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Rezension: Die kindliche Gesellschaft

"Die Verhaltensregel für die Angehörigen der kindlichen Gesellschaft lautet:" Kümmere dich um dich selbst und geh weiter"


Robert Bly thematisiert in diesem Buch die Weigerung vieler Menschen in unserer Gesellschaft erwachsen zu werden, d.h. soziales Engagement zu zeigen, ein politisches Bewusstsein zu entwickeln und sich mit den eigenen kulturellen Wurzeln auseinanderzusetzen, aber vor allem Selbstverantwortung zu übernehmen.

Im Vordergrund stehen bei vielen Zeitgenossen schneller Erfolg, Geld, Spaß und Entertainment. Dies führt dazu, dass die Kultur, in der wir leben, in vieler Hinsicht von Halberwachsenen geprägt ist. Die Betonung des Individualismus erstickt nicht nur bei Jugendlichen jede mögliche Regung eines Gemeinschaftssinns. "Die Verhaltensregel für die Angehörigen der kindlichen Gesellschaft lautet:" Kümmere dich um dich selbst und geh weiter." (Zitat: Robert Bly).
Feindseligkeiten im Hinblick auf größere Gemeinschaften lassen sich schon in den Grundschulen finden. Überall ist ein Mangel an Respekt zu verzeichnen. Der Autor macht in diesem Buch klar, wie wichtig es ist, sich Fragen über den Sinn der Gemeinschaft zu stellen und dass Erwachsene und Staat den Erziehungsauftrag nicht länger an die Medien abtreten können, da dies zum Verlust der persönlichen und kulturellen Identität bei den Heranwachsenden führt.

Von Erwachsenen kann erwartet werden, dass sie aufhören nur an ihre private Zukunft zu denken, an ihre Ferien in Mallorca oder in der Karibik, an ihre Pension etc. und sich stattdessen den Jugendlichen zuwenden. Wenn die Erwachsenen jungen Menschen nicht verantwortungsbewusst entgegenkommen, werden ihre Distanzierungsmaschinen, die lauter und ausdauernder sind als unsere, pausenlos sagen: " Ich gehöre nicht zu dieser Familie" und jede echte Verbindung mit ihren Eltern abbrechen.
Weil die meisten Erwachsenen nicht mehr erkennbar erwachsen sind, herrscht über die Idee des Erwachsenseins Verwirrung. Erwachsensein heisst, sich nicht von seinem Ego dominieren zu lassen, sondern seiner Fähigkeiten und sein Wissen in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.

Ein wichtiges Buch.























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