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Die Schuld, eine Frau zu sein von Mukhtar Mai

Eine wirklich mutige Frau!

Noch immer werden in islamischen Ländern Frauen zur Rettung der Familienehre misshandelt und ermordet. In Pakistan ist es jede zweite Frau die Opfer von Misshandlungen wird. Mukhtar Mai wurde aufgrund eines Stammesgerichtsurteils im Sommer 2002 von mehreren Männern vergewaltigt. Anstelle sich aus Scham umzubringen, was in Pakistan in solchen Fällen üblich ist, zieht die junge Frau mutig vor Gericht und erwirkt die Verhaftung der Täter.

Die kämpferische Pakistani erhält Zuspruch von vielen Frauenrechtsorganisationen, durch deren Hilfe sie lesen und schreiben lernt und zeitgleich eine Mädchenschule gründet. Die Geschändete weiß, dass sich nur durch Bildung und Aufklärung die fatale Situation der Frauen in ihrem Land verändern kann. Ihr Kampf gilt dem Analphabetismus ihrer Geschlechtsgenossinen, welcher die Grundlage des männlichen Unterdrückungssystems bildet.

Mukhtar Mai berichtet detailliert von den archaischen Strukturen ihres Landes in den Provinzen, von der unsäglichen Armut der Bevölkerung unterer Kasten und der Rolle der Frau als Tausch- und Demütigungsobjekt innerhalb der Clans. Die Pakistani reist seither, wie sie sagt, als Aktivistin durch die Welt, um zur Linderung des Unglücks, das ihr Land erschüttert hat, einen kleinen Beitrag zu leisten.

Primär jedoch kümmert sie sich um ihre eigentliche Mission: dem Ausbau ihrer Schule. Mukhtar Mai wurde von einer amerikanischen Zeitschrift zur Frau des Jahres gewählt. Die New York Times sieht in ihr eine Heldin und diesem Urteil kann man, nach der Lektüre des vorliegenden Buches, nur zustimmen!