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Rezension: Hildegard von Bingen. Ein Leben im Licht von Heike Koschyk

"Der Mensch sollte alle seine Werke zunächst einmal in seinem Herzen erwägen, bevor er sie ausführt..." ( Hildegard von Bingen),

Heike Koschyk spürt gekonnt dem Leben der deutschen Mystikerin Hildegard von Bingen nach. Diese wurde von ihren adeligen Eltern im Alter von acht Jahren der Reklusin Jutta von Spanheim anvertraut. Von ihr unterrichtet, legte sie 1113/14 ein 0rdensgelübte ab. Nach dem Tod Juttas 1136 übernahm Hildegard die Leitung der Nonnen in Disibodenberg und baute auf dem Rupertsberg bei Bingen ein neues Kloster auf.

1141 begann Hildegard ihr erstes Werk ("Wisse die Wege"). In 26 Visionen entwickelte sie ihr umfassendes Weltbild und zwar keineswegs in Begriffen und Ideen, sondern vielmehr in Bildern, die den ganzen Kosmos umspannen. Weitere mystische Erlebnisse inpirieren sie zu zwei Büchern über die Verantwortung des Menschen und die göttlichen Werke. 1147 legte Hildegard die ersten Teile ihres Werkes Papst Eugen III. vor, der sie als Prophetin anerkannte. Von der Kirche autorisiert, wendete sie sich an das Volk. Sie reiste u.a. nach Bamberg, Würzburg, Trier, Metz und Köln und predigte gegen die Sekte der Katharer, gegen die Verweltlichung des Klerus und gegen die sinkende Moral.
Hildegard von Bingen interessierte sich nicht nur für theologische, sondern auch für wissenschaftliche Fragen. Neben einem naturwissenschaftlichen Werk verfasste sie eine medizinische Abhandlung über Krankheitsursachen und Behandlungsmethoden. Sie beschrieb Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt und erläuterte deren tiefere Bedeutung in der Heilsgeschichte. In ihren Behandlungsanweisungen werden weitreichende Kenntnisse der natürlichen Heilmittel deutlich. Im Übrigen war die vielseitig gebildetete Frau auch eine Komponistin. Sie verfasste über 77 geistliche Gesänge. Ihr Briefwechsel war umfangreich. Sie war mit Fürsten, Päpste und Kaiser in Kontakt, unter ihnen Personen wie Papst Alexander III, Bernhard von Clairvaux,Kaiser Konrad III und Friedrich Barbarossa. Im Inverstiturstreit ergriff sie die Partei Roms.

Eine gelunges Buch über eine bemerkenswerte Frau, deren erste Wirkungsstätte - Disibodenberg - ich jedem zu besuchen empfehle. Es handelt sich bei der alten Klosterruine um einen Ort voller Magie und Ruhe.








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