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Rezension: Liebesgedichte- Wislawa Szymborska

Die Dichterin Wislawa Symborska hat 1996 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Sie gilt als Schöpferin einer eigenen Poetik, weil keines ihrer Gedichte dem anderen gleicht.

Der vorliegende Gedichtsband ist untergliedert in: Prolog, erste Liebe, Buffo Profundo, Lots Frau, Wanderer nach Omega, Bildergalerie, Elegische Bilanz und Prolog.

Auf mich wirken Szymborskas Liebesgedichte merkwürdig intellektuell . Aus den Versen sprich selten Liebe und wenn, dann in einer merkwürdig distanzierten Form. Die Lyrikerin schreibt  ein Gedicht  mit dem Titel "Verliebte", das endet mit dem Vers:" Und wenn wir einschlafen,/ sehn wir im Traum die Trennung./Doch dieser Traum ist gut,/ja dieser Traum ist gut,/weil wir davon erwachen./". Eine sonderbare Zustandbeschreibung, die das dahinter stehende Gefühl nur sehr vage  andeutet.

Gefallen hat mir ein Gedicht mit dem Titel " Überraschendes Wiedersehen"......."Wie nett sich nach Jahren wiederzusehen."... Wir verstummen mitten im Satz,/rettungslos lächelnd./Unsereiner hat sich/ nichts mehr zu sagen,/.."

Ein solcher Satz bringt es auf den Punkt. Wenn man einem Menschen emotional im Leben irgendwann nahe war, dann verliert sich das nie mehr....und so ist es  völlig natürlich  folgenden Gedanken zu äußern:" Lächelnd wollen wir eins sein,/ wenn wir uns halbwegs umfassen,/obwohl wir uns unterscheiden/wie zwei Tropfen reinen Wassers./"

Ich habe in diesem Büchlein viele sehr schöne Gedichte gelesen, aber ich habe kein einziges Gedicht entdeckt, das sich nachhaltig an das Herzens-Du wendet. Das hat mich irritiert.





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