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Rezension: Der verschlossene Garten

Auch ein Garten Eden kann einengen

Ein sechzigjähriger Journalist verbringt seine Tage mit einem fünfundzwanzigjährigen, nicht ungebildeten Mädchen und finanziert dessen Leben. Der Garten des Hauses, in welchem die Verliebten wohnen, wird ihr Versteck, oder besser ihr Paradies aus dem sie sich schließlich selbst vertreiben. Dies geschieht, nachdem ein vierzigjähriger Anwalt den Weg des Paares kreuzt und die junge Frau ganz allmählich in seinen Bann zieht.

Gemeinsames Wohnen zu dritt, zu dem man sich aus vielschichtigen Motiven entscheidet, findet sein Ende als die junge Frau sich von beiden Männern zu sehr eingeengt fühlt. Sie packt ihre Koffer und entflieht dem vermeintlichen Paradies.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um einen intellektuellen Roman, der den Begriff der Liebe reflektiert und sich mit den Tücken des Zusammenlebens auseinandersetzt. Gefragt wird, wie es sich mit der Leidenschaft im Hinblick auf die freie Wahl des Willens verhält. Oder es wird konstatiert:" Wie schön klingen Reden von einer offenen Beziehung, wenn archaische Strömungen immer wieder gegen alle vernünftige Einsicht revoltieren und uns in mittelalterliche Gefühlszustände zurückversetzen, in denen es um Sieg und Tod, um Kampf und Rache geht."

Nicht zuletzt befasst sich die Autorin auch mit dem Verrat, der nach ihrer Ansicht nicht gleichgesetzt werden darf mit sexueller Untreue, sondern sich darstellt " als Preisgabe von Geheimnissen, in Indiskretionen oder einfach in einem dahingesagten Satz, der über den Geliebten ein Urteil fällt." Über Liebe, Untreue, Schuld, über viele nicht definitive Definitionen wird in diesem Buch gesprochen und über das Unvermögen der Menschen sich dauerhaft im Paradies einzurichten und zwar ganz gleich welchen Alters sie sind.

Ein Roman, der nachdenklich stimmt.





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