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Rezension: Eine kulinarische Entdeckungsreise durch das Münsterland und Osnabrücker Land: mit Emsland und Grafschaft Bentheim (Gebundene Ausgabe)

Eine geschichtsträchtige Gegend,

Die Autorin Magdalena Ringeling und der Fotograf André Chales de Beaulieu nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise durch das Münsterland und Osnabrücker Land mit Emsland und Grafschaft Bentheim.

Auf den ersten Seiten entdeckt man sogleich eine Karte der Region. Die Zahlen auf dieser Karte sind in identisch mit den Seitenzahlen der einzelnen Betriebe in diesem Buch und bezeichnen ihre jeweilige Lage.

Man lernt Landschaften, Städte sowie Orte in der Region und die Sehenswürdigkeiten dort näher kennen. Der Schwerpunkt des Buches liegt aber auf kulinarischen Gebieten. Schöne Hotels und Restaurants werden vorgestellt. Die Köche der jeweiligen Restaurants warten nicht selten mit einem Rezept auf. Alle Rezepte sind gut erklärt und lassen sich leicht nachkochen.

Die Reise nimmt in Münster ihren Anfang. Man liest von der bewegten Geschichte der Friedensstadt, wird auf historische Gebäude hingewiesen, besonders auf die schönen Barockbauten des Baumeisters Johann Conrad Schlaun. Man liest von den St.- Paulus-Dom in Münster, aber auch vom Picasso-Museum und ist angetan von den Fotografien, die zeigen, wie schön es in dieser Stadt ist.

Nur schwer kann man sich dem Reiz des Münsterlandes entziehen, weil die typische Parklandschaft mit gepflegten Rasenflächen, Hecken, Bäumen und natürlichen Auen ein Refugium mit Seltenheitswert ist. 4500 Kilometer Radwege locken bewegungsfreudige Touristen an. Interessant scheint wohl die "Friedensroute" zu sein, die symbolisch den Weg der Kuriere zu Ende des 30 jährigen Krieges verfolgt.

Man lernt Bocholt kennen, auch das historische Rathaus dort mit seinen roten Backsteinen und den Baumberger Sandsteinverzierungen. Bocholt war einst die Stadt der Tuchmacher. Einblicke in deren Wirken erhält man in der Museumsfabrik "Textilmuseum". Dort gibt es übrigens auch ein Restaurant und zwar das "Schiffchen im Textilmuseum". Hier kann man nicht nur delikat speisen, sondern sich auch kultureller Veranstaltungen erfreuen.

In der Folge liest man von romantischen Orten mit innovativen Betrieben. Steinfurt, Altenberge, Billerbeck, auch Greven zählen dazu. Landwirtschaftliche Einblicke werden auch gegeben. In diesem Zusammenhang wird das Bentheimer Schwein thematisiert, nicht nur des Westfälischen Schinkens wegen. Ausführlich wird man über die" Westfälischen Friedensreiter" aufgeklärt.

Was man unter diesen Friedensbotschaftern von einst zu verstehen hat und weshalb man sich dieses Begriffes heute noch werbetechnisch bedient, erklärt Ringeling bestens. Ein Foto der Wasserburg Vischering, aber auch die Ablichtung von Schloss Nordkirchen sind sehr schön. Diese Orte sollte man bei einer Reise in die Region unbedingt ansteuern. Weiterhin lernt man die Städte Rheine und Emsdetten kennen und auch das Gebiet entlang der holländischen Grenze zum Tecklenburger Land. Eine offenbar idyllische Gegend, in der die Viehzucht eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Für passionierte Jäger ist die Gegend zwischen Wiehengebirge, Teutoburger Wald und Naturpark Dümmer gewiss ein Paradies. Hier kann man Rot- und Dammwild sowie Reh- und Schwarzwild antreffen. Auch Hasen, Wildtauben und -enten oder Rebhühner sind hier heimisch und finden sich auf der Speisekarte vieler Restaurants dort wieder. Begeistert hat mich die Beschreibung Osnabrücks. Natürlich wird auch der "Westfälische Friede" thematisiert, den man als den ersten europäischen Frieden bezeichnen kann und der in dieser Stadt zustande kam.

Auch an den Schriftsteller Remarque wird erinnert. Er wurde in Osnabrück geboren wurde. Man liest von den Sehenswürdigkeiten der Stadt und lernt hübsche Stadtansichten kennen, auch Restaurants werden vorgestellt. Hier hat mir das "Parkhotel Osnabrück Altes Gasthaus Kampmeier" gut gefallen. Das Rezept "Fasanenbrüstchen auf georgische Art mit Maronen, Rosenkohl und Kartoffelzopf" zeigt, dass man sehr gut kochen kann. Die legendäre Varus-Schlacht im Teutoburger Wald bleibt nicht ausgespart.Restaurants in Bad Iburg, Bad Rothenfelde und in Bad Laer werden genannt, ferner erhält man eine Vielzahl von Tipps und Kniffen für die Zubereitung von Wild.

Visuelle Eindrücke vom Emsland begleiten den Text zu dieser bäuerlichen Gegend, wo man sich sicher gut erholen kann. Sehr einladend wirkt auf mich das "Landhaus Hubertushof". Es handelt sich um einen ehemaligen Bauernhof. Naturliebhaber werden gewiss begeistert sein.

Mir hat es die Moorlandschaft bei Twist angetan. Diese Gegend berührt melancholische Gemüter. Dichter und Maler werden sich hier gewiss wohl fühlen.

Die Grafschaft Bentheim und das Vechtetal werden Gourmets frohlocken lassen. Als Mitbringsel für die Lieben daheim eignen sich die "Bunten Bentheimer". Was man darunter versteht, erfahren Sie auch den letzten Seiten dieses schönen Buches.


Rezension Helga König





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