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Rezension: Tafelmusik des Barock

Albinonis Adagio g - Moll in dieser Klangqualität ist zum Niederknien schön!,

Auf der vorliegende CD sind die allerschönsten Kompositionen des Barock zusammengestellt.

Bachs "Orchestersuite Nr. 2 h Moll- Badinerie", aber auch Corellis "Streichersuite A- Dur- Giga ", Glucks " Reigen seliger Geister" und Albinonis "Adagio g Moll" sind Musik für die Ewigkeit .

Diese Klänge setzen beim Zuhören kein bestimmtes Tun voraus. Trotz ihrer Schönheit sind sie so zurückhaltend und sensibel, dass sie sich durchaus als musikalische Begleiterinnen zum gepflegten Dinner eignen.

Tafelmusik gehörte spätestens seit dem Mittelalter , vor allem aber seit der Renaissance zum imposanten Erscheinungsbild und klingenden Rahmen von Festen.

In allen Folge-Jahrhunderten hat sich daran nichts geändert.

Manche Komponisten wiesen mehr oder minder explizit bestimmte Kompositionen als Tafelmusik aus. So etwa Pachelbel der diese Stücke " Musikalische Ergötzung" nannte. Sein "Kanon und Gigue D-Dur" erklingt übrigens auf der ersten dieser beiden CDs .

Heute ist beinahe unverständlich, dass der Superstar des Barock, Johann Sebastian Bach(1685-1750) , schon kurz nach seinem Tod in Vergessenheit geriet. Seine "Brandenburgischen Konzerte"( Nr. 3 G-Dur ist auf einer der CDs zu hören) auch Händels "Wassermusik- Allegro- Air- Bouree-", sind geradezu ideal für eine Festtafel im Freien.

Bach gelangte erst im 19. Jahrhundert zu Weltruhm, während die Namen Corelli, Vivaldi, Albinoni auch Locatelli nie aufgehört haben in aller Munde zu sein, vielleicht, weil ihre Musik am besten zwischen menschlichen Leidenschaften bzw. Erregungszuständen und bestimmten Klängen zu korrespondieren vermag.

In der barocken Musik stehen Dur-Klänge , Konsonanz und schnelles Tempo für Freude, während Trauer durch Moll-Klänge, Dissonanz und langsames Tempo ausgedrückt wird. Allerdings huldigte man dabei eher Apollon als Dyonyos. Die durch musikalische Gesten ausgedrückten Affekte waren in hohem Maße stilisiert.

Die Barock-Zeit entwickelte auch die Gesetzmäßigkeiten der Harmonielehre.

Diese Gesetze schreiben dem Künstler nicht vor , was er zu komponieren hat, sondern sie beschreiben die Grammatik der Musik, die erst die Verständigung zwischen Künstler und Publikum ermöglicht.

Wie wunderschön , ja harmonisch, doch "Marcellos Obenkonzert d -Moll Largo" klingt! Diese Komposition ist ähnlich sphärisch angelegt, wie Glucks " Reigen seliger Geister".

Dies Doppel-CD zähle ich zu den besten CDs , die ich besitze!






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