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Rezension: Trau deiner Kraft: Mutig durch Krisen gehen von Anselm Grün

Erfülle das Innere des Herzens.,
Der von mir hochgeschätzte Pater Dr. Anselm Grün zeigt in diesem Buch wie man mutig durch Krisen gehen und aus diesen gestärkt und kraftvoll in eine neue Lebensphase gelangen kann. Das griechische Wort "Krisis" bedeutet in seinem Ursprung: Scheidung, Sonderung, Sichtung, Auswahl. Allerdings kann es auch Entscheidung und Beurteilung als auch den Ausgang und die Lösung eines Konfliktes meinen. Psychologen heben hervor, dass jede Krise - ob nun persönliche Krisen, seien es wirtschaftliche, gesellschaftliche oder Krisen der Vernunft, letztlich Identitätskrisen sind. Es geht stets darum eine neue Identität zu finden, aber leider stellen sich viele Menschen die Frage nach ihrer Identität nicht. Die verdrängen sie stattdessen. Normale Krisen und Einbruchskrisen können zu Werde- und Reifekrisen werden. Dies ist deshalb so, weil der Mensch unter zunehmenden Druck gelangt und nach Auswegen aus unangenehmen Lagen sucht, ohne zu einer Lösung zu kommen. Am Ende eines solchen Krisenprozesses steht im positiven Fall eine Erweiterung der Repertoires der Bewältigungsstrategien (der Lebens- und Überlebenstechniken), d.h. ein echter Reifungsschritt. Im negativen Fall rettet sich eine Person mittels unangemessener Kompensierungen über die Runden oder aber es bricht das ganze seelische System zusammen.


Krisen sind stets dadurch gekennzeichnet, dass das bisherige Gleichgewicht gestört ist. Sie geben aber auch eine Chance dieses Gleichgewicht neu auszubalancieren. Krisen werden dann gut bewältigt, wenn man seine Möglichkeiten neu entdeckt, neue Sichtweisen des Lebens findet und neue Verhaltensweisen einübt, mit denen man auf aktuelle Herausforderungen reagieren kann. Werden solche Reifungsschritte nicht vollzogen, führen Krisen in die Krankheit, dann machen sie, wie Anselm Grün unmissverständlich verdeutlicht, körperlich und seelisch krank.


Begreift man die Krise als Chance, dann kann man neue Möglichkeiten des Lebens entwickeln, dann können wir neue Erkenntnisse sammeln und verwerten, dann werden wir durch die Krise klüger. Grün lässt nicht unerwähnt, dass negative Selbstbilder die Ursache so mancher Krise sein können. Deshalb bedarf es angemessener Bilder, um die Krise zu überwinden.


Der Autor thematisiert in seinem Buch die Krise der Pubertät, der Identität, der Vernunft, der Lebensmitte, jene beim Ausscheiden aus dem Beruf, der Arbeitslosigkeit, der Krankheit, des Erfolgs, sowie Beziehungs- und Glaubenskrisen und zeigt in der Folge die Schritte aus der Krise an. Er hebt dabei hervor, dass man darauf achten möge, nicht in Panik zu geraten, weil Panik blind macht und leider auch lähmt. Die Lähmung hindert immer am Denken und hält davon ab nach kreativen Lösungen zu suchen. Pater Anselm empfiehlt einen kühlen Kopf zu bewahren, kleine Schritte zu setzten, aber auch zu beten, sofern man gläubig ist. Ein Gebet verleiht Zuversicht, stärkt das Denken und gibt das Gefühl nicht allein zu sein mit seinen Sorgen und Ängsten. Im Gebet entsteht Nähe zu Gott. Ihm seine konkreten Anliegen vorzutragen, ist nach Meinung Pater Grüns durchaus legitim.


Der Autor reflektiert im weiteren Verlauf des Buches die Gabe der Weisheit, die Gabe des Verstandes( Einsicht), die Gabe des Rates, die Gabe der Stärke, die Gabe der Frömmigkeit sowie die Gabe der Gottesfurcht und empfiehlt nicht zuletzt die "Pfingstsequenz", die er näher erörtert und als eine gute Hilfe für Krisensituationen bewertet.


Ein überaus lesenswertes Buch, das Menschen, die sich in Lebenskrisen befinden, Hoffnung gibt und ihnen zeigt, dass man Krisen immer überwinden kann.

























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