit. Amerikanische Großindustrielle entdeckten die Marke für sich.Trotz der großen Erfolge hatte das Haus Vuitton durch den 2. Weltkrieg erhebliche Einbußen erleben müssen, doch der gute Ruf des Hauses führte schon nach wenigen Jahren erneut zum Erfolg.
Gaston -Louis Vuitton sollte eine stabile Tasche für den Transport von Champagnerflaschen kreieren. Dieses gelang ihm 1932 als er das Modell " Noe" entwarf. In etwas veränderter Form wurde die " Noe" 1959 zu einem weltweit begehrten Modeartikel. Noch heute wird sie als großer Klassiker des Hauses gut verkauft.
Durch den fortdauernden Erfolg erwirtschaftete das Unternehmen im Jahre 1989 mit 125 Geschäften weltweit einen Umsatz von 600 Millionen Euro .Seither wurde die Produktpalette um viele Produkte erweitert. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich das Haus dann schließlich zum globalen Marktführer entwickelt.
1997 übernahm Marc Jacobs die künstlerische Leitung von Louis Vuitton. Mit ihm hielt die Mode bei Vuitton Einzug. Das Buch zeigt viele schöne Fotografien , die Einblicke in seine Modekreationen geben. Sowohl die Damen- als auch die Herrenmode gefällt aufgrund ihrer schlichten Eleganz.Eine Vielzahl von Werbefotos zeigen wie sich das Image von Vuitton etabliert. Sehr ausdrucksstark beeindruckt den Leser ein Foto der Frühjahr-Sommer-Kampagne 2004, auf dem Naomi Campell in der Wüste posiert.
Bemerkenswert auch ist eines der letzten Kapitel, das die Überschrift " Koffermacher , das erste Handwerk" trägt und die Kunst dieses Handwerks fotografisch als auch textlich hervorragend darstellt.
Das Buch bietet eine Fülle von Informationen sowie schöne Bildern und verdeutlicht, dass es sich bei der Marke Louis Vuitton um etwas wirklich ganz Besonderes handelt!
Ein tolles Buch.
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Ich schaffe eine Kollektion nach einem Traum ( Ralph Lauren),
Vor mir liegt ein prächtiger Bildband des Modemachers Ralph Lauren , dessen Mode ich überaus schätze und seit vielen Jahre bevorzugt trage. Lauren erzählt zunächst von seinem Leben , seiner Kindheit in wenig begüterten Verhältnissen, seinem Willen jemand zu sein und für etwas zu stehen, mit einem Wort ein unverwechselbares Individuum zu verkörpern. Er besuchte abends das College und geriet über Umwege dorthin, wo er sich seit Jahrzehnten beruflich bewegt. Eine Modeschule hat er niemals besucht.
Lauren begann seine Karriere 1967 mit der Krawattenlinie unter der Marke " Polo". Ein Jahr später überraschte er dann mit der kompletten " Polo"-Herrenmode-Kollektion die Szene und wurde 1970 von Redakteuren großer Modezeitschriften zum Gewinner in der Kategorie " kreativster Designer im Bereich Herrenmode" ausgewählt. 1972 stellte er das Polo-Shirt vor. Das Original-Polohemd aus Pique mit dem charakteristischen Polospieler-Logo eroberte in 24 Farben den Markt. Im gleichen Jahr stellte der Senkrechtstarter eine komplette " Ralph-Lauren-Damenmodekollektion " vor. 1976 gewann er den zweiten Coty-Award für Damenmode und einen Coty Hall of Fame Award für Herrenmode. Zwei Jahre später kreierte er den ersten Herrenduft " Polo for Men" und eröffnete Anfang 80 in London das erste Geschäft außerhalb der USA in London.
Bildschöne Heimtextilien waren wenig später der nächste große Wurf des Kreativen und es folgten noch viele weitere Highlights, wie man dem Buch entnehmen kann. Ralph Lauren besitzt ganz offensichtlich das Glück des Tüchtigen und lebt insofern den amerikanischen Traum.
Wie denkt und wie lebt dieser Mann, der mit seiner attraktiven Ehefrau Ricky seit nunmehr 42 Jahren glücklich zusammen ist, drei erwachsene Kinder mit ihr hat und diese Kinder als Ausdruck seiner Träume begreift?
Er liebt Orte, die den Menschen verwandeln und er liebt alles Zeitlose. Beim Entwerfen seiner Mode achtet er darauf, dass sie klassisch und damit langlebig ist. Er schätzt authentische Kleidung mit einzigartigem Tragekomfort und Charakter. Lauren konstatiert, dass er nicht einfach ein Kleid entwirft, sondern eine Geschichte schreibt. Wie diese aussehen kann, schildert er detailliert.
Die Trägerin eines Kleides übrigens verfügt über jene Weiblichkeit, die durch all seine Träume reist, sie besitzt eine Schönheit, die auf einem tiefen Vertrauen in sich selbst begründet ist. Die Kleider dieser Frau haben kein Alter, keine feste Zeitbestimmung, sie sind zeitlos- wie sie.
Ausgiebig berichtet Lauren über die Freiheit, ein Muster oder einen Stoff zu wählen und diese auf ganz neue Art zu benutzen. Er erzählt vom Country-Leben und den Konsequenzen für seine Mode, von seinen gedanklichen Anleihen an den Stil des Wilden Westens, seinen Safari-Impressionen und den kreativen Inspirationen, die sich aus seiner Liebe zu England immer wieder ergeben.
Die Frau , die seine Art Kleidung repräsentiert ist idealtypisch für Lauren eine Schönheit mit einem gewissen zurückhaltendem Charme. Obschon sie etwas trägt, was eigentlich maskulin ist, wirkt sie dennoch überaus weiblich. Die Eleganz dieser Frau ist nicht dem Zeitgeist unterworfen, ihr Glamour ist zeitlos.
Lauren sagt : " Ich möchte Kreationen schaffen, ohne einen Gedanken an Mode zu verschwenden, etwas Legendäres hervorbringen, das ein Gefühl von Zeitlosigkeit vermittelt, eine Dauerhaftigleit, die uns immer wieder anregt." Die Basis seiner Entwürfe ist der Gedanke, dass die Kleidung bequem und zweckmäßig sein soll, aber niemals ohne einen besonderen, individuellen Touch.
Die Essenz seiner Arbeit ist in all den Stilrichtungen und Stimmungen zu sehen, die Lauren erzeugt. Er versucht Kleidung zu entwerfen für eine Welt, die sich ständig bewegt und ihn bewegt aber gleichwohl eine zeitlose Komponente in sich birgt.
Seine Damen- Kollektionen hat der Modemacher für einen Frauen-Typ entworfen, die " ihr Leben in allen Rollen, die sie von Jahr zu Jahr, von Saison zu Saison, von Tag zu Nacht spielen kann, in vollen Zügen genießt." Die schönen Modelle, die seine Mode auf den vielen Fotos im Buch präsentieren, unterscheiden sich von den Laufstegmodellen durch ihre durchgehend bemerkenswert edle Persönlichkeitaustrahlung.
Ein Fülle wunderschöner Fotos , darunter zahllose Privataufnahmen, erzählen neben Laurens Texten sehr viel von dessen ereignisreichem Leben. Das traumhafte Buch hat er seiner Frau Ricky gewidmet, die er, das geht aus allen Texten und Bildern glaubhaft hervor, noch heute genauso liebt , wie am ersten Tag und die für ihn noch immer die große Inspiration seines Lebens ist.
Wirklich empfehlenswert!
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Die Schuld, eine Frau zu sein von Mukhtar Mai
Eine wirklich mutige Frau!
Noch immer werden in islamischen Ländern Frauen zur Rettung der Familienehre misshandelt und ermordet. In Pakistan ist es jede zweite Frau die Opfer von Misshandlungen wird. Mukhtar Mai wurde aufgrund eines Stammesgerichtsurteils im Sommer 2002 von mehreren Männern vergewaltigt. Anstelle sich aus Scham umzubringen, was in Pakistan in solchen Fällen üblich ist, zieht die junge Frau mutig vor Gericht und erwirkt die Verhaftung der Täter.
Die kämpferische Pakistani erhält Zuspruch von vielen Frauenrechtsorganisationen, durch deren Hilfe sie lesen und schreiben lernt und zeitgleich eine Mädchenschule gründet. Die Geschändete weiß, dass sich nur durch Bildung und Aufklärung die fatale Situation der Frauen in ihrem Land verändern kann. Ihr Kampf gilt dem Analphabetismus ihrer Geschlechtsgenossinen, welcher die Grundlage des männlichen Unterdrückungssystems bildet.
Mukhtar Mai berichtet detailliert von den archaischen Strukturen ihres Landes in den Provinzen, von der unsäglichen Armut der Bevölkerung unterer Kasten und der Rolle der Frau als Tausch- und Demütigungsobjekt innerhalb der Clans. Die Pakistani reist seither, wie sie sagt, als Aktivistin durch die Welt, um zur Linderung des Unglücks, das ihr Land erschüttert hat, einen kleinen Beitrag zu leisten.
Primär jedoch kümmert sie sich um ihre eigentliche Mission: dem Ausbau ihrer Schule. Mukhtar Mai wurde von einer amerikanischen Zeitschrift zur Frau des Jahres gewählt. Die New York Times sieht in ihr eine Heldin und diesem Urteil kann man, nach der Lektüre des vorliegenden Buches, nur zustimmen!
Die kämpferische Pakistani erhält Zuspruch von vielen Frauenrechtsorganisationen, durch deren Hilfe sie lesen und schreiben lernt und zeitgleich eine Mädchenschule gründet. Die Geschändete weiß, dass sich nur durch Bildung und Aufklärung die fatale Situation der Frauen in ihrem Land verändern kann. Ihr Kampf gilt dem Analphabetismus ihrer Geschlechtsgenossinen, welcher die Grundlage des männlichen Unterdrückungssystems bildet.
Mukhtar Mai berichtet detailliert von den archaischen Strukturen ihres Landes in den Provinzen, von der unsäglichen Armut der Bevölkerung unterer Kasten und der Rolle der Frau als Tausch- und Demütigungsobjekt innerhalb der Clans. Die Pakistani reist seither, wie sie sagt, als Aktivistin durch die Welt, um zur Linderung des Unglücks, das ihr Land erschüttert hat, einen kleinen Beitrag zu leisten.
Primär jedoch kümmert sie sich um ihre eigentliche Mission: dem Ausbau ihrer Schule. Mukhtar Mai wurde von einer amerikanischen Zeitschrift zur Frau des Jahres gewählt. Die New York Times sieht in ihr eine Heldin und diesem Urteil kann man, nach der Lektüre des vorliegenden Buches, nur zustimmen!
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Satanische Verhandlungskunst und wie man sich dagegen wehrt von Wolf Ruede-Wissmann
Nervig sind die Jungs, die immer auf vermeintlichen Schwachstellen rumreiten. Warum nur tuns sie dies?
"Satanische Verhandlungskunst ist in der Tat eine >>Krankheit<<, die es zu bekämpfen gilt. Doch eine Krankheit bekämpft man nicht dadurch, dass man sie bejammert oder beschimpft, sondern indem man eine genau Analyse und Diagnose erstellt, damit es zu einer wirksamen Therapie kommt."(Dr.Dr.Wolf Ruede-Wissmann)
Dr.Dr. Ruede-Wissmann zeigt in seinem Buch, wie man sich wie mittels rhetorischer Elemente, d.h. bestimmter Fragearten und Gesprächstechniken und nonverbaler Elemente, wie Mimik, Gestik und Kinesik in Gesprächen mit abgefeimten "Verhandlungspartnern" zur Wehr setzen kann, deren miese Strategien frühzeitig erkennt und sinnvolle Gegenstrategien entwickelt.
Ausgelotet werden die schäbigen Strategien des unberechenbar negativen Verhaltens und des scheinbar positiven neutralen Verhaltens. Des Weiteren werden diabolische Taktiken verdeutlicht. Zu diesen zählen nichts zuletzt: die Gegner ständig zu provozieren, Drohungen, Täuschungen, Gerüchte und Verleumdungen, Bestechung, Korruption und dergleichen mehr, wenn es um unberechenbar negatives Verhalten geht. Zum scheinbar positiven neutralen Verhalten gehört: das Einrichten von Nebenkriegsschauplätzen, das Einlullen, die Richterrolle, auf Zeit zu spielen etc, nicht minder miese hinterhältige Verhaltensmuster.
Wie wehrt man diese abgeschmackten Strategien und Taktiken ab?
Der Autor nennt zunächst die mentalen und psychologischen Bedingungen und die Verhaltensgrundsätze, bevor er das Grundprinzip der Abwehr gut nachvollziehbar erläutert. Er zeigt im Speziellen, wie man unfaire rhetorische Elemente, unangenehme Fragen, unfaire nonverbale Elemente, vor allem aber unfaire Dialektik abwehrt. Auch wird man nicht im Ungewissen gelassen, welche Gegenstrategien und -taktiken man sinnvoller Weise entwickeln sollte.
Eine hervorragende Analyse und hilfreicher Ratgeber im Umgang unangenehmen Rhetorikern.
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Verhandlungskunst
Umweltfreundlich vegetarisch: Genießerrezepte mit CO2-Berechnungen von Bettina Goldner
Zügeln Sie Ihren Fleischgenuss, auch Grünkernbuletten schmecken lecker
Dieses Kochbuch wird ökologisch bewusste Vegetarier erfreuen, denn die Autorin Bettina Goldner weist bei jedem der in mancherlei Hinsicht gesundheitsfördernden Rezepte die Co 2 - Berechnungen aus.
Zunächst allerdings erklärt sie wie stark ein Produkt das Klima schädigt und listet die C0 2 - Äquivalente in g/kg Produkt nach Anbauweise im Rahmen der Buchklappen gut nachvollziehbar auf.
Ihre wichtigsten Botschaften aus dem 1. Teil des Buchs lauten:
- Die Ernährung verursacht in Deutschland fast genauso viel klimatische Gase wie der gesamte Straßenverkehr.
- In Deutschland wird mehr als das Fünffache des "Erlaubten" an klimawirksamen Gasen verursacht. Unser Pro-Kopf-Limit von 2 t CO 2 schöpfen wir bereits mit unserer Nahrung aus.
- Lebensmittel tierischen Ursprungs führen grundsätzlich zu mehr Schäden als pflanzliche Produkte. Global gesehen ist die Haltung von Nutztieren für 18% der durch Menschen herbeigeführten Treibhausgase verantwortlich.
-Im Durchschnitt müssen sieben Kalorien in Form von Getreide verfüttert werden, um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen. Der Anbau von Futtermitteln klimaschädlich. Grund hierfür ist der massive Einsatz von Stickstoff-Düngemitteln.
-Das Methan, das Wiederkäuer bei der Verdauung ausstoßen, ist ebenfalls klimaschädlich.
-Vegetarier, die Milchprodukte verzehren, sollten bedenken, dass Milchprodukte den größten Anteil an den Treibhausgasemissionen unserers Lebensmittelwarenkorbs verursachen.
-Der Verzicht auf Fisch und Fleisch in unserem Lande würde den ernährungsbedingten Co2 -Ausstoß um bis zu 42% reduzieren. Bei einem vollständigen Verzicht durch vegane Nahrung sogar bis zu 80%.
Die Autorin resümmiert: "Das Beste, was wir hinsichtlich der Ernährung fürs Klima tun können, ist, möglichst wenig Tierisches auf den Teller zu bringen."
Der Rezeptteil ist untergliedert in: Salate, Vorspeisen, Suppen, Hauptgerichte, Dessert und Gebäck. Die jedem Rezept beigefügten CO 2 Äquivalente machen deutlich, dass auch in der Küche ein Beitrag zum Klimaschutz möglich ist.
Die Rezepte sind unkompliziert und leicht nachkochbar. Hervorheben möchte ich " Bärlauchrisotto", hier wird normale Sahne durch Soja-Sahne ersetzt, von der ich bislang noch nicht mal wußte, dass es sie gibt. Sehr lecker schmeckt der " Arabische Gemüsetopf". Die Zutaten machen deutlich, dass man hier Gesundheit pur zubereitet. Bei den "Pfifferlingen mit grünen Bandnudeln" stört mich das Mehl in der Sauce. Ohne das Mehl ist das Gericht perfekt. Superlecker sind die "Spaghetti mit Zitronensauce" Ein wahrlich delikates Sommergericht! Auch die Nachspeisen sind geschmacklich gaumenkitzelnd. Gesundheitlich bedenklich halte ich allerdings den darin enthaltenen Zucker.
Ein Buch, das zum Nachdenken und möglicherweise auch zum veränderten Kochverhalten beiträgt.
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Öko-Kost,
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Genießen mit Puccini: Die ursprüngliche Küche der Toskana von Eva Gesine Baur
"Ich bin immer verliebt" ( Puccini)
Der italienische Komponist Giacomo Puccini (1858-1924) war Schöpfer von Opern voller Leidenschaft und Tragik. Er selbst hatte auch eine Reihe von Leidenschaften: für Autos, Motorboote, Frauen, Federwildjagd und für gutes Essen.
Puccini wurde in der toscanischen Stadt Lucca geboren. Über sein Leben dort und mancherlei mehr erfährt man in den biographischen Texten, die sich mit Puccinis Liebe zum guten Leben, zum großen Gefühl, zum Rustikalen, zum Theatralischen, zur Heimat und zur Jagd und schließlich auch mit seiner Liebe zum Einfachen näher auseinander setzen.
Die kulinarischen Schätze aus Puccinis Heimat lernt man anhand von 70 Originalrezepten kennen. Diese sind untergliedert in: Vorspeisen und Salate; Suppen und Gemüse; Pasta und Reisgerichte; Hauptgerichte mit Fisch und Meeresfrüchten; Hauptgerichte mit Geflügel; Hauptgerichte mit Fleisch vom Schwein, Rind, Lamm, Kaninchen oder Wild und Süßspeisen.
Die Rezepte sind unkompliziert und lassen sich problemlos zubereiten. Edle Rezepte wie etwa "Rebhuhn mit Steinpilzen" sind eher die Ausnahme.
Eindrucksvolle Fotos aus der Toscana, auch Originalfotos von Puccini und seiner Familie sowie Fotos von den kulinarischen Köstlichkeiten vervollständigen das Buch, dem eine CD mit Musik des begnadeten Komponisten beigefügt ist. Die Spieldauer beträgt 70 Minuten. Zu hören sind Auszüge aus: Manon Lesaut, La Bohème, Suor Angelica, Tosca, Edgar, Madame Butterfly, La Fanciulla del West, La Rondine, La Villi, Gianni Schicci, und Turandot.
Das Konzept der Autorin Dr. Gesine Baur gefällt mir, weil es zusammenfügt, was zusammengehört: Irdische und überirdische Genüsse. Deshalb auch 5 Sterne.
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