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Rezension:Orient-Occident (Audio CD)

Dieser Musik erfreuten sich einst die Mauren in Andalusien.,

Der Spanier Jordi Savall ist Musikwissenschaftler und Gambist ( die Viola de gamba ist ein Streichinstrument mit fünf bis sieben Saiten und wird auch Kniegeige genannt).

Auf der vorliegenden CD interpretiert Savall mittelalterlich-maurische Musik in unnachahmlicher Weise.

Beim Zuhören wird man veranlasst sich gedanklich nach Granada zu begeben, um dort im Garten des Generalife -Palastes, der einstigen Sommerresidenz der maurischen Könige, den wundervollen Klängen voller Andacht zu lauschen.

Die sinnliche Ausgestaltung der vom Koran vermittelten Paradiesvorstellung hat seit jeher die Gartenbaumeister der islamischen Herrscher inspiriert.

In besagtem Garten in Granada ist das Paradies zur irdischen Realität geworden.

Die Geschichte des Islam in Spanien ist eine von Erfolgen, geistigen Hochleistungen aber auch des Versagens.

Die unmittelbaren Nachwirkungen ihrer Existenz kann man in aberhunderten Lehnwörtern arabische Herkunft in den Sprachen der Halbinsel feststellen.

Zwischen dem 13. und 15 Jahrhundert als Granada die Hauptstadt des selbstständigen Königreichs Granada war und die Basis für die sprachliche Manifestation bis ins Heute gelegt wurde, wirkten dort die herausragensten arabischen Dichter, Musiker, Historiker und Baukünstler.

An diese maurischen Künstler und Intellektuellen jener Zeit wird durch Savalls Musik erinnert.

Sehr schöne Klänge, die mit dem Sturz Boabdils in Spanien lange zum Tabu wurden.

Die Kapitulationsbedingungen, die Boabdil, der letzte maurische Herrscher von Granada, auf Veranlassung Isabella von Kastiliens unterzeichnen musste, garantierten zwar noch Besitz , Religion und Kultur der Besiegten, wurden aber nur wenige Jahre eingehalten, dann setzten Zwangsbekehrung und -taufe ein, die aus den unterworfenen Untertanen mehr und mehr Rechtlose machten.

Tausende , vor allem die Oberschicht, waren bereits nach der Kapitulation nach Nordafrika ausgewandert.

Die Musik , der sich die Mauren einst in Andalusien erfreuten, geriet selbst in ihrer Hochburg Granada in Vergessenheit.










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