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Picasso, DVD

"Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet." ( Picasso) 
Diese DVD- Dokumentation befasst sich mit verschiedenen Werken aus dem künstlerischen Schaffen des spanischen Malers, Grafikers, Bildhauers, Keramikers und Objektkünstlers Pablo Picasso (1881-1973). Der Künstler gilt als Wegbereiter, aber auch hervorragender Repräsentant der Malerei des 20. Jahrhunderts. Die Dokumentation wird immer wieder von gefilmten Szenen eines Stierkampfes unterbrochen, den Picasso so sehr liebte und der ihn zu vielen Kunstwerken inspiriert hat. Man erfährt von seiner ersten systematischen Schulung in Barcelona und seinem dann folgenden Werdegang. In Barcelona stellte er 1897 im "El Quatre Gats", ein Treffpunkt der damals intellektuell und künstlerisch bewegten Jugend, einige Werke aus, vor allem Porträts. Dieser imposante Treffpunkt wird im Film gezeigt. 1900 reiste er nach Paris und präsentierte dort 1901 erstmals seine Bilder. 
In der Dokumentation werden Gemälde aus seiner "Blauen Periode" und seiner "Rosa Periode" vorgestellt und sehr gut erklärt. Etwa ab 1915 dann begannen naturalistische und streng geometrische Bilder sich mehrfach abzulösen. Dokumentiert werden u.a. auch kubistische Gemälde, um sich schließlich mit seinen Stierkampfbildern näher auseinanderzusetzen, die Folge einer Spanienreise 1934 waren. 
Als im Juli 1936 der Bürgerkrieg in Spanien ausbrach, stellte sich Picasso auf die Seite der Republikaner. 1937 schuf er für den spanischen Pavillon der Weltausstellung in Paris das monumentale Werk "Guernica". Es war ein Protest gegen die Zerstörung der baskischen Stadt Guernica durch den Luftangriff der Legion Condor und zugleich als Manifest gegen den Krieg aufzufassen. Das Bild wird in der Dokumentation sehr gut ausgeleuchtet. Es hängt übrigens unter Panzerglas. 
Picassos Frauenbilder werden thematisiert und erklärt, auch wird auf Besonderheiten des Werkes "Les Demoiselles d` Avignon" hingewiesen. Hier nämlich wurde die plastische Form als Eigenwert entdeckt und isoliert, unbekümmert, ob sie ein Ding oder einen Menschen bezeichnet. Ein System von Linien und Schraffuren, die einzelne Gesichter der Demoiselles als Masken zerlegen, kündigte an, wie später im analytischen Kubismus Volumen grundsätzlich als Rhythmus von Flächen wiedergegeben wurde.  
In der Dokumentation werden immer wieder exemplarisch Gemälde Picassos aus unterschiedlichen Schaffensperioden herangezogen und erklärt, nicht zuletzt auch die "Figuren am Meeresufer" und seine Sicht zur Darstellung von Sexualität in seinen Kunstwerken beleuchtet. Auch einige Gemälde aus seiner Spätphase werden gezeigt. Stets war die Liebe und die Trennung von seinen Frauen Quelle der Inspiration für seine Werke. Auf seine Frauenbeziehungen wird kaum eingegangen, sondern sich ausschließlich mit seinem Werk befasst. Das finde ich so weit o.k., denn in 81 Minuten Filmlänge müssen Prioritäten gesetzt werden.  
Der Dokumentation ist empfehlenswert für all jene, die Interesse daran haben, einzelne Werke des Künstlers näher kennenzulernen und die begreifen möchten, welchen gedanklichen Überbau diese Werke Picassos haben.