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Rezension: Das Ginkgo Prinzip

Auf dem Klappentext dieses Buches der Autoren Sebastian Mauritz, Jens Barwinske, Svea Heinrich und Ann -Katrin Pahlmann wird versprochen " Informativ und erfahrbar schafft das Buch Bewusstsein für das System Mensch im Büro. Es erklärt Ursprung und Entstehung von Stress, Erfolg, Leistung, Kreativität, Wohlbefinden und ermöglicht einen Ausblick in Zukunftskonzepte der Arbeit.
Wird zuviel versprochen oder stimmt das?

Mich hat verblüfft, dass ein Buch dieser Art in Zeiten der schwersten Wirtschaftkrise nach 1945 auf den Markt kommt. In diesen Zeiten steht bekanntermaßen das Wohlbefinden der Mitarbeiter in Firmen an letzter Stelle. Der Blick wird darauf gerichtet, wie man die Karre vermeintlich wieder aus dem Dreck ziehen kann. "Kollateralschäden" werden schulterzuckend hingenommen. Ein Zusammenhang zwischen gutem Firmenklima und Firmenerfolg wird selten hergestellt. Genau das ist aber falsch. Firmen können nur dann gedeihen, wenn das Firmenklima Ordnung ist und sich alle Mitarbeiter wirklich wohl fühlen und nicht negativ gestresst sind.

Die Autoren erklären ausführlich, was man unter Stress zu verstehen hat und wie dieser sich auf die Gesundheit des Einzelnen auswirkt. So liest man, dass bei hoher Stressaktivierung die Konzentration der Alarmstoffe Adrenalin und Noradrenalin um mehr als das zehnfache des Normalwertes ansteigen. Die Plasmakonzentration des Stresshormones Cortisol erhöht sich auch um ein Zehnfaches. Thematisiert werden alle Stresssymptome und es werden die Begriffe "Prokrastination" und "Eurodtress" näher erklärt.

Wie zeigt sich Stress im Gefühl, im Verhalten, im Körper? Wissen Sie, dass Irritationen und Aggressionen, Depression, Gedankenüberflutung, emotionale Instabilität, Herzrasen und Rückenschmerzen u.a. Stresssymptome sein können? Macht Stress wirklich dumm, einsam und krank? Im Buch werden hierzu eindeutige Erklärungen abgeben.
Wissen Sie, was man unter einem Bournout versteht? Wissen Sie weshalb gestresste Menschen sehr kontraproduktiv auf das Betriebklima und auf die Arbeitsleistung ihrer Kollegen einwirken? Wissen Sie um die Stressoren der Arbeitsumgebung, der Arbeitsorganisation, der Kommunikation? Kennen Sie körperliche Stressoren, diesbezügliche genetische Dispotitionen, psychische Stressoren, persönlichkeitsfaktoren und Überzeugungen, die zu Stress führen?

Ist Ihnen klar, dass mangelnder Informationsfluss und gebilligtes Mobbing in Firmen nicht nur zu Stress, sondern früher oder später zum Aus einer Firma führen kann?

Das hier präsentierte Gingko-Prinzip setzt am Stressmodell an. Die Autoren halten fest, dass man, sofern man den Stressursachen in den Bereichen Kommunikation, Arbeitsorganisation und Überzeugungen erfolgreich begegnen möchte, eine Arbeitskultur schaffen muss, die auf Selbstbestimmung beruht. Neben einer veränderten Arbeitskultur sind auch veränderte Raumvorstellungen und ein sensibles Umgehen mit der Gesundheit notwendig, um auf diese Weise die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden aller zu maximieren.

Ausführlich werden im Buchin der Folge die Arbeitskultur, die Arbeitsumgebung die Gesundheit und Ernährung beleuchtet und es wird auch der Schlaf unter die Lupe genommen. Deutlich gemacht wird, dass es in Firmen auch darum gehen muss ein Kommunikationsgleichgewicht herzustellen. Menschen können nur produktiv sein, wenn sie sich wohlfühlen. Leider ist das in den wenigsten Firmen klar. Die Ergebnisse machen dies deutlich.
Das Buch ist reich illustriert und enthält eine Fülle von Merksätzen.
Das Buch verspricht nicht zu viel. Ich empfehle Inhabern von Firmen und dem Führungspersonal in Unternehmen und Verwaltungen sich den Inhalt des Buches zu Gemüte zu führen und danach zu handeln und zwar im eigenen Interesse.


"Wer durch seine Arbeit gestresst ist, der macht etwas falsch. Den amüsiert die Arbeit nicht." ( Karl Lagerfeld"

"Wer schaffen will muss fröhlich sein" ( Theodor Fontane)

"Arbeit ist der wesentliche Teil der Selbstverwirklichung des Menschen"( Helmut Schmidt)

"Keine Tätigkeit kann von Dauer sein, wenn sie nicht im persönlichen Interesse wurzelt" ( Leo Tolstoi)

"Ein Zeichen von Vertrauen und Wertschätzung ist eine Ergebniskultur zu schaffen statt einer Anwesenheitskultur" ( Sandra Eggelhöfer)

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