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Rezension: Provence, Christian Bäck

Die zauberhaften Fotos mit Motiven von der Provence in diesem Bildband, mit dem interessanten Format von 34cm x 12cm hat der 1977 geborene Fotograf Christian Bäck realisiert. Der Informatiker arbeitete während seines Studiums in München als Assistent im Bereich Landschaft- und Reportagefotografie und erhielt damals schon die ersten Aufträge als freier Fotodesigner für Verlage und Bildagenturen. Der Fotograf hat bislang zwei Bildbände sowie Bilder in Zeitschriften und auf Kalendern veröffentlicht. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass er beim "Austrian Super Circuit" 2007 die Goldmedaille in der Sektion Panoramafotografie gewann.

Den rund 50 Aufnahmen wurde ein kleiner, dreisprachiger Einführungstext der Germanistin Iris Lemanczyk vorangestellt, die dort der Schönheit der Provence mit wohlgesetzten Worten huldigt.
Jedem Foto ist ein kleiner Landkartenausschnitt beigefügt, so dass man nachvollziehen kann, wo das jeweilige Bild aufgenommen worden ist.

Bäcks Bilderreise beginnt in Grignan. Dort hat er - gewissermaßen zur Einstimmung - die Lavendelfelder fotografisch festgehalten. Der Triumphbogen in Orange erinnert an die Gründung der Stadt 1. Jh. vor Chr. Man erkennt sehr gut, dass die Westfassade stark erneuert worden ist. Zu sehen ist des Weiteren eine uralte Kirche in Aiguéze, oberhalb von Orange und eine Panoramaansicht von Pont-Saint Esprit, der Innenhof der Cathédrale Notre-Dame in Vaison-la Romaine, dessen silberblättriger Olivenbaum daran erinnert, dass man sich im Süden befindet. Bäck hat nicht vergessen, die Weinreben von Dentelles de Montmirail abzulichten, aber auch die dortigen Felsenformationen kann man auf einem Foto bewundern, bevor man sich in die beiden Fotos vom Mont Ventoux vertieft, von dem Iris Lemanczyk im Vorwort schreibt "Selbst im Sommer leuchtet der Mont Ventoux, der fast 2000 Meter hohe >>windumbrauste Berg<< weiß in den azurblauen Himmel." Lavendelfelder in Sault und in Banon und ein Blick auf Sisteron steigern beim Betrachter die Reislust. Sisteron, einst Bischofssitz, gehörte früher übrigens zu Burgund. Wundervolle Landschaftsbilder vom Plateau de Valensole münden in Panoramabildern von Aiguines und von Gorges du Verdon, die in ihrer Schönheit bestechen.

Den Place du Général de Gaulle in Aix-en Provence darf man bewundern und die gewaltigen Felsformationen von Cap Canaille und von Calanque d`En-Vau in der Nähe von Cassis, dessen Hafen man auch bestaunen darf. In Marseille hat Bäck als Motive ein Panoramabild von der Stadt, von der Cathédrale la Major und von Notra-Dame-de la Grade ausgewählt. Es folgen Bilder von Sausset-les-Pins und von Beauduc in der Camargue. Eine Aufname von den Dünen dort zählt zu meinen Lieblingsfotos im Buch.
Der Hafen von Aigues-Mortes ist das letzte Bild, das der Fotograf direkt am Mittelmeer gemacht hat. Im Anschluss dann kann man sich eines Bildes eine alten Kirche in Montmajor und des Innenhofes von St. Trophine in Arles erfreuen, bevor man einen visuellen Eindruck von der Arena in Nimes erhält.

Es folgen weitere imposante Landschaftsbilder und zwei überaus gelungene Fotos vom Papstpalast und vom Pont St.- Bénézet in Avignon und man darf sich auch in sehr gute Ansicht von Les-Baux-de Provence, einem meiner Lieblingsorte dort, vertiefen. Ganz zauberhaft ist die alte Akazien- Allee von St. Remy und die Lavendelfelder von Abbayaq Notre-Dame de Sénanque in Gordes. Dieses alte, an steilen Hügeln gelegene, im Buch abgelichtete Dorf besuchte irgendwann einmal im Winter bei Eis und Schnee. Ein unvergessliches Erlebnis. Schön, dass der Fotograf Roussillon nicht vergessen hat und mit dem Motiv endet mit dem er begonnen hat. Erneut sieht am ein Lavendelfeld... Provenceliebhaber vergessen nicht, dass Lavendel, Licht, Boule, Pastis und Oliven den Reiz dieser Gegend ausmachen und werden sich gewiss freuen, dass Christian Bäck dafür auf bewunderswerte Art wirbt. Ich jedenfalls freue mich und bin begeistert, wie sehr es ihm doch gelungen ist, das Licht der Provence in seinen traumhaften Bildern festzuhalten. Mir gefällt es gut, dass die Bilder nicht kommentiert werden und auf diese Weise ihre eigene Geschichte erzählen können.

Empfehlenswert nicht nur für Provenceliebhaber.














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