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Feine Rezepte Kohl

Kohlgemüse muss nicht profan schmecken

Lothar Bade wartet in diesem Buch mit Wissenswertem sowie Anekdoten und Geschichten um das alte Kulturgemüse Kohl auf. Zudem hat der Leser Gelegenheit 60 Kohlrezepte näher kennen zu lernen.
Zu Beginn liest man historisch Interessantes, so etwa, dass sich bei dem griechischen Arzt Hippokrates (460- 377 v. Chr.) die ersten Hinweise auf Sauerkraut finden und Aristoteles der Ansicht war, dass Kohl die Folgen eines Rausches abschwächen kann. Im Kochbuch des römischen Feinschmeckers Marcus Gavius Apicius (1. Jahrhundert n. Chr.) finden sich eine große Anzahl von Kohlrezepten. Albert Magnus war ähnlich wie Aristostoteles davon überzeugt, dass Kohl, besser noch Sauerkraut, den Kater nach übermäßigem Alkoholgenuss vertreiben könne und James Cook erkannte, dass Sauerkraut seine Mannschaft vor Skorbut zu schützen vermochte.

Dass Kohl über Heilkräfte unterschiedlicher Art verfügt, fanden die Menschen schon früh heraus. Deshalb auch baut man ihn weltweit an. Der Autor berichtet über die Anbaugebiete in Deutschland, gibt Anbauhinweise für Kohl im eigenen Garten und berichtet sehr spannend über das Sauerkraut, das Sebastian Kneipp als das gesündeste aller Lebensmittel bezeichnete.
Der Rezeptteil ist untergliedert in Rezepte für:
Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Grünkohl, Kohlrabi, Rosenkohl, Rotkohl, Sauerkraut, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsing und weitere Kohlsorten.
Die Rezepte sind bestens nachvollziehbar erklärt und die Zutaten raffiniert gewählt, so dass bei allen Rezepten Geschmacksvielfalt versprochen werden kann.

Hervorheben möchte ich die Rezepte: "Überbackener Blumenkohl", hier spielen Schmelzkäse und Muskat eine entscheidende Rolle, das "Brokkoli-Lachs-Soufflé auf Safransauce", eine exzellente Vorspeise, bei der man auf Noilly Prat nicht verzichten sollte, die "Chinakohlröllchen" mit Pfeffer-Fisch-Füllung und frischem Meerrettich, die ihren letzten Pfiff durch den grünen eingelegten Pfeffer erhalten, dem "Grünkohlcurry", das durch seine Ingredienzien, wie etwa Mangochutney und Zimtstange vermutlich die Westfalen unter uns aufschrecken lässt, das edle "Kohlrabigratin" mit Tomate und Mozzarella, bei dem der Fenchelsamen für ein delikates Geschmackergebnis sorgt, der "Rosenkohlflan", der eine ebenso leckere Vorspeise ist, wie der "Warme, geschmorte Rotkohlsalat", zumindest in den Wintermonaten und schließlich "Jakobsmuscheln auf Sauerkraut mit Safransauce", die selbst Feinschmecker entzücken werden. Gourmets werden auch begeistert sein vom " Seeteufel mit scharfem Spitzkohl und Shiitakepilzen". Hier muss man mit Erdnuss- und Sesamöl arbeiten, weil man ansonsten die asiatischen Noten verwässert.
Das "Zanderfilet mit Kartoffel-Weißkohl-Schnecken" ist ein typisches Gericht aus dem Elsass und schmeckt zum Niederknien gut. Gefallen haben mir auch die Rezepte für den "Bayerischen Krautsalat" und für "Wirsingsalat", bei dem der gemahlene Koriander und das Nussöl dafür sorgen, dass er nicht alltäglich schmeckt.
Ein gelungenes Kochbuch, mit schönen Fotos von den Kochergebnissen.
Das absolute Highlight in meinen Augen ist die "Krebssuppe mit Weißkohl".
Die Zutaten: 1/2 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 1 kleine Karotte, 1 Limette, 120 g Weißkohl, 225 g Tomaten, 120 gr Krebsfleisch, 500ml Fischfond, 3 Korianderzweige, 3 Oreganozweige, 1/2 TL mildes Chilipulver, Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer.
Wenn Sie wissen möchten, wie man aus diesen Zutaten eine köstliche Suppe kreiert, sollte Sie das Buch lesen.:-))





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