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Rezension: Tutanchamun: Das legendäre Grab des Pharao

" Trenne deine Zunge nicht von deinem Herzen, dann wird alles, was du tust, gelingen." ( Altägyptische Weisheit),

Dies ist das Begleitbuch zur großen Ausstellung "Tutanchamun - Sein Grab und seine Schätze", die man sich noch bis zum 30. August 2009 im Münchener Olympiapark sehen kann und die vom 1.Oktober 2009 bis zum 31. Januar 2010 in Hamburg in der Alten Postdirektion am Stephansplatz gezeigt wird.

Autor des Buches ist der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung und Grabungsdirektor in Gizeh, Saqqara und der Bahariya Oase Zahi Hawass. Gemeinsam mit dem renommierten Fotografen Sandro Vannini zeigt er in diesem Prachtband die letzte Ruhestätte des Pharaos aus ganz neuer Sicht.

Der britische Archäologe Howard Carter entdeckte 1922 im Tal der Könige das fast unversehrte Grab des ägyptischen Königs Tutanchamun.

Dieser regierte einst etwa von 1347-1339 v. Chr. und war der Schwiegersohn von Echnaton, eventuell dessen Sohn oder Halbbruder.

Unter Tutanchamuns Regierung wurde die Sonnenreligion Echnatons ( Amenophis IV) aufgehoben. Erneuert wurde der Amunkult, auch wurde die Residenz von Amarna nach Memphis verlegt.

In diesem Buch wird man von einer Grabkammer zu nächsten geführt und lernt 200 großartige Grabbeigaben, wie etwa den Thronsessel, den Goldsarg des Königs, die Goldmaske, den goldenen Brustschmuck der Mumie etc. kennen.

Nicht zuletzt durch die vielen Ausklapptafeln erhält man einen nachhaltigen Eindruck von der Schönheit all der Schätze, die in der Ausstellung sicher vielen Betrachtern den Atem rauben.

Die Grabbeigaben werden von Hawass ausführlich beschrieben. Leider ist es unmöglich die Schätze an dieser Stelle näher zu beleuchten, ja es ist noch nicht einmal möglich alle 200 Exponate hier zu benennen.

Nach einer Einführung ins Werk geht man gedanklich über die Treppe und den Korridor in die Vorkammer, die Sargkammer, die Schatzkammer und die Seitenkammer von Tutanchamuns letzter Ruhestätte.

Zunächst wird man einer wunderschönen Jagdtruhe gewahr.

Man erblickt in der Folge faszinierende Wächterstatuen, die den Eingang zur Grabkammer flankieren. Sie sind, wie man liest, aus Holz geschnitzt, mit Gips überzogen und bemalt.

Beeindruckend sind auch die Ritualbetten, über die man textlich sehr gut informiert wird.

Gezeigt wird des Weiteren ein prachtvolles "Pektorale" aus Leder und Metall, das der König als Brustschutz auf der Reise anlegte. Es besteht aus mehreren sorgfältig gearbeiteten Teilen.

Farblich ist das Pektorale ein Traum aus Gold, Türkis und Blau.

Ein goldener Thronsessel aus der frühen Regierungszeit des Pharaos ist sehr kunstvoll gearbeitet.

Die Büste des Tutanchamuns lässt in ihm einen sehr netten jungen Mann vermuten. Der Jüngling hatte eine sehr sympathische Ausstrahlung.

Man erhält in der Folge Einblicke in die Grabkammer. Hier stehen der Sarkophag, der äußere Sarg und ein dritter Sarg im Mittelpunkt. Die Kunstwerke sind bestens beschrieben, d.h. auf jedes Detail wird textlich eingegangen.

Die dann folgende Goldmaske ist das Porträt des Königs. Es handelt sich hierbei um ein Meisterwerk der ägyptischen Goldschmiedekunst.

Gezeigt wird der äußere Schmuck der Mumie, auch der breite Kragen, der aus Gold , Lapislazuli, Türkis und Karneol gearbeitet ist, der dreifache Ring mit Skarabäuskopf und ein Amulettarmband mit Lapislazuli-Perle. Man lernt die Halsketten des Pharaos kennen, verschiedene Amulette und einen schweren Goldarmreif, der mit einem Sinai-Türkis geschmückt ist.

Dann wird man mit dem Inhalt der Schatzkammer vertraut gemacht. Anubis auf einem Schrein bewacht den Toten.

Carter hatte einst Kanopentruhen und Särge in dieser Schatzkammer vorgefunden, auch die Krönungspetorale, diverse Halsketten, Ohrringe, auf denen die zentrale Figur ein Falke mit Entenkopf ist.

Das in meinen Augen schönste Schmuckstück ist ein Armreif mit Skarabäus. Die Standfläche des Käfers ist mit Gold und Glasperlen und Goldgranulation gesäumt. Die beiden Enden der Schauseiten sind mit einem stilisierten Blumenmuster geschmückt, das von einer durch Mohnblumen gerahmten Mandragora beherrscht wird.

Sehr schön sind die Ritualfiguren und die Gottheiten in Menschengestalt, die aus vergoldetem Holz, Bronze, Glas, Obsidan und Fayence bestehen.

Es folgen Schabits. Einige tragen einen Spruch aus dem sechsten Kapitel des Totenbuches auf dem Körper geschrieben, mit dem sie versprechen anstelle des Toten zu arbeiten, sollte er zum göttlichen Frondienst berufen werden, insbesondere zur Feldarbeit , zum Bewässern oder zum Sand transportieren.

In der Seitenkammer befinden sich u. a. kleine Brettspiele, eine Salbenvase und ein kunstvolles Objekt mit dem Titel " Boot in einem Becken", auch drei Modellboote.

Nachdem ich mir alle Objekte im Buch mittlerweile mehrfach sehr lange angesehen habe, ist mir klar geworden, dass man sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen kann. Das Buch ist wahrlich eine gelungene Einladung hierzu.

Die ausführlichen Erklärungen von Zahi Hawass zu den einzelnen Ausstellungsstücken können nicht genug gelobt werde.








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