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Rezension: Sachs, Hans: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (monographien)

Eckard Bernstein dokumentiert aufgrund seiner aufschlussreichen Aufzeichnungen und zahlreichen Bilddokumente das Leben und Werk des Dichters Hans Sachs.

Der Sohn eines Schneidermeisters wurde 1494 in Nürnberg geboren, besuchte dort die Lateinschule und begann im Alter von 15 Jahren eine Schuhmacherlehre. Während seiner fünfjährigen Wanderschaft durch das Reich erhielt er seine Ausbildung als Meistersinger. Wieder in Nürnberg angekommen, wurde er 1520 Meister und lebte als Schuster und Dichter in zunehmendem Wohlstand.

Sachs gilt als der letzte bedeutende Vertreter des Meistersangs. Es handelt sich hierbei um eine von Handwerkerpoeten zunftmäßig geübten, strengen Regeln folgenden Liedkunst, die ihren Ursprung in der um 1315 in Mainz begründeten Meistersingschule Frauenlobs hatte. In Anlehnung an den höfischen Minnegesang betonten die Meistersinger ihre gelehrte Bildung und berichteten von Erbaulichem und Belehrendem.

In seinen Fastnachtsspielen stellte Sachs die Schwächen seiner Mitmenschen schwankhaft satirisch, allerdings mit moralischer Tendenz dar und gab immer eine abschließende Nutzanwendung.

Politisch trat Sachs erstmals durch seine Parteinahme für den Reformator Luther hervor, dessen Lehre er in dem Spruchgedicht "Die Wittenbergisch Nachtigall" verteidigte. Seine kritische Stellungsnahme brachte ihn mehrfach mit der Zensur in Konflikt, so 1527, als er Illustrationen einer Schrift des protestantischen Predigers Lukas Osiander antipäpstliche Reime in deutscher Sprache hinzufügte. 1551 untersagte ihm der Nürnberger Rat die Aufführung eines Fastnachtsspiels, weil es scharfe Kritik am Treiben der Raubritter übend außerhalb Nürnbergs " allerlei" Nachrede" hervorrufen würde.
Hans Sachs hatte am Ende seines 83 Jahre andauernden Lebens rund 4300 Lieder geistlichen und weltlichen Inhalts sowie als 100 Komödien und Tragödien und Prosadialoge verfasst.

Es empfiehlt sich dieses Büchlein zum besseren Verständnis seiner Werke Meisterlieder, Spruchgedichte, Fastnachtsspiele vor deren Lektüre zu lesen.






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