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Rezension: Das Welterbe: Die vollständige, von der UNESCO autorisierte Darstellung der außergewöhnlichsten Stätten unserer Erde

Kennen Sie die Moschee-Kathedrale und die Altstadt von Córdoba?,

Während der letzten Tage habe ich sehr lange und sehr ausführlich gemeinsam mit meinem Mann in diesem hervorragenden Buch gelesen und über den Inhalt diskutiert. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Aufbau des Buches sehr sinnvoll ist, denn es kann nicht vorausgesetzt werden, dass jeder Leser die fokussierten Orte per se kontinentspezifisch zuzuordnen vermag. Eine Auflistung nach dem Jahr der Aufnahme ist eine gute Lösung. Zudem wird die kulturelle Welt auf diese Weise als sich weitaus nahestehender begriffen, wenn- wie im Buch auf den Seiten 334/335 nachzulesen- sich die Grand Ile in Straßbourg der Medina von Kairon gegenübersteht. Eine Konzeption ganz nach meinem Sinne.

"Das Welterbe" enthält die vollständige, von der UNESCO autorisierte Darstellung der außergewöhnlichsten Stätten unserer Erde. Nach einem Vorwort des Generaldirektors der UNESCO Koichiro Matsuura hat man die Gelegenheit in einem Kartenteil die Welterbestätten nach Kontinenten zu lokalisieren. Von Seite 25-808 ist das so genannte Welterbe, d.h. alle Welterbestätten chronologisch nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste geordnet.

Die einzelnen Orte werden alle näher erklärt. Man erhält anhand von Fotos einen visuellen Eindruck und erfährt jeweils die Begründung für die Aufnahme seitens der UNESCO. So liest man im Hinblick auf die Ruinen von Karthago in Tunesien als Begründung der Aufnahme "Zeugnis kulturellen Ausstauschs, Zeugnis einer Kultur, Verknüpfung mit Ereignissen von universeller Bedeutung." In der dann folgenden historischen Skizzierung begreift man, was der obige Satz im Einzelnen zu bedeuten hat.
1978 wurde die Kathedrale von Chartre Welterbestätte. Es wird auf die dortigen Glasfenster hingewiesen, die beinahe vollständig erhalten sind. Die Kathedrale brannte 1194 vollständig nieder, wurde dann innerhalb von 26 Jahren erneut aufgebaut und zählt zu den Meisterwerken der französische Gotik.

Insgesamt sind in diesem Buch 890 Welterbestätten aus 148 Staaten enthalten. 900 Karten und über 650 Bilder vervollständigen die Porträts der Orte, die textlich in Augenschein genommen werden.
Besonders beeindruckt hat mich während der Lektüre des Buches Theben und seine Totenstadt, die Altstadt von Shimbam und ihre Stadtmauer und die Altstadt von Sana`a im Jemen, von denen ich hoffe sie eines Tages noch zu besuchen, die Stadt Cuzco in Peru, die ich auch noch zu bereisen beabsichtige und in diesem Zusammenhang natürlich auch die alte Inka-Bergfestung Machu Picchu. Die Altstadt von Santiago de Compostela scheint mir ebenso eine Reise wert zu sein, wie die historische Moscheenstadt Bagerhat in Bangladesch. Natürlich kann man nicht alle Orte besuchen, aber Venedig, Sevilla und Ferrara darf man sich als Europäer wohl nicht entgehen lassen, ebensowenig wie Weimar, das einst das Zentrum des intellektuellen Lebens im deutschsprachigen Raum darstellte.

Es ist unmöglich an dieser Stelle die Bedeutung all der vielen Orte aufzuzählen, die es sich im Grunde alle zu besuchen lohnt. Beim Lesen ist mir klar geworden, dass ich noch nicht viel in meinem Leben gesehen habe, im Verhältnis zu dem, was kulturell bedeutsam ist. 250 von 890 Welterbestätten ist wirklich nicht viel, aber genug um beurteilen zu können, dass das Buch die Plätze sehr gut skizziert.

Die präkolumbische Stadt Uxmal in Mexiko habe ich vor vielen Jahren besichtigt und mich gefreut, dass im Buch die Pyramide de Adivino visualisert worden ist. Obgleich ich an sich keine Höhenangst habe, hat die Steiltreppe mich einst sehr ins Schwitzen gebracht. Die Stufen sind so schmal, das man Kinderfüßchen benötigt, um einen guten Stand zu haben. Leider habe ich Schuhgröße 42. Sollte ich die Treppe nochmals emporsteigen, lassen ich meine Fußzehen einwickeln wie es einst die Japanerinnen taten.

Es freut mich, dass auch das "Obere Mittelrheinthal" Welterbestätte ist. Ich empfehle allen eine Radtour am Rhein entlang zu unternehmen. Was Sie dort sehen ist unvergesslich.

Zum Schluss des Buches erfährt man Näheres zu den Auswahlkriterien.

Die Begründung zur Aufnahme als Welterbestätte haben die Pilgerwege nach Santiagode Compostela auf Folgenden Gründen erfalten: Zeugnis des kulturellen Austauschs, Erbe von besonderer menschheitgeschichtlicher Bedeutung, Verknüpfung mit Ereignissen von universeller Bedeutung. ( Siehe S. 397)
Der  Pilgerweg passiert insgesamt 1800 historische Gebäude.

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