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Rezension: Denken mit Athur Schopenhauer

Je mehr ein Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen." ( Schopenhauer


Der Philosoph Arthur Schopenhauer(1788- 1860) war gleichzeitig mit Hegel Dozent an der Universität Berlin, anschließend Privatgelehrter in Frankfurt am Main .

Schopenhauer schloss mit seiner von stilistischer Brillanz gekennzeichneten Philosophie die Bewegung des deutschen Idealismus ab und ist zugleich ein Hauptvertreter des Pessimismus.

Der Denker knüpft an Kants Unterscheidung von Erscheinung und Ding an. Ihm ist die gesamte Welt Erscheinung bzw. Vorstellung, in der sich das Ding an sich , welches er als Wille , als sinnfreien Daseinsdrang interpretiert, manifestiert.

Auf höherer Stufe durchschaue der Wille sich selbst als unvernünftig und böse und werde dadurch befähigt sich von seinem Drang zu erlösen. d.h. sich als Wille zu verneinen .

Dies geschehe zeitweise in der Kunst, sowie im Handeln aus Mitleid, das die Vereinzelung zeitweise aufhebe und das Fundament der Moral darstelle. Eine dauernde Erlösung vom Daseinsdrang sei allein durch Selbsttötung und Übergang ins Nichtssein möglich.

Hierin hielt Schopenhauer seine Philosophie mit der Erlösungslehre des Buddhismus für weitgehend identisch, während er das Christentum ablehnte.

"Denken mit Arthur Schopenhauer " untergliedert einige seiner bemerkenswerten Gedanken in die Kapitel: " Die Welt als Wille und Vorstellung ", " Der Aufbau des Wirklichen ", " Das klare Weltauge: Vom Schauen und Vergessen ", " Von der Natur des Menschen ", " Alter und Jugend: Vom Lauf der Zeit ", " Das Leben- eine strenge Lektion ", " Vom Tod ", " Geistesprodukte: Über Philosophen, Schriftsteller und Bücher " und " Notizen in eigener Sprache ".

Die eingangs in wenigen Worten von mir kurz zusammengefasste schopenhauersche Philosophie lässt sich in diesem Buch bestens nachvollziehen.


Schopenhauer erinnert mich an Texte von Tolle, wenn er sagt: " Die Gegenwart allein ist wahr und wirklich. Sie ist die real erfüllte Zeit, und ausschließlich in ihr liegt unser Dasein. Daher sollten wir sie stets einer heitern Aufnahme würdigen, folglich jede erträgliche und von unmittelbaren Widerwärtigkeiten oder Schmerzen freie Stunde mit Bewusstsein als solche genießen, d.h. sie nicht trüben durch verdrießliche Gesichter über verfehlte Hoffnungen in der Vergangenheit oder Besorgnisse für die Zukunft. "

Tolle konstatiert: Solange man unbewusst lebt, wird das kreative Potenzial des Jetzt von der psychologischen Zeit verdeckt. Dies ist die Ursache dafür, dass das Leben an Frische, Dynamik und Staunen verliert. Stattdessen werden alte Muster aus Gedanken, Emotionen, Verhalten, Reaktionen und Wünschen immer wieder neu aufgewärmt. Zudem erschafft der Verstand eine Besessenheit von der Zukunft als Flucht vor einer unbefriedigenden Gegenwart. Der Mensch existiert dann unglücklich in seiner Illusionswelt der Vergangenheit und Zukunft und hört auf zu leben. Leben ist nur im Hier und Heute möglich.



Ich teile Schopenhauers Ansicht, dass glänzende Eigenschaften des Geistes Bewunderung erwerben, aber nicht Zuneigung. " Diese bleibt den moralischen, den Eigenschaften des Charakters, vorbehalten. Zu seinem Freunde wird wohl jeder lieber den Redlichen, den Gutmütigen, ja selbst den Gefälligen, Nachgiebigen und leicht Beistimmenden wählen als den bloß Geistreichen....Nur wer selbst viel Geist hat, wird den Geistreichen zu seiner Gesellschaft wünschen. Seine Freundschaft hingegen wird er nach den moralischen Eigenschaften richten, denn auf diesen beruht seine eigentliche Hochschätzung eines Menschen, in welcher ein einziger guter Charakterzug große Mängel des Verstandes bedeckt und auslischt. "

Diesem Gedanken Schopenhauers stimme ich vollständig zu. Wer Freund sein möchte, muss sein Herz sprechen lassen.










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