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Rezension:Wir Sachsen: Geschichte, Gegenwart und Lebensgefühl (Gebundene Ausgabe)

  Ei Forrbibbsch!:-)),
Seit sehr viel Freude habe ich das reich bebilderte, sehr kurzweilig geschriebene Buch "Wir Sachsen- Geschichte, Gegenwart und Lebensgefühl " der Autoren Dieter Zumpe, Klaus Walther, Juliane Henze und Jana Tröger gelesen.

Zumpe textet in einer Kopfzeile gleich zu Beginn "Der Sachse lebt in einer Landschaft zum Verlieben" und begründet dies in der Folge überzeugend. Dabei erwähnt er auch den Maler Otto Runge, der voller Begeisterung bereits im 18. Jahrhundert von den Attraktionen Sachsens schrieb.

Es waren nicht wenige Künstler, Dichter, Denker, Musiker und Maler, die sich von der Schönheit der sächsischen Landschaft hingezogen fühlten. Zumpe vergleicht sie mit Zugvögeln, die sich der kulturellen Vielfalt verschrieben hatten. Von Dresden schwärmten alle und wenn man die Bilder des alten Elbflorenz betrachtet, stellt man sich nicht länger die Frage weshalb.

Man erfährt allerlei Wissenswertes über die Geschichte des Landes, liest vom Blutbad bei Verden an der Aller (782), vom Sachsenherzog Widukind, der gewaltsamen Christianisierung und davon, wie die Sachsen vom nördlichen Niedersachsen, ihrem angestammten Gebiet, nach Südosten in das Land der Saale und Elbe, einem Siedlungsgebiet der Slawen vordrangen. Begonnen hat dann die systematische Kolonialisierung mit dem deutschen König Heinrich I. dem Vogler (919-936). Als Geburtsstunde des späteren Sachsen gilt das Jahr 1089 (vgl.: S. 30). 800 Jahre hindurch lenkten dann die Wettiner die Geschicke Sachsens, bis sie schließlich 1918 abdanken mussten. Ausgiebig wird man in der Folge von der Wettinermacht an der Elbe in Kenntnis gesetzt, liest auch von der Reformationszeit und schließlich vom Augustinschen Zeitalter.

August I. von Sachsen soll in puncto Kunst und Kultur einen sicheren Instinkt besessen haben, der die Basis dafür war, dass Gelehrte, Architekten, Baumeister und Künstler von Rang in Dresden und Umgebung ihr Können umsetzten und "Solitäre barocker Meisterschaft" realisieren konnten. Man liest vom damaligen alltäglichen Luxus, vom den Preziosen des Hofjuweliers Johann Melchior Dinglinger, vom Schicksal der Gräfin Cosel, liest auch von den Nachfolgern Augusts des Starken, August II. und III. , dem Siebenjährigen Krieg und dem Ende der Großmannsträume.

Über die Völkerschlacht bei Leipzig wird man informiert, über die politische Bedeutungslosigkeit Sachsens aufgrund der Entscheidungen des Wiener Kongresses, das Jahr 1849 wird thematisiert. Damals brachen revolutionäre Kämpfe zwischen den Kommunalgarden und dem königstreuen Militär aus, das durch die preußischen Truppen verstärkt wurde (vgl. S. 47). Der Komponist Richard Wagner und der Baumeister Gottfried Semper zählten zu den Revolutionären. Sie mussten nach der Niederschlagung des Aufstandes emigrieren.

Schritt für Schritt wird die weitere Geschichte Sachsens ausgebreitet, die Weimarer Republik, die NS-Zeit, die Zeit der DDR, um schließlich das Sachsen der Gegenwart zu präsentieren. Informiert wird man über Sachsens Tüftler, Bastler und Erfinder. So leitet sich aus der Vakuummantelflasche des Adolf Ferdinand Weinhold unsere Thermoskanne ab, die Filtertütender Melitta Benz kommen zur Sprache, auch die Contax-Kamera und anderes mehr.

Freizeitangebote lernt man kennen und man kann sich im Rahmen von Kurzbiographien über sächsische Persönlichkeiten wie etwa August Bebel, Gert Fröbe, Philipp Reclam und viele andere mehr informieren.

Mit großem Interesse las ich das Kapital über das sächsische Kunsthandwerk. Holzfiguren aus dem Erzgebirge, Porzellan aus Meißen und die Plauener Spitze werden näher beleuchtet, bevor über sächsische Literaturlandschaft und schließlich über Impressionen aus Musik, Kunst und Kultur berichtet wird. Ganz zum Schluss wird Dresden gehuldigt. Dabei vergisst man natürlich nicht die Semperoper, um schließlich noch etwas über die süßen Sachsen zu erfahren und ein Originalrezept für die "Freiberger Eierschecke" offeriert zu bekommen.
" Frühling im Elbtal" Text: Philipp Runge(1777-1810) folgt morgen.
 "Wir gingen in die Flächen eben an den Bergen hinein und ehe wir uns versahen, waren wir doch so hoch gekommen, dass wir ganz Dresden übersehen konnten. Rund um die Hügel lag ein Dorf mit gewaltig schönen Blütenbäumen;hinten kamen wir in ein flaches Tal und ein Dörfchen , das ganz versteckt lag, man konnte nicht weit sehen, und es war ganz wie Mecklenburg oder Holstein...Ich der erste hinauf un ganz überrascht, Dresden noch viel schöner zu sehen, rechts hinten die Weinberge, den Borsberg und Pilnitz zu Ende, dann Pirna, wo der Sonnenschein darin liegt, hinter diesem Königsstein, Lilienstein, Pfaffenstein, der Winterberg, Schandau und dahinter noch die ungeheuren Felsen in Böhmen, links von Dresden die schöne Krümmung der Elbe bis Meißen an den Weinbergen und Felsen hinunter, und dazwischen all die vielen Dörfer, Schlösser, Gärten, die Äcker:es war unglaublich schön.""
 


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