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Rezension: Seckler: Strandküche- Sansibar

Leider habe ich mich bislang noch nie auf Sylt aufgehalten, aber schon viel über die Insel sowie deren gute Küche gelesen und auch rezensiert.

Im vorliegenden Buch lernt man die  Originalrezepte der legendären "Sansibar", dem Restaurant des Schwaben Herbert Seckler kennen. Dieses Lokal hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer einfachen Imbissbude am Strand zu einem Kultrestaurant entwickelt.  Gunther Sachs war schon vor vielen Jahren dort zu Gast und mit ihm eine Reihe anderer sehr prominenter Zeitgenossen. Man erfährt, dass die Sansibar das meistbesuchte Lokal Deutschlands ist und  über eine exzellenten Weinkarte verfügt.Unmittelbar unter dem Lokal lagern 30 000 Flaschen, verteilt auf 1100 Positionen  hervorragender Produkte. Der älteste Rotwein ist ein "Chateau La Tour Haut Brion" aus dem Jahre 1949.

Man erfährt Näheres über die Persönlichkeit Secklers, über seine Familie, über die Entstehungsgeschichte seines Restaurants , über die Küche, das Personal und die Tatsache, dass an Spitzentagen im Hochsommer mehr als 3000 Essen serviert werden. Sehr gut  wird das Sylter Lebensgefühl beschrieben. Die Bilder von der Insel und von den präsentierten Gerichten  machen Lust sofort die Koffer zu packen und sich es sich in einem Strandkorb gemütlich zu machen, nicht weit  entfernt von besagter Sansibar, um sich dort lukullisch verwöhnen zu lassen.

Die Rezepte im Buch sind stets für 4 Personen gerechnet. Die Arbeitsschritte zeichnen sich durch eine lobenswerte Untergliederung aus und lassen sich gut nachvollziehen.  Unter vielen Rezepten werden spezielle Tipps erteilt, die es sich zu realisieren lohnt.

Folgende Speisen aus den Kochbuch möchte ich hervorheben: " Burger von Langostinen mit Avocados und Pflaumenmus".  Beim Pflaumenmus sollte man darauf achten , dass es sich um ein ungesüßtes Produkt handelt. Sehr mediterran gewürzt ist das Rezept " Lachs in der Grube mit Chinakohl und Kartoffel". Hier spielen Limettenblätter, Rosmarin, Salbei und Knoblauchzehen eine entscheidende Rolle. Der Lachs ist von Chinakohl umhüllt.  Das verleiht der Kreation eine sehr delikate Note.

Ein sehr gutes Rezept ist auch der " Rotbarsch vom Grill mit Kräutern und Zitonenglasur", der  mit Zweigen von Rosmarin und Thymian sowie  frischer Petersilie und Basilikum  gefüllt wird.  Erwähnenswert ist der "Seeteufel auf knackigem Bratgemüse", an dem Asiapaste mit Tandoori nicht fehlen darf und der "Martini-Cocktail von mariniertem Thunfisch. Die Wasabicreme dipt man mit Grisini-Stangen.

Lobend hervorheben möchte ich die wunderbare Vitello -Kreation " Vitello asiatico mit Pak Choi und Kokosmilch", eine gelungene Alternative zu der bekannten italienischen Version. Einfach lässt sich das Gericht "Gebratene Shrimps auf grünem Papayasalat"zubereiten. Der Mix aus Basilikum, Minze und Korianderblättchen sorgen für ein  fernöstliches Geschmackserlebnis.

Um einen ungewöhnlichen Cocktail  handelt es sich bei der "Bloody Mary von Meeresfrüchten", an dem Wodka und Tomatensaft freilich nicht fehlen dürfen. Sehr edel sind die Ingredienzien des Rezeptes " Jakobsmuscheln mitb grünem Baby-Spargel". Hier sorgt Austernsauce und Noilly Prat für den letzten Kick.
Der "Red Snapper mit Zitronengraskruste" schmeckt überirdisch gut.  Die Kruste wird aus Panko-Mehl, gerösteten, fein gehackten Mandeln, gehackter Minze, gehackter Petersilie, Koriander, Basillikum und  gehacktem Zitronengras, sowie gehacktem frischen Ingwer zubereitet. Die Sauce für den Fisch enthält Macadamianüsse, Weißwein, pürierte Passionsfrüchte und andere Leckereien mehr...

Die Suppen im Buch sollte man wirklich alle ausprobieren. Leicht lässt sich die "Muschelsuppe mit Zitonengras und Ingwer" herstellen, etwas aufwändiger ist das Rezept für die "Bretonische Fischsuppe mit Safran und Estragon", die mit Pernod, Noilly Prat und Weißwein aromatsiert wird. Superlecker schmeckt  die " Safransuppe mit Muschel und Weißwein". Als Topping bieten sich nicht zuletzt Knoblauchcroutons an.

Bei den Fleischgerichten finde ich  das "Irish Shout-Beef mit Guiness Stout" besonders bemerkenswert. Dass  gegrillte Kalbsleber schmecken kann, zeigt die Kreation  aus Secklers Strandküche. Von den Cremes, Salsas und Dips hat mir die Ananassalsa am besten gefallen. Sehr frisch im Geschmack, sehr sommerlich...  Eine delikate Beigabe zu kaltem Huhn.

Ein Kuss vom Himmel ist ganz gewiss das Aprikosensoufflé mit Vanilleeis, dem allerdings die "Himbeergötterspeise mit Vanillesauce" in nichts nachsteht. Allerdings  sind die "Crepes Sliwowitz mit Pflaumenmusfüllung" und die "Vanillen-Birnen-Tarte" mit Ziegenkäse auch nicht zu verachten.

Ein gelungenes Kochbuch.

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