.

.

Rezension: Aufruhr

"Je mehr der Lebenstrieb vereitelt wird, um so stärker wird der Zerstörungstrieb." ( Fromm)

Ein nicht uninteressant konstruierter Roman, durch dessen Inhalt wohl primär die komplexen Ursachen der sozialen Spannungen innerhalb Indiens beleuchtet werden sollen. Man erfährt schon mancherlei über indische Mythen und religiöse Legenden, aber man wird auch mit historischen Fakten konfrontiert und begreift auf diese Weise den Ist-Zustand dieses Landes besser.

Auch weist der Autor auf Probleme hin, die sich aus dem indischen Kastensystem ergeben und spricht in diesem Zusammenhang vom, in seinen Folgen nicht zu unterschätzenden Analphabetismus breiter Bevölkerungsgruppen.
Wie leicht die ungebildete, nicht aufgeklärte Masse in die Arme religiöser Fundamentalisten geraten kann, zeigt der Roman "Aufruhr" sehr dezidiert und spricht auch von den verheerenden Folgen religiöser Indoktrination, so etwa im Hinblick auf die leider noch immer wenig erfolgreiche Geburtenregulierung und der daraus resultierenden Festschreibung der Unterdrückung von Frauen, wie auch der Zementierung der Armut innerhalb der stark religiös eingebundenen, unteren Gesellschaftsschichten.

Anhand der diffusen, tragisch endenden Liebes-Affäre zwischen einer amerikanischen Studentin und einem hohen, indischen Regierungsbeamten verdeutlicht der Autor, wie schwer es selbst für gebildete Menschen ist, über die landesspezifisch-gesellschaftlichen Konventionen hinweg, tatsächlichen Zugang zueinander zu finden.

"Aufruhr" ist ein sehr empfehlenswertes Buch, durch das wirklich klar wird, dass im Zeitalter der Globalisierung für religiöse Fundamentalisten kein Platz mehr ist und man außerdem gut daran tut, sich mit der Verschiedenheit kultureller Entwicklungen einzelner Länder und Kontinente intellektuell zu befassen, um so vielleicht eine vernünftige, auf gegenseitige Achtung beruhende Basis für gemeinsame Interaktionen zu schaffen.























Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen