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Rezension: Die Gräfin von Parma- Sandor Marai

Obgleich der Inhalt des Buches großen Tiefgang hat, kommt der Text beinahe verspielt daher und so spürt man immerfort, dass die Handlung nur im Zeitalter des Rokoko angesiedelt sein kann.

Die Hauptpersonen sind psychologisch tief ausgelotet, wodurch sie allerdings keineswegs konstruiert, sondern vielmehr geradezu lebendig erscheinen und einen nachhaltigen Eindruck beim Leser

hinterlassen. Die Kernaussage des Buches besteht wohl darin, dass Harmonie und damit wirkliches Glück im Menschen nur dann aufkommen können, wenn er bedingungslos liebt und ebenso wiedergeliebt wird.

Um allerdings diesen Zustand herbeizuführen, bedarf es großer seelischer Reife. Menschen, denen es an dieser Reife mangelt, agieren selbstsüchtig. Genau diese Selbstsucht aber wird von Marai als einer der großen Hemmschuhe für das Glück betrachtet.

Nicht nur derjenige, der sein Freiheitsbedürfnis über die Liebe stellt, sondern auch der, welcher unerwidert liebt, bleibt unglücklich.

Die durch seine unerwiderte Liebe als Individuum gedemütigte Person sinnt zudem auf Rache und lässt damit das ursprünglich positive Gefühl zur Farce werden. Was bleibt ist besitzergreifendes Destruktionsgebaren, wie sich am Grafen und der Gräfin Parma zeigen.

Nur Giacomo,- Geistesfreund Voltaires -, kennt die vereinnahmende  Liebe nicht, dieser nämlich steht sein nicht unerhebliches Freiheitsbedürfnis entgegen. Gerade das macht Giacomo allerdings so überaus verführerisch und damit eben zum legendären, von allen geliebten Casanova!




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