.

.

Hans Memling - Portraits von Hans Memling

"Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst  und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen." Zitat : Albert Einstein

Mit dem niederländischen Maler Hans Memling bin ich vor 5 Jahren in Brügge das erste Mal konfrontiert worden. Dort nämlich gibt es das "Museum Memling", in dem man zahlreiche Kunstwerke dieses spätgotischen Malers bewundern kann.

Einen Besuch dieser Stadt und des Museums sollte man sich nicht entgehen lassen.

Der vorliegende Kunstband befasst sich detailliert mit dem Leben und Werk dieses Malers, thematisiert u.a. dessen Bildkompositionen, die Wirkung seiner Bildnisse, seine Porträts und ihr Einfluss auf Italien, wie auch Memlings Technik der Porträtmalerei und anderes mehr.
Hans Memling (1433-1494) war niederländischer Maler mittelrheinischer Herkunft. Im Jahre 1465 wurde es in Brügge als Bürger der Stadt erwähnt und bis zu seinem Tod regelmäßig in Brügger Archiven genannt.

Auf seiner Wanderschaft (etwa um 1450) hielt er sich einige Zeit in Köln auf.

Vermutungen zu Folge ging er in Brüssel bei Rogier van Weyden in die Lehre.

Im Buch finden sich übrigens auch einige Gemäldeablichtungen von diesem Maler, nicht zuletzt das "Bildnis einer jungen Frau", das man im vergangenen Jahr auf einer Ausstellung in Frankfurt am Main im Original bestaunen konnte.

Das erste gesicherte Werk Memlings ist das Triptychon für Sir John Donne of Kidwelly, ein Marienaltar, 1468. Den schon von Petrus Christus angestrebten kontinuierlichen Tiefenzug suchte Memling hier mit stark perspektivischen Verkürzungen zu erreichen. Die beiden Johannisfiguren auf den Seitenflügeln sind hingegen sehr statuarisch und streng aufgefasst.

Memling erhielt von dem Vertreter der Medici, Jacopo Tani bereits 1467/68 den Auftrag zu seinem berühmtesten Werk, einem großen Weltgerichtsaltar, den er 1471/72 beendete.

Jetzt beginnt sich sein eigener Stil abzuzeichnen, obschon die Christusfigur eine beinahe neue Kopie des Weltenrichters auf dem Beauner Altar Rogier van der Weydens ist und die "Pforte der Seligen" auf Memlings Bild unverkennbar von dem Weltgerichtsbild Stephan Lochners in Köln beeinflusst wurde. Bei den Figuren der Seligen entwickelte Memling eine Form der Staffelung, die er auch bei späteren Bildern noch häufig verwendete.

Die überzeugende Charakterisierung individueller Züge weist auf seine spätere Porträtkunst voraus. Den Abbildungen der Porträts gilt das besondere Augenmerk. Sie alle sind ausführlich beschrieben.

Für Memlings Kunst ist die formal zusammenhanglose Verteilung einzelner Figurengruppen auf eine weit ausgebreitete Landschaft oder das Häusermeer einer von oben gesehenen Stadt bezeichnend.

Bei dem "Martyrium des hl. Sebastian" dominiert nicht bloß die realistische Schilderung der Handlung, sondern auch die Betonung der körperlichen Schönheit des Heiligen.

Der Maria- und Johannes-Altar, 1479, zeigt auf dem linken Seitenflügel die "Enthauptung Johannes d.T.", bei der ein sehr starker Tiefenzug zu dem für Memling typischen, hoch aufgesetzten Horizont führt. Das Mittelbild stellt die "Mystische Vermählung der hl. Katharina" dar, der rechte Flügel mit den Visionen "Johannes d. E. auf Patmos" kündigt schon die phantastische Formenwelt eines Hieronymus Bosch an.

Der Dreikönigsaltar des Jan Florein ( das Tripychon Memlings ist im Buch abgebildet) ist eine verkleinerte Wiederholung des Dreikönigsaltars im Museo del Prado in Madrid und zeichnet sich durch eine Vereinfachung der Komposition und Beschränkung auf wenige, streng nach der Bildmitte orientierte , fast symmetrisch angeordnete Figuren aus. Das Vorbild beider Werke ist der Columba- Altar Rogier van der Weydens.
Memlings Porträts zeichnen sich durch Plastizität, scharfe Charakterisierung der Physiognomien und häufige Tektonisierung der Kompositionen durch einrahmende Säulen und ähnlichen Motiven aus, so etwa: "Porträt eines Jünglings"," Martin van Nieuvenhoven " und "Sybilla Sambetha".

Die Darstellung eines weiblichen Aktes auf dem Bild der "Bathseba im Bade" zeigt schon Tendenzen der Renaissance in der Vereinfachung der Formen und der Identität der bildlichen Auffassung.

Bei dem "Ursula-Schrein " finden sich Motive, die an seinen Aufenthalt in Köln erinnern. Memlings Palette wurde hier vielseitiger, die Farbflächen kleinteiliger. Seine Sehweise entfernte sich von der spätgotischen Auffassung, was bei dem Kontrapost der Bogenschützen sehr deutlich wird.

Memlings Malerei repräsentiert die Stilwende von der Spätgotik zur Renaissance. Seine Werke veranschaulichen eine kontemplative, feierlich- religiöse Grundhaltung. Memling beschrieb die Welt noch in mittelalterlicher Weise als unberührte Schöpfung.

Memlings Tendenzen in Richtung auf die Malerei des 16. Jahrhunderts äußern sich vor allem darin, dass er der menschlichen Gestalt einen neuen Eigenwert durch die betont statuarische, in sich ruhende Formsprache gab.

Die Abbildungen der Porträts sind exzellent und verdeutlichen das Können dieses Malers.

Die Charakterisierung der Personen fasziniert mich wirklich sehr. Ganz außerordentlich beeindruckend mutet das "Bildnis einer alten Mannes" an, dessen Leben man in seinen Zügen unverkennbar herauslesen kann.
Die Bildnisse sind alle präzise beschrieben. Das möchte ich zum Schluss nochmals lobend hervorheben.







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen