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Robert Rauschenberg DVD ~ Chris Granlund

"..... ich bin der Meinung, daß ein Bild wirklicher ist, wenn es aus Teilen der wirklichen Welt gemacht ist.


Malerei bezieht sich auf beides, auf die Kunst und auf das Leben, keines von beiden läßt sich herstellen; ich bemühe mich, zwischen beiden zu agieren." Zitat: Rauschenberg

Die vorliegende DVD-Dokumentation befasst sich mit dem Schaffen des amerikanischen Künstlers Robert Rauschenberg (1925-2008). Der Künstler begleitet den Zuschauer persönlich durch die Dokumentation und gibt eine Reihe bemerkenswerter Interviews, zudem kann man ihm beim Arbeiten zuschauen.

Rauschenberg gilt zusammen mit Jasper Johns als Vorläufer der Pop Art und als Vertreter des Neodadaismus, der am Rande der Pop-Art die Kombinations- und Collagetechnik weiterentwickelte und in der Behandlung der Farbe aber auch in der persönlichen Handschrift ein Bindeglied darstellte zwischen Action Painting und Pop Art.

Der Künstler berichtet, dass er 1946/47 am "Kansas Art Institute" studierte und anschließend 1947 in Paris an der "Académie Julian" eingeschrieben war und dort Landschaften und Stadtbilder malte. Die Dokumentation zeigt den jungen Künstler in Paris. Er sagt, dass er zur falschen Zeit in Frankreichs Metropole war.

Seine ersten Werke nach den Arbeiten der Pariser Zeit waren in New York großformatige, meist weiß gehaltene Ölbilder. Die Werke dieser Phase erinnern an Minimal Art. Es folgten u.a. eine monochrome rote Serie. Bei diesen roten Bildern sind aufgeklebte Zeitungs- und Stofffetzen mit verschiedenen Tönen von Rot überstrichen. Durch diese Texturen wird der Eindruck eines eigentümlichen Vibrierens der Bildoberfläche hervorgerufen.
Ab 1952 entstanden die "Dirt Paintings" in Mischtechnik aus verschiedenen Materialien, wobei oftmals Pflanzen und kleine plastische Objekte mittels einer glasigen Substanz verschmolzen werden. Der Skandal, den die "Dirt Paintings" hervorgerufen hatten, wurde durch eine neue Aktion Rauschenbergs überdeckt, als er eine Zeichnung Willem de Koonigs erwarb, sie auslöschte und seinen Eingriff dann signierte und datierte. Darüber berichtet Rauschenberg ausführlich.

1953 entwickelte der Künstler Bilder, in denen Gebrauchsgegenstände und Abfälle neben den traditionellen Farbstoffen platziert sind. Es handelt sich hier um Konglomerate, in denen Rauschenberg den Zufall als Ästhetik feiert und in denen Alltaggegenstände als Realitätsfragmente unmittelbare künstlerische Präsenz erlangen.

Mithilfe der durch Gewöhnung unbeachteten, standardisierten Dinge und banalen visuellen Wirklichkeit des Alltäglichen sollte ein Gegenbild aufgebaut werden, das der Simultanität des Lebens entspricht und durch die Action Painting entlehnte Sponanität Unmittelbarkeit der Farbanwendung, überraschende und aufreizende Aspekte gewinnt. Stets wurde die vehemente, gestische Subjektivität der künstlerischen Aktion verbunden mit der unmittelbaren Präsenz des Objektes.

Thematisiert wird Rauschenbergs Zusammenarbeit mit dem Choreografen Merce Cunningham, den man interviewt. Des Weiteren erklärt Rauschenberg die Entstehung seines Werkes "Monogramm".

Siebdruck, Umdruck, Fotoreproduktion etc. in seinem Schaffen werden erklärt. Das Zusammenfügen der einzelnen Elemente Zeitungsfotos, Texte, Comics u.ä. erfolgte als Szenerie heterogerner Ereignisse. In der Dokumentation wird in diesem Zusammenhang sein Werk "Retroaktive I" vorgestellt. Die damals aktuellen Zeitschriftenillustrationen entnommenen Abbildungen zeigen eine zukunftorientierte Aufbruchstimmung, für die stellvertretend John F. Kennedy steht. Rauschenberg distanziert sich von der dargestellten euphorischen Fortschrittsideologie und spielte zugleich auf eine subtile Weise mit den Mythen der Moderne und ihren Kunstgriffen. Die seit den siebziger Jahren entstandenen Serien sind durch eine große Sensibilität gegenüber dem Material gekennzeichnet.

Berichtet wird von den verschiedenen sozialen und gesellschaftpolischen Projekten des Künstlers , der achtjährigen Wanderausstellung "ROCI" und seinen gemeinützigen Organisationen zur Unterstützung notleidender Künstler.

Rauschenberg beeindruckt im Interview durch seine unglaubliche Gelassenheit und Nachdenklichkeit.