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Rezension:Nicht schon wieder Wellen!: Hinterhältige Geschichten vom Meer

"Kaspar, das reicht jetzt."(Zitat: Judith Hermann: "Hurrikan", Seite 358),

Was mag es wohl sein, was Nora auf der Insel, die im "Tiefdruckgebiet der tropischen Depression" verortet ist, zu dieser entnervten Äußerung veranlasst?

Die 18 Kurzgeschichten der Autoren Jeffres Eugenides, David Sedaris, Harukami Murakami, Ronald Dahl, David Foster Wallace, F. Scott Fitzgerald, Josef Conrad, Joachim Ringelnatz, Orhan Parmuk, Rafik Schami, Ray Bradbury, Alfred Andersch, Doris Dörrie, Italo Calvino, Judith Herrmann, Partricia Highsmith, Kurt Tuchlosky und Martin Suter haben eines gemeinsam, wenn man dem Klappendeckel glauben schenken darf: es sind hinterhältige Geschichten vom Meer.

Hinterhältig wird definiert als: bösartig, falsch, gefährlich, hinterlistig, hinterrücks, link, meuchlings, niederträchtig, teuflisch, tückisch, böse, boshaft, schlimm, diabolisch etc., wie ich mich durch entsprechendes Ergoogeln rückversichert habe.

Jede einzelne Geschichte, - auf die Inhalte gehe ich nicht ein, um die Spannung nicht zu nehmen - ist in irgendeiner Form tückisch. Dabei hat mich Murakamis "Hanalei Bay" am meisten angesprochen, was mit der subtilen Gedankenführung dieses großartigen Schriftstellers zusammenhängt. Highsmith und Roald Dahl haben am hinterlistigsten geschrieben, vielleicht weil diese Art des Schreibens ihr Metier ist.

Das Meer bietet so mancherlei Untiefen und Fußangeln, so die Botschaft der Geschichten, aber nicht immer schnappt gleich ein gefräßiger Hai zu. Sehr beruhigend, irgendwie....



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