.

.

Rezension: Herbst- Goldenes Gleichnis

Denn Schwermut, die die dunklen Dörfer überweht,
Hat meiner Seele viel von ihrem Glück gegeben
Nun tönt sie leiser, eine Glocke zum Gebet,
Und glockenrein und abendmild scheint mir mein Leben,
Seit es des Herbstes ernstes Bruderwort versteht.
( Ein Vers aus einem Gedicht von Stefan Zweig)

Um diese Jahreszeit  und an einem so schönen Frühlingstag ein Buch zu rezensieren, das den Herbst thematisiert, sowohl durch  Aquarelle des derzeit von mir  favouristierten Künstlers Anreas Felger als auch durch entsprechende Gedichte und Prosatexte, ist - ich gebe es zu-  etwas eigenwillig.

Der 1935 geborene Maler, der einst sein Studium an der Akademie für bildende Künst in München absolvierte und von dem ich bislang  in erster Linie Aquarelle in stahlenden  mediterranen  Farben  bewundert habe, zeigt in diesem Buch seine Herbstimpressionen, die  blaue, orangefarbene, dunkelgrüne, weinrote aber auch braune Farbtöne  in den Vordergrund stellen. Seine Impressionen sind abstrakt. Die Bilder und Texte sind in nachstehende Kapitel untergliedert:

Der Anfang der kühlen Tage
Fallt ihr Blätter
Schön die Scheune
Aber der Mensch
Nebelmorgen
Zeit des Anschieds
Im schwarzen Grün
Wie alles sich verwandelt

Die Gedichte und  die Prosatexte stammen aus der Feder von: Hermann  Hesse, Richard Exner, Theodor Storm, Kyoshi,  Rudolf-Alexander Schröder, jan Skácel, Gerold Spät,  Rainer Maria Rilke, Ingeborg bachmann, Günther Kunert, Johann Ludwig Huber, Jacques Lusseyran, Cordelia Edvardson, Johann heinrich Voss, Reinhold Schneider, Hilde Domin, Manfred Hausmann, Karl Krolow, Paul Celan, Stefan Zweig und vielen anderen.

Besonders begeistert haben mich Felgers Bodensee-Impressionen, der Nebel dort, weit mehr als die fallenden Blätter übrigens. Schön bei  diesem Künstler ist, dass selbst der Herbst nicht in grauen Farbtönen  daher kommt.  Felger schafft es, wenn auch in gedeckterer Form als im Frühling mediterran malen. Für ihn ist das Licht immer der zentrale Moment. Das finde ich wunderbar.

Mit  einigen Verszeilen aus dem Gedicht "Der lettische Herbst" von Johannes Bobrowski möchte ich die Rezension abschließen, die ich  mit Felgers Aquarell  "Toscana" in Verbindung bringe.

Dann entzünd ich dein Licht,
das ich nicht sehn kann, die Hände
legt` ich darüber, dicht
um die Flamme, sie blieb
stehen rötlich vor lauter Nacht
.....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen