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Rezension: Liebe: Entdecke, was dich leben lässt (HERDER spektrum) von Benedikt XVI.

Was ist es, was den Menschen unrein macht? Es ist die Ablehnung der Liebe, nicht lieben zu wollen, nicht zu lieben.?

"Es ist der Hochmut, der glaubt, keine Reinigung nötig zu haben, und der sich der rettenden Güte Gottes verschließt. Es ist der Hochmut, der nicht bekennen kann und nicht zugeben will, dass wir der Reinigung bedürfen. In Judas sehen wir die Beschaffenheit dieser Ablehnung noch deutlicher. Er beurteilt Jesus nach den Kategorien der Macht und der Erfolgs: Für ihn ist nur Macht und Erfolg Wirklichkeit, die Liebe zählt nicht. Er ist habgierig: Geld ist wichtiger als die Gemeinschaft mit Jesus, wichtiger als Gott und die Liebe. Und so wird er auch zum Lügner, der ein doppeltes Spiel spielt und mit der Wahrheit bricht; er wird zu einem Menschen, der in der Lüge lebt und so den Sinn für die oberste Wahrheit, für Gott, verliert. Auf diese Weise verhärtet er, wird unfähig zur Bekehrung, zur vertrauensvollen Rückkehr des verlorenen Sohnes, und wirft das zerstörte Leben weg." (Zitat: Benedikt der XVI., S. 56)

Dieses Büchlein enthält eine Vielzahl besonders schöner, zentraler Texte über die Liebe aus Schriften und Ansprachen unseres Papstes Benedikt XVI. Ihm geht es in all seinen Texten darum, zu verdeutlichen, dass Gott kein abstraktes Prinzip ist, kein Produkt unseres Denkens, sondern, dass er die Liebe verkörpert, die allem zugrunde liegt, der wir uns verdanken und die, wie wir hoffen dürfen, selbst im Leid unser Leben trägt.
Die Texte der einzelnen Kapitel sind mit Sätzen aus dem ersten Korintherbrief überschrieben:
Über allem die Liebe: Die Liebe ist langmütig. Die Liebe ist gütig. Die Liebe erträgt alles. Die Liebe hofft alles. Die Liebe hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.

Unmöglich an dieser Stelle auf die vielen nachdenklichen, ungemein berührenden Texte des Papstes einzugehen. Sehr einfühlsam ist seine Schrift "Der Trost der Betrübten". Zur menschlichen Existenz gehöre Leiden ebenso wie das Tun. Es folge zum einen aus unserer Endlichkeit, zum anderen aus der Masse der Schuld, die sich in der Geschichte angehäuft habe und auch in der Gegenwart unaufhaltsam wachse.

Man könne Leid versuchen zu begrenzen, zu bekämpfen, doch aus der Welt schaffen können man es nicht.

"Nicht die Vermeidung des Leidens, nicht die Flucht vor den Leiden heilt die Menschen, sondern die Fähigkeit, das Leiden anzunehmen und in ihm zu reifen, in ihm Sinn zu finden durch die Vereinigung mit Christus, der mit unendlicher Liebe gelitten hat." ( Zitat: Benedikt XVI.)

Es ist schön zu sehen, wie nah sich doch Papst Benedikt XVI. und der Dalai Lama gedanklich sind.

" Es mag uns durchaus gelingen, zeitweise andere Menschen für unser Eigeninteresse einzunehmen oder womöglich auzunutzen, aber auf lange Sicht erreichen wir auf diese Weise noch nicht einmal unser eigenes kleines privates Glück."

" Liebe ist niemals "fertig" und vollendet; sie wandelt sich im Laufe des Lebens, reift und bleibt sich gerade dadurch treu."
Ich füge ganz bewusst nicht an, wer was gesagt hat. Aus ihrer Geisteshaltung heraus könnten die Sätze von beiden stammen.

Rezension Helga König










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