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Rezension: Josephine- Franz Herre

Eine schöne Frau gefällt den Augen, eine gute dem Herzen, die eine ist ein Kleinod, die andere ein Schatz.",

Der junge General der Republik, der in seiner zu großen Uniform einem gestiefelten Kater glich, war auf unwiderstehliche Art von der liebenswerten Kreolin Joséphine bezaubert, zu deren Anmut sich Schönheit gesellte und deren elegantens Auftreten ihre weniger eleganten Abenteuer vergessen ließen. Ihre letzte Affäre ist die Liaison mit Barras, einem Mitglied des Direktoriums. Indem sie Selbstgefühl und Leidenschaft ihres zweiten Mannes unterschätzt, der in keiner Weise an den schönen General Beauharnais erinnert, gibt Joséphine ihrer Schwäche für einige junge Leute nach. Aufgrund dieser Untreue wollte Napoleon bei seiner Rückkehr aus Ägypten ganz unerbittlich kurzen Prozess mit ihr machen. Die Tränen ihrer Kinder Hortense und Eugène verschafften ihr aber seine Gnade.


Da sie ein Genie in Bonapartes erfasst hatte, wird sie künftig als eifrigste und nützlichste Unterstützerin seiner Politik bewähren. Bei den Vorbereitungen des Staatsstreichs vom 18. Brumaire( 9.11.1799) versteht sie es den damaligen Staatschef einzuschläfern. Nach der Gründung des neuen Regimes bleibt die Konsulin offen royalistisch, erhält jedoch zahlreiche persönliche Freundschaften in republikanischen Kreisen aufrecht, setzt sich taktvoll dafür ein, dem neuen Cäsar Emigranten und Patrioten zuzubringen. Sie errichtet einen Hof, stellt die "guten Sitten" wieder her, zerstreut den Zorn des Gebieters. Sie säubert die Republik, erhält Huldigungen ausländischer Gesandter, versammelt Schriftsteller und Maler, die bis dahin eingeschüchtert worden waren. Unermüdlich legt sie für jene Gegner ihres Mannes, die ihr politisch noch nahe stehen, ein gutes Wort ein.


Sie träumt von einer Restauration, wünscht für ihren Mann aber lediglich "den Rock des Befehlshabers". Er hört nicht auf sie und setzt seinen Aufstieg weiter fort. Papst Pius der VII. erliegt fast einem Herzanfall als er am 2.10.1804 von der Krönung erfährt, dass Joséphine und Napoleon nicht kirchlich getraut sind. Nach Behebung des Schadens erhält sie die Krone, kann aber Napoleons Wunsch nach einem Thronfolger nicht erfüllen. Sie kämpft bis 1809 , vermag jedoch die Scheidung und Annulierung der Ehe nicht verhindern. Als Herzogin von Navarra behält sie ihren Titel und die Ehren einer Kaiserin. In ihrem Missgeschick sehr würdig, gelingt es ihr dennoch nicht, vergessen zu machen, dass sie einst, um ihrem chronischen Geldmangel abzuhelfen, von dem Polizeichef Fouché monatliche Zahlungen für die Preisgabe der Geheimnisse Napoleons erhielt.

Bei der ersten Absetzung zeigt sie sich dem Besiegten gegenüber treu, versucht jedoch gleichzeitig die Gunst des Siegers zu gewinnen. In Erinnerung an Joséphine sagt Napoleon auf St. Helena: " Sie war sehr eine liebenswerte, geistreiche, gute sehr charmante Frau. Sie war die Königin der Mode, und alle Modeeinrichtungen bestimmte sie; sie konnte tragen, was sie wollte, alles sah vornehm an ihr aus. Sie war so gütig, so gefällig....". Verständlich, dass Napoleons eine solche Frau begehrte.


Eine gut recherchierte Biographie. Auf jeden Fall lesenswert






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