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Reflections von Guido Argentini

 Das mehrsprachige Vorwort zu diesem Kunstwerk hat der Meisterfotograf Guido Argentini verfasst. Hier macht er deutlich, dass ihn schon immer reflektierte Bilder interessiert haben - im Spiegel auf glänzenden Metalloberflächen und selbst in der Iris des Auges.

Man erfährt, dass in der asiatischen Tradition der Spiegel ein Mittel der Erkenntnis und Erleuchtung ist.

Ausgangspunkt der " Transformation " ist sich im Spiegel zu betrachten, sich selbst zu erkennen und sich des Unterschieds zwischen dem Betrachter und seinem reflektierten Abbild bewusst zu werden. Selbsterkenntnis führt dazu, dass man sich seiner Grenzen bewusst wird und sie auch überwinden kann. Nach Vorstellung Argentinis wird jede Grenze in dem Moment überwunden, in dem man sie als solche erkennt.

Für ihn ist das Fotografieren ein Mittel des Bewusstwerdens, eine Art und Weise Menschen kennenzulernen, besonders die Frauen. Er weiß, dass seine Fotografien die Schönheit und Sinnlichkeit von Frauen zum Ausdruck bringen, aber er weiß auch, dass die Frau weit mehr ist als das.

Argentini verdeutlicht, dass man jedes Mal, wenn man sich im Spiegel betrachtet das " Du " sieht, welches die Familie, die Gesellschaft und die Religion geschaffen haben. Deshalb sollte man neugierig sein, um herauszufinden, wer derjenige wirklich ist, der in den Spiegel schaut.

Der Künstler resümiert: Wenn alles , was geteilt ist, eins wird, wenn wir und unser Abbild tatsächlich ein und dasselbe geworden sind, dann wartet auf uns ein unendlicher Horizont und die Ewigkeit wird von Neuem unsere Dimension sein, eine Dimension , die schon viel zu lange in Vergessenheit geraten ist."
Guido Argentini ist in Florenz geboren, pendelt zwischen Italien und den USA und hat bereits vor diesem Bildband zwei Bücher veröffentlicht, die er der Schönheit und Erotik gewidmet hat.

Im vorliegenden Buch kann man nahezu hundert farbige, aber auch Schwarz- Weiß-Fotografien bewundern, auf welchem dem weiblichen Körper durch das gekonnte Spiel mit dem Spiegel gehuldigt wird.

Alle Frauen verfügen über sehr schöne, ebenmäßige Gesichter und ebenso schöne Körper. Die nackten Brüste sind nicht mit Silikon behandelt, gleichwohl formvollendet. Der Habitus der Frauen ist uneitel und nicht kokettierend. Sie beobachten sich im Spiegel und halten Zwiesprache mit ihrer Seele. Die Schamhaare sind in Facon gebracht, aber selten abrasiert. Keine einzige der Frauen hat einen frivolen Blick. Nachdenklich und sanft sind diese Schönheiten, die mit sich alleine sind und ihrem Ich im Spiegel nachspüren.

Bezaubernd ist die Frau, die sich in einem kleinen Handspiegel betrachtet. Ihr Blick ist nach innen gerichtet. Sie ist ganz bei sich.

Die Linienführung aller hier abgelichteten weiblichen Körper wird manchem männlichen Betrachter den Atem rauben. Das ist Schönheit pur.

Sehr gelungen auch ist das Bild, bei dem sich eine Frau in einem zerbrochenen Spiegel ansieht. Ihr harmonisches Gesicht, die vollen, sinnlichen Lippen und die formvollendeten Brüste kommen durch die Scherbenlandschaft besonders zur Geltung.

Eine nackte Asiatin malt sich selbstvergessen ihre Brustwarze an. Diese Szene wird zeitgleich in einem Spiegel wiedergeben. Diese Selbstvergessenheit macht den Reiz der meisten hier fotografierten Frauen aus.

Einige sind geradezu überirdisch schön und erinnern an antike Skulpturen.

Die Bilder sind voller subtiler Erotik und beleuchten das Geheimnis um Eva, indem sie verdeutlichen, dass Eva und Venus im Grunde schon immer eine Einheit gebildet haben.

Die im Buch enthaltenen Darstellungen nackter Frauen sind die schönsten, die ich bislang gesehen habe, nicht zuletzt weil sie frei von Anzüglichkeit sind. Ganz wundervoll.












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