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Rezension:Eine kulinarische Entdeckungsreise von den ostfriesischen Inseln über Bremen nach Worpswede im Teufelsmoor (Gebundene Ausgabe)

 Der Oldenburger Autor Claus Spitzer - Ewersmann und die Auricher Fotografin Eva Friedewald nehmen den Leser mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise von Bremen hin zu den sieben Ostfriesen Inseln, dabei vergessen sie nicht einen Abstecher nach Worpswede und zum Teufelsmoor zu machen.Den ausführlichen Beschreibungen von Hotels und Restaurants in der fokussierten Region sind eine Vielzahl schöner Fotos beigefügt, die die Landschaft, die Orte und anvisierten Plätze, aber auch die zahlreichen Speisen, deren Rezepte man im Buch nachlesen kann, visualisieren. Eine Landkarte gleich zu Beginn verschafft einen guten Überblick. Die Zahlen auf dieser Karte sind identisch mit den Seitenzahlen der einzelnen Betriebe im Buch und bezeichnen ihre Lage.

Man lernt traditionelle Landgasthöfe mit einer jahrhundertealten Geschichte ebenso wie moderne Edelbistros und feinste Hotelküchen, mit exklusiven Leckereien aus aller Welt ausgestattete Feinkostgeschäfte genau wie nostalgische Tante-Emma-Läden und perfekt in die Landschaft eingebettete Hofcafés kennen. Ich werde im Rahmen der Rezension nur einige Betriebe benennen und auch nur wenige Rezepte kommentieren können. Dass an der Küste und auf den Inseln Fisch das alles beherrschende kulinarische Thema ist, dürfte kaum erstaunen. Erwähnt werden Bremens historische Bauwerke am Markt. Von der Böttcherstraße und dem Schnoorviertel in Bremen liest man und erfährt, dass die Kunsthalle, das Goethetheater und das Neue Museum Weserburg kulturellen Hochgenuss garantieren. Man liest von der Modellbauwerft für historische Segelschiffe und moderne Yachten, deren Kunden in erster Linie private Eigner, Museen und große Werften sind, die Miniaturen ordern. Interessant fand ich den Beitrag, der " The Betty Darling Tea Company Ltd " in Bremen thematisiert. Die dort angebotenen Gartentees , die vorwiegend aus Darjeeling, Assam, China, Nepal, Ceylon und Taiwan kommen, kann man sich auch schicken lassen.

Von den benannten Restaurants in Bremen hat mir das " Sergio " am besten gefallen. Seit 27 Jahren kocht Sergio Crivellari bereits für seine Gäste und soll wohl ein besonders glückliches Händchen mit Meerestieren haben. Die Künstlerkolonie Worpswede lernt man kennen und erfährt, dass dort dauerhaft 130 Künstler und Kunsthandwerker leben. Hinzu kommen junge Stipendiaten aus aller Welt, die in Worpswede arbeiten können. Sehr nett Kaffeetrinken kann man im nahegelegenen " Café zum Brinkhof " in Osterholz-Scharmbeck. Dieses Cafe befindet sich in einem denkmalgeschützten Bauernhof.

Das Mobiliar dort ist antik. Die Gäste können sich bestimmter Spezialitäten erfreuen, wie etwa einer " Moorteufeltorte " oder auch einer " Buchweizentorte ".Man liest von Verden, einem sehr pittoresken Ort, wie die Fotos dokumentieren und in diesem Zusammenhang von dem Pirat Klaus Störtebecker, der am 20.10.1401 auf dem Hamburger Grasbrook geköpft wurde und zur Abbüßung der sieben Todsünden dem Verdener Dom sieben Fenster und den Armen der Stadt eine Speisung mit Brot und Heringen gestiftet hatte.Oldenburg, eine ehemalige Residenzstadt, auch Bad Zwischenahn sollte man einen Besuch abstatten und dort u .a . im " Apicus im Jagdhaus Eiden " einkehren. Das Rezept, das der Küchenchef preisgibt, ist sehr raffiniert und klingt verlockend " Fasanenbrüstchen auf Champagnerkraut mit Süßkartoffelpüree ". Die Zubereitung ist nicht einfach.

Man liest von einem " Historischen Tante-Emma-Laden " in Neuenkruge. Dieser Laden liegt an den Radtouren " Rund um Oldenburg ", Oldenburg- Bad Zwischenahn, dem " Heerweg " und der " Ammerlandroute ". Der Laden ist kein Museum, noch immer kann man dort einkaufen. Mit den unendlichen Weiten Ostfrieslands wird man vertraut gemacht, lernt eine Teestube in Carolinensiel kennen und liest über die ostfriesische Teezeremonie.Hotels und Restaurants u.a. in Greetsiel, Norddeich und Dorumsiel locken mit gemütlichem Interieur und delikaten Speisen, bevor man Näheres über die sieben Inseln erfährt.

Borkum, Juist, Baltrum, Langeoog, Norderney, Spiekeroog und Wangerooge sind unzweifelhaft sehr attraktive Ferieninseln. Mich spricht die Beschreibung Spiekeroogs, der ursprünglichsten der Inseln, wo man die typisch dörfliche Atmosphäre zu erhalten, ja sogar zu kultivieren sucht, am meisten an. Spiekeroog, so lässt der Autor den Leser wissen, ist kein Nordsee-Mallorca in Miniformat. Man lernt die Gastronomie dort kennen, auch Gerdes " Inselcafe und Inselbäckerei " , der mit dem Rezept der echten " Spiekerooger Sanddorn-Sahne-Torte " aufwartet und kann sich von der Schönheit der Insel aufgrund der Bilder überzeugen.

Der 14 km Küstenstreifen von Langeoog hat freilich auch seinen Reiz. 1500 Stunden scheint auf dieser Insel die Sonne. Die grauen Wolken werden so schnell hinweggeweht wie sie kommen. Die Hotels und Restaurants auf allen Inseln wirken sehr einladend. Um sich kulinarisch mit diesen Inseln schon mal vertraut zu machen, sollte man das Rezept des Borkumer Restaurants " Heimliche Liebe" nachkochen .Die notwendigen unterschiedlichen Fischfilets, wie auch die Krusten- und Schalentiere für die " Küstenfischerpfanne" kann man problemlos in jedem guten Fischgeschäft erwerben.


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