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Rezension: Sich ändern - statt ärgern: Vom Umgang mit turbulenten Gefühlen von Kurt A. Richter

" Wer übel will, der ist übel dran. Er verdirbt sich langfristig viele Glücksmöglichkeiten." ( Kurt. A. Richter),

Der Autor dieses überaus erhellenden Buches ist der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Kurt A. Richter. Er stellt in seinem Buch das von ihm entwickelte " Update your brain "-Training vor und nutzt zur Wissensvermittlung die sokratische Dialogform.

Die Methode der " Mäeutik " soll durch Fragen den Leser zur Erkenntnis führen.

Innerhalb von 22 Dialogen wird dargelegt wie man sinnvoller mit arroganten, nörglerischen, vorwurfsvollen, eifersüchtigen, rechthaberischen, neidischen und zynischen Menschen umgeht.

Aufgezeigt wird aber auch die selbstschädigende Wirkung einer übelwollenden Absicht.

Richter macht unmissverständlich klar, dass demjenigen, der anderen wehtun möchte, selbst etwas wehtut und sich ein solcher Mensch, indem er andere zu verletzten sucht, letztlich sich selbst schädigt, mithin seinen eigenen Schmerz verstärkt und durch ein solches Tun sein eigenes Leid vergrößert.

Der innere Zustand, den man Glücklichsein nennt, steht nicht nur in enger Beziehung zu einem Gefühl tiefer Dankbarkeit, Achtung und Respekt vor dem Leben, sondern er korrespondiert auch mit dem Gefühl von echtem Wohlwollen, dem intensiven Wunsch für das Glück anderer.

Was macht Menschen glücklich? Ich erlaube mir die Richters Liste der positiven Gefühle wiederzugeben, nicht zuletzt, weil sein Buch den Weg eröffnet dieser Gefühle teilhaftig zu werden: Die Fähigkeit zu lieben, geistige Klarheit, herzliches Mitgefühl, inner Ruhe, Begeisterungsfähigkeit, strahlende Gesundheit, Verständnis, Beharrlichkeit, die Fähigkeit zu staunen, geistige Kraft, Herzlichkeit, innere Sicherheit, Lebensfreude, persönliche Ausstrahlung, Besonnenheit, Einsatzfreude, Flexibilität, eine positive Lebenseinstellung, Tatkraft, Weisheit, Dankbarkeit, Entschlossenheit, Gleichmut, Humor, menschliche Größe, Selbstbewusstsein, tiefe Freude, Widerstandkraft, einen wachen Verstand, Interesse, inneren Frieden, Selbstvertrauen, tiefe innere Zufriedenheit, innere Ausgeglichenheit, Inspiration, mit sich im Reinen sein, Sinn für Zärtlichkeit, tiefe Verbundenheit mit seinen Mitmenschen, Zielstrebigkeit, die Achtung vor sich selbst, die Fähigkeit anderen Freude zu machen, Geborgenheit, innere Harmonie, Fürsorge, innere Freiheit, klarer Kopf in schwierigen Situationen, tiefes Glück, Einfühlungsvermögen, Geduld, Geschicklichkeit im Umgang mit Menschen, innere Freude, Mut , seelische Kraft, Spontanität, Zuversicht, Ausdauer, die Fähigkeit viele Menschen gern zu haben, Geistesgegenwart, innere Gelassenheit, Kreativität, Aufgeschlossenheit und seelische Stabilität.

Die seelische Stabilität ist die Basis für soziale Kreativität. Wer mit kritischen sozialen Situationen kreativ und flexibel umgehen möchte, benötigt eine gewisse geistige Klarheit, innere Ausgeglichenheit und Stabilität.

Der Psychologe macht im Rahmen seiner Dialoge begreifbar, dass übertriebene und herabsetzende Kritik, unberechtigte, auch versteckte und stumme Vorwürfe, falsche Unterstellungen, spitze, gehässige und abfällige Bemerkungen, überhebliches, neidisches rechthaberisches oder bevormundendes Verhalten, aber auch mitleidige und zynische Bemerkungen letztlich keine Auswirkungen auf das eigene Selbstbewusstsein haben können, wenn man sich darüber im Klaren wird, das man selbst derjenige ist, der entscheidet , ob man verletzt sein möchte oder nicht.

Richters Dialoge verdeutlichen sehr gut, dass jeder bewusste Mensch über seine Gefühle selbst entscheiden kann.

Man muss sich nicht in die Attacken eines Destrukteurs reinziehen lassen, sondern ist gut beraten ein negativ agierendes Gegenüber neugierig zu studieren und sich klar zu machen, dass ein solcher Mensch eine zutiefst unzufriedene Person ist, die aus ihrer Unzufriedenheit heraus boshaft agiert und nicht fähig ist an einem konstruktiven Gespräch teilzunehmen. Man muss sich nicht als Reibungsfläche zur Verfügung stellen.

Jedem sollte klar werden, dass man positive Ziele niemals durch Negativenergie erreichen kann. Wer beispielweise misstraut und pausenlos kontrolliert wird in der Folge unglücklich.

Das gleiche gilt für Herabsetzungen aller Art, die nicht zuletzt auch die Folge von Misstrauen und Kontrolle sind.

Richter weist auf die kontraproduktive Wirkung von Etikettierung und Labeling hin, die immer trennend wirkt und einem positiven Miteinander nicht zuträglich ist.

Hüte man sich vor ungünstigen geistigen Haltungen. Ihnen folgt in der Regel ein negativer innerer Gefühlszustand aus dem nicht selten sehr fehlgeleitete , unkluge Reaktionen resultieren, die die Probleme eskalieren lassen und letztlich dazu beitragen, dass man seine Ziele nicht erreicht.

Andere Abwerten und Herabsetzen und sie durch Wehtunwollen zu beeinflussen und zu manipulieren, greift nicht, wenn der Andere sich bewusst ist, dass nur er selbst darüber entscheidet, wie er mit den Attacken Dritter umgeht und nicht der Destrukteur.

Personen mit geballter negativer Energie sind arme Menschen, die Aufmerksamkeit erzeugen möchten. Es mangelt ihnen am Bewusstsein für positive Interaktion.

Leidvolle, störende, negative Gefühle unterdrücken das Selbstbewusstsein, das Glücklichsein, die Lebensfreude, die Kreativität und die Fähigkeit zu lieben. Das sollte man sich bewusst machen.

Es ist nicht klug Ärger, Wut, Groll und Hass in sich zu " kultivieren ". Diese Gefühlszustände sind die Unterdrücker des eigenen Glücksgefühls.

Wenn man sich bewusst negativ agierende Menschen anschaut, so sieht man hinter der Maske ihres Hasses, ihres Ärgers, ihres Grolls nur geballte Anspannung, Stress und Leid. Im Laufe der Jahre graben sich diese Emotionen in Form von Zornes- und Missmutfalten tief ins Gesicht solcher Personen ein und werden von ihren Mitmenschen deshalb nicht selten als unsympatisch gemieden.

Ihre Attacken sind Ausdruck ihres Leids. Man muss sich in dieses Leid nicht einbinden lassen, denn für seine eigenen Gefühle ist man immer nur selbst zuständig.

Sehr empfehlenswert.




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