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Rezension:Sappho: In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (monographien)

"Mir aber schreckt es das Herz im/Busen; denn wenn ich nur flüchtig/ blicke zu dir hinüber, dann/ bricht mir die Stimme..",

Marion Giebel spürt in diesem Büchlein sehr einfühlsam dem Leben der griechischen Dichterin Sappho ( etwa 625 v. Chr.- 570 v. Chr.) nach. Der Name Sappho wird zwar heute als Synonym für weibliche Homosexualität gebraucht, allerdings steht nicht eindeutig fest, ob sie sexuelle Beziehungen zu ihren Schülerinnen auf der Insel Lesbos hatte.

Man sagt ihr einen Gatten - ein gewisser Kerkalos- und mehrere Geliebte nach. Sie soll eine Tochter namens Kleis geboren haben " deren Schönheit Chrysanthemen gleicht". (Zitat Sappho)

Eine Inschrift ( Mamortafel von Paros) berichtet uns, sie sei um 593 wegen ihrer vermutlichen Teilnahme an der Verschwörung Alkäus gegen den Tyrannen von Lesbos, Pittakos, nach Sizilien ins Exil geschickt worden.

Nach Mytilene zurückgegehrt, umgibt sie sich mit jungen, singenden, tanzenden und dichtenden Mädchen. Die von Ovid bestätigte Legende, derzufolge sich Sappho aus Liebeskummer vom Leukadischen Felsen gestürzt hätte, entstand in Wirklichkeit im 6. Jahrhundert und bezieht sich auf eine gewisse Kalyzäa.
Der Ruf jener Dichterin, die die griechische Poesie um neue Rhythmen bereicherte, die verstand, soviel " Anmut und Zartheit mit aller Glut und Leidenschaft" zu verbinden, pflanzte sich bis in unsere Zeit fort, obschon ihr bloß ein halbes Tausend Verse mit Sicherheit zugeschrieben werden kann.

"Ich wäre nicht zufrieden, zu sterben, bevor ich dieses Stück auswendig hersagen kann", hatte Solon, einer der sieben Weisen Athens ausgerufen, als er eines der Gedichte Sapphos deklamieren hörte.
















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